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12.09.1997 - 

Kolumne

"Novells riskanter Comeback-Versuch"

Schon seit längerem wird Novell als Übernahmekandidat gehandelt. Angeheizt wurde die Gerüchteküche zunächst durch die in der amerikanischen Presse kolportierten Spekulationen, wonach IBM kurz vor dem Kauf des Netware-Spezialisten stehe. Das desolate Ergebnis des dritten Quartals tat dann noch ein übriges.

Doch die Spekulationen um einen möglichen Käufer erscheinen verfrüht. Zum einen hat Novell-Chef Eric Schmidt Verkaufsabsichten rundweg abgestritten; damit käme nur eine unfreundliche Übernahme in Frage, und die würde im Erfolgsfall sehr teuer. Zum anderen wäre eine solche Akquisition mit großen Risiken behaftet.

Ein potentieller Interessent würde sich zwar eine große Basis an Netware-Kunden einhandeln, aber Teile dieser Anwenderschaft schielen bereits auf Windows NT. Gelingt es Microsoft, mit NT 5.0 einen ordentlichen Directory Service anzubieten, besteht für die Novell-Klientel kaum noch ein Grund, künftig auf Intranetware oder die Novell Directory Services (NDS) zu setzen.

Somit bleibt Novell wohl nichts anderes übrig, als sich aus eigener Kraft aus dem Schlamassel zu befreien. Ansätze sind vorhanden. Der bereits im Vorfeld von vielen Analysten gelobte Border Manager stellt einen gangbaren Weg dar, Netware-User zu Internet-Nutzern zu machen. Auch das jetzt Netware-3x-Nutzern kostenfrei angebo- tene Simmware-Werkzeug "Rexxware Migration-Tool", das die Migration von Netware auf Intranetware erheblich vereinfachen und damit kostengünstiger gestalten soll, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Viel spannender wird es allerdings, wenn es um die zukünftige Produktstrategie des Unternehmens geht. Java soll nach dem Willen von Schmidt in allen künftigen Netzwerk-Services die Hauptrolle spielen. Das gilt für den Intranetware-Nachfolger Moab, die Novell Replication Services, NDS, Managewise und Groupwise 6.0 (Codename: Jolt). Ziel sei es, mit Hilfe von Java eine verteilte Architektur - das Java Network Framework - aufzubauen, um Daten transparent im Netz zu verwalten. Mit dieser Ausrichtung gibt Schmidt dem Unternehmen und seinen Anwendern wieder eine Perspektive. Allerdings steht und fällt diese Strategie mit dem Erfolg von Java. Ein großes Risiko, das Novell aber eingehen muß, wenn das Unternehmen nicht von der Bühne verschwinden soll.