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Kommentar


10.10.1997 - 

NT-Angebote sind Marketing-Pflicht

Die mit großem Marketing-Getöse verkündeten Bemühungen Bulls, einer der führenden Anbieter von NT-basierten Servern zu werden, kommen nicht überraschend. Andere Hersteller, allen voran Compaq und neuerdings auch die IBM, wollen das auch. Bemerkenswert ist höchstens der Zeitpunkt der Ankündigung. Fast sämtliche halbwegs bedeutenden PC-Hersteller schreiben sich inzwischen die "strategische Bedeutung" Wintel-basierter Server auf die Fahnen. Gleiches gilt für IT-Konzerne wie etwa Hewlett-Packard. Bull betritt sehr spät einen Markt, der zwar vielversprechende Wachstumsraten aufweist, doch gerade deswegen besonders hart umkämpft ist.

Das Argument des einstigen französischen Staatsunternehmens, mit dem Integrations-Know-how aus dem Großrechner- und Unix-Geschäft unterscheide man sich klar von der Konkurrenz, klingt zunächst einleuchtend. Andererseits könnten IBM und HP oder auch Fujitsu/Amdahl und Compaq/Tandem ähnlich argumentieren. Hinzu kommt, daß Integrations-Dienstleistungen nicht herstellergebunden sind, sondern auch von (unabhängigen) Anbietern verkauft werden. Ohnehin vertreibt Bull mit den "Express"-Servern nur Produkte der 1996 wegen chronischer Defizite abgestoßenen Zenith Data Systems. Wenn die Rechner nun unter dem gemeinsamen Logo ZDS Bull angepriesen werden, so zeigt dies vor allem eines: NT-Angebote sind zur Marketing-Pflicht geworden. wh