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Umstieg von Windows 95 98 auf NT im Visier

NT bleibt bis auf weiteres eine Baustelle

11.09.1998

Die Anwender wußten schon seit einiger Zeit, daß sie auf die endgültige Abschaffung des als aufwendig gefürchteten Domain-Konzepts noch warten müssen. Der Informationswert der zweiten NT-5-Betaversion sank zusätzlich, als bekannt wurde, daß die eingebauten Features noch nicht, wie ursprünglich versprochen, den endgültigen Stand widerspiegeln würden. Es wird also noch eine dritte Beta geben.

Als Schreckensnachricht gilt zudem, daß sich der Umfang laut Hersteller im Vergleich zu NT 4.0 auf über 30 Millionen Programmzeilen verdoppelt haben soll. US-Analysten halten diese Zahlen sogar für untertrieben und sprechen von einem außer Kontrolle geratenen Monster, das dabei sei, den Umfang des Großrechner-Betriebssystems MVS zu übertreffen.

Trotzdem hofft das Unternehmen, daß die Stabilität der Betaversion die rund 270000 Test-User bei der Stange hält, bis das endgültige Produkt um die Jahrtausendwende freigegeben wird.

An der jetzt ausgelieferten Betaversion kritisieren Tester den Mangel an Treibern von Drittanbietern sowie die mangelhafte Ausstattung mit Umstiegshilfen von Windows 9x auf NT. Die als "Windows Terminal Server" bezeichnete Multiuser-Funktion wurde nur mit einem Code in Alphatestqualität mitgeliefert.

Ebenfalls nicht auf Betaniveau befinden sich die ersten Ergebnisse der COM+-Entwicklung, für die es noch kein offizielles Freigabedatum gibt. Die Middleware-Technik soll es Entwicklern erleichtern, Front-end-Anwendungen mit Back-end-Diensten wie Datenbanken zu verbinden.

Konkret wird COM+ aus der Verschmelzung der COM-Schnittstelle mit dem Komponenten-Verwaltungsdienst "Transaktion-Server" und dem "Message-Q-Server" für asynchrone Verbindungen bestehen. Die beiden Erweiterungen arbeiten dabei mit sogenannten Business-Rules, die festlegen, wie Befehle vom Desktop in Aufrufe etwa für OLE-DB, SQL-Statements oder Netzdienste umzusetzen sind. Diese Funktionen sind vor allem für Microsofts Pläne wichtig, sich mit professionellen und netzweiten Anwendungen in der Unternehmens-DV zu etablieren.

Mit einer Reihe anderer Erweiterungen verfolgt Microsoft das Ziel, die Anwender von den Desktop-Betriebssystemen Windows 95 und Windows 98 auf die Client-Version von NT zu holen. So zieht NT 5.0 weitgehend mit Windows 98 gleich, was die Unterstützung des Universal Serial Bus (USB), Plug and play, die Verwendung mehrerer Monitore oder Multimedia-Support etwa durch die aktuelle Version von "Direct-X" betrifft. Außerdem soll NT 5.0 das Dateisystem "Fat 32" von Windows 98 verstehen. Überarbeitet wurde auch das NT-eigene Dateisystem "NTFS". Damit lassen sich Daten verschlüsseln und der Speicherplatz je Benutzer begrenzen.

Wichtige Neuerungen gibt es für die Systemadministratoren. So sind die bislang verstreuten Werkzeuge in einer Management-Konsole zusammengefaßt. Zu den Netz-Features gehört auch, daß das Betriebssystem ab Version 5.0 mit TCP/IP als alleinigem Netzprotokoll auskommt. Eine ausführliche Besprechung der Netzwerk-Features sowie des etwas abgespeckten Clustering-Konzepts findet sich in diesem Heft auf Seite 29.

NEUE BACK-OFFICE-PREISE

Microsoft baut nach und nach Preisvorteile gegenüber Konkurrenzprodukten ab. Zu diesem Schluß kommen die Analysten der Gartner-Group anläßlich einer Veränderung des Lizenzverfahrens für die Server-Suite "Back Office". Wie schon zuvor bei Desktop-Anwendungen läuft nun auch auf Server-Seite das sogenannte "Concurrent Licencing" aus. Dieses Verfahren bedeutete, daß Kunden mit zum Beispiel 50 bezahlten Lizenzen auskamen, wenn von angenommen insgesamt 100 Usern nicht alle gleichzeitig auf die Anwendung zugreifen. Künftig soll für alle User bezahlt werden. Bislang war der im Vergleich zu anderen Server-Paketen günstige Preis von Back Office eines der Hauptargumente für seine Anschaffung. Das könnte auch so bleiben, da sich die höheren Kosten durch die Lizenzänderung nicht in den offiziellen Preislisten bemerkbar machen. Microsoft begründet den Schritt mit dem nachlassenden Interesse der Kunden am Concurrent Licensing.