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23.09.1994

Novells Vision - eine Seifenblase

Kooperation statt Konfrontation zwischen Herstellern ist grundsaetzlich zu begruessen, verspricht doch diese Haltung Anwendern mehr Kompatibilitaet. Im Fall Novell scheint das als Kooperation getarnte Manoever jedoch eher ein Rueckzug, ja sogar das Eingestaendnis zu sein, im Ringen um Betriebssysteme gegen Microsoft den kuerzeren gezogen zu haben. Wie sonst ist es zu interpretieren, dass DOS 7, im Fruehjahr noch als entscheidender Schritt in Richtung Consumer-Markt gefeiert, nicht mehr weiterentwickelt wird? Ebenso Unixware: von Novell zum strategischen Produkt hochstilisiert, kommt jetzt das Aus auf dem Desktop. Und wozu war der Rummel um Appware als plattformuebergreifendes Tool zur Applikationsentwicklung gut?

Das alles waere noch einzusehen, haette man von Microsoft die Zusage bekommen, dass das Networking unantastbare Novell-Domaene bleibt. Doch davon keine Spur! Waehrend Novell-Chef Frankenberg beteuert, Microsoft werde ihn nicht ueber den Tisch ziehen, blasen die Redmonder zum Sturm auf die letzte Novell-Bastion. Unverhohlen verkuenden Mitarbeiter der Gates-Company bereits, den Novell- Reseller-Kanal nutzen zu wollen, um die Funktionalitaet des NT Server in Netware-Netzen zu demonstrieren. Glaubt Frankenberg wirklich, dass es beim NT Server bleibt?

An die in Atlanta als "Pervasive Computing" vorgestellte Vision glauben jedenfalls selbst Optimisten nicht. Wenn das als objektorientierter Unix propagierte Supernos 1996 auf den Markt kommt, duerfte das Client-Server-Geschaeft schon gelaufen sein. Trotzdem, der Mannschaft in Provo bleibt zumindest ein Trost: Dank ihrer ausgezeichneten Reseller-Channels kann sie in drei Jahren immer noch als Vertriebstochter von Microsoft den Verkauf des Windows NT Server uebernehmen.