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29.08.1997 - 

Entlassung von 1000 Mitarbeitern geht ins Geld

Novell-Verlust im dritten Quartal unerwartet hoch

An der Wallstreet hatten die Analysten mit einem Profitrückgang von zehn bis 15 Cent je Anteil gerechnet. Mit 35 Cent pro Aktie wurde dieser Wert auch aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen deutlich übertroffen.

Novell-Chef Eric Schmidt rechtfertigte das Resultat unter anderem damit, daß Zusatzkosten von 55 Millionen Dollar angefallen seien, weil Novell - wie bereits im Mai 1997 beschlossen - knapp 1000 Beschäftigte (rund 18 Prozent) entlassen und abgefunden habe. Zu der Reduzierung des Mitarbeiterstamms auf zirka 4800 Personen sei die Konsolidierung der Standorte gekommen.

Doch offensichtlich haben sich die Novell-Manager verkalkuliert: Noch im Mai prognostizierten sie, die Entlassungen würden zwischen 25 und 35 Millionen Dollar kosten. Außerdem fällt der Verlust auch abzüglich der Aufwendungen für freigestelltes Personal höher aus, als von Analysten und Novell-Managern prophezeit.

Ebenfalls im Frühjahr dieses Jahres beschloß die neue Geschäftsführung, die zu hohen Lagerbestände der Händler aus Konsolidierungsgründen deutlich zu reduzieren. An die Reseller wurden im abgelaufenen Quartal kaum Softwarepakete geliefert, weshalb die Einnahmen mit 90 Millionen Dollar auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau blieben. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte Novell noch 365 Millionen Dollar umgesetzt.

Vergleiche mit früheren Geschäftsperioden läßt Novell-Chairman Schmidt aufgrund der außergewöhnlichen Situation nicht gelten. Mit Intranet- und Internet-Software werde sich die Netzwerk-Company spätestens im Sommer nächsten Jahres zurückmelden, nachdem die operativen Kosten gesenkt, die Ressourcen gebündelt und die Informationssysteme verbessert seien. Offenbar setzt der ehemalige Java-Experte von Sun Microsystems dabei auf die "Border-Manager"-Produkte, die in diesen Tagen auf den Markt kommen sollen, und auf zwei neue Spitzenleute, den IBM-Veteranen John Slitz und den ehemaligen Vorsitzenden der Object Management Group (OMG), Chris Stone.

Ungeachtet dieser Blutauffrischung im Management gilt Novell in Analystenkreisen derzeit als potentieller Übernahmekandidat. Sun Microsystems ist im Gespräch, doch häufiger noch wird eine mögliche Übernahme durch IBM diskutiert.