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09.07.1993

Novell will Internetworking mit neuem Software-Layer vereinfachen Appware-Applikationen laufen auf den meisten Betriebssystemen

NEW YORK (hi) - Geht es nach den Visionen von Novells President und CEO Ray Noorda, so werden die 90er Jahre das Jahrzehnt des Networkings. Um den Anwendern

in dieser Dekade ein plattformuebergreifendes Internetworking zu ermoeglichen, praesentierte Novell mit "Appware" einen Software- Layer zur Entwicklung von Applikationen fuer verschiedene Betriebssysteme.

Mit Appware bietet Novell laut Noorda Programmierern ein Tool, das die Entwicklung leistungsfaehiger Anwendungen erlaubt, ohne dass sich der Anwender um die Komplexitaet des Netzwerkes kuemmern muss. Damit sei das Werkzeug fuer die Probleme der naechsten Jahre wie massgeschneidert. Nach Meinung Noordas ist es fuer Unternehmen, die ueberleben wollen, ein Muss, die verschiedenen Plattformen in Netzen miteinander zu verbinden. Zur Forcierung des Wachstums der Netzwerkindustrie sei nun die Etablierung einer Plattform notwendig, die die Kreation von Netzwerk-Applikationen erleichtere. So ist denn fuer Noorda Appware "der naechste Schritt in eine natuerlichen Evolution".

John Edwards, Executive Vice-President der Novell Desktop Systems Group in Provo, zufolge geht die Company mit Appware nun einen weiteren Schritt weg von einer File- und Print-Company hin zu einer Netzwerk-System-Company. Bereits mit Netware 3.X habe das Unternehmen begonnen die Freiheit des Netzwerk-Service-Layers einzufuehren. Diesen Weg gehe man jetzt konsequent mit Appware weiter, das fuer Netzwerk-Applikationen das sei, was Betriebssysteme fuer die Desktop-Applikationen sind.

Wie Edwards hinzufuegte, ist "Appware ein neuer Software-Layer, der es den Programmierern erlaubt, sich voll auf die Entwicklung zu konzentrieren, ohne die Komplexitaet des Netzes zu beachten".

Erste Beta-Releases will Novell Entwicklern im Oktober zur Verfuegung stellen. Die Auslieferung der Appware-Familie an Endkunden ist laut Edwards fuer den Mai 1994 geplant. Einen Preis hat das Unternehmen jedoch noch nicht festgelegt. Vermutungen, diese fruehe Ankuendigung stehe im Zusammenhang mit moeglicherweise aehnlichen Microsoft-Plaenen, widersprach Joe Firmage, Vice- President der Desktop Systems Group, energisch.

Vielmehr benoetige man die Zeit bis Oktober, um die Dokumentation zu Appware fertigzustellen und warte dann auf ein Feedback der Entwickler. Darueber hinaus habe Novell im Vergleich zu Microsofts NT-Ankuendigung einen sehr realistischen Zeitplan aufgestellt.

Die Produktfamilie beinhaltet laut Willie Tejada, Director of Developer Relations, Software und Entwicklungs-Tools, die auf DOS- , Windows-, OS/2-, Macintosh- und Unix-Rechnern laufen. Dabei sind die mit Appware geschriebenen Applikationen nach den Worten des Chefentwicklers unabhaengig vom verwendeten Netz - laufen also mit Netzwerk-Betriebssystemen wie Unix, NT oder Netware. So passt das Produkt nach Meinung von Firmage gut in die heterogene Welt heutiger Netze und bietet im Gegensatz zu Microsofts Loesungen eine bessere Interoperabilitaet im Netz, da Microsoft, so Firmage, "vom Networking-Layer sehr wenig Ahnung hat". Allerdings sei Appware nicht als Konkurrenzprodukt zu Wosa, OLE, NT oder OSI konzipiert, sondern vielmehr als "shock absorber", der

die Vielfalt der Standards abfange und Usern wieder die Moeglichkeit einer einheitlichen Entwicklungsplattform biete.

Die Appware-Familie besteht aus einem Satz plattformunabhaengiger APIs mit der Bezeichnung "Appware Foundation", dem "Appware Bus" zum Zugriff auf bereits vorgefertigte "Appware Loadable Moduls" (ALM). Ergaenzend ist mit dem "Visual Application Builder" eine grafische Programmieroberflaeche erhaeltlich, die Anwendern die Einbindung von ALMs in eigene Projekte ermoeglicht.

Die Appware Foundation ist eine Sammlung von mehr als 1100 APIs, die ein Superset der APIs fuer die Client-Betriebssysteme DOS, Windows, OS/2, Macintosh und Unix darstellen. Um allen Betriebssystemen die gleichen Funktionen verfuegbar zu machen, haben die APIs laut Tejada ueber 400 Funktionen, die normalerweise in den entsprechenden Systemen nicht enthalten sind.

Bei den ALMs handelt es sich um vorgefertigte Softwaremodule, die den Zugang der Client-Applikationen zu Netzdiensten wie File- und Drucker-Sharing oder Datenbankzugriff steuern. Novell wird, wie es heisst, Basis-ALMs fuer Telefon-, Imaging- und Multimedia-Funktionen anbieten. Darueber hinaus sei die Entwicklungsplattform auch fuer Dritte zur Programmierung eigener ALMs offen. Zur Koordination der Interaktion verschiedener ALMs dient der Appware Bus als Software- Layer, der Tejada zufolge Analogien zur gegenwaertigen Netware Shell aufweist. Die ALMs verkuerzen, wie es bei Novell heisst, die Entwicklungszeit der Anwendungen deutlich. Die Handhabung sei so einfach wie bei einer AT-Bus-Steckkarte: Die ALMs werden einfach in den Appware Bus eingebaut.