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02.01.1998 - 

Weitere Kooperationen unter Dach und Fach

NT ins Enterprise: Microsoft braucht Hilfe von Partnern

"Wir pushen NT in Mission-critical-Umgebungen", gab sich Mahendra Vora, Vice-President für die Enterprise NT Business Initiative bei Unisys, siegessicher. Das Ziel von Unisys und Microsoft klingt herausfordernd: Zusammen mit weiteren, hauptsächlich im Middleware-Segment angesiedelten Herstellern der Softwarebranche soll Windows NT bereits im kommenden Jahr mit klassischen High-end-Attributen wie Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Administrierbarkeit in heterogenen Umgebungen Unix sowohl im Client als auch im Server-Bereich die Show stehlen. "Wir streben eine Verfügbarkeit der NT-Systeme von 99,97 Prozent an", so Vora. Für den Unisys-Manager besteht kein Zweifel: Die Dominanz der Unix-Anbieter, die sich "niemals auf einen Standard einigen werden", sei mit dieser Kooperation dem Tode geweiht. Die Zukunft gehöre "dem offensten proprietären System Windows NT".

Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, hat Unisys die Bereiche ganz oben auf seine To-do-Liste gesetzt, in denen Windows NT bis dato keine allzu guten Karten gegen Unix besaß. Verbessert werden dabei hauptsächlich die Skalierbarkeit, Ein-Ausgabe-Performance (I/O), Verfügbarkeit, Legacy-Integration, System-Management und Sicherheit sowie Electronic Commerce. Hierbei helfen hauseigene Produkte wie "Server Plus", das die Skalierbarkeit von NT verbessern soll, "Manage Plus" für das Enterprise-Management oder "Integrate Plus" für die Integration neuer NT-Applikationen mit existierenden Programmen. Für die restlichen Aufgaben des Auftrags "NT in das Enterprise-Geschäft" hat sich Unisys unter Schirmherrschaft Microsofts zusätzliche Partner ins Boot geholt.

Während "Tuxedo"-Anbieter BEA die dringend benötigte Transaktions-Middleware für eine Verknüpfung von Windows NT und anderen heterogenen Plattformen inklusive Mainframes bereitstellen soll, konzentriert sich Computer Associates (CA) auf das sogenannte End-to-End-Management. So wird CA unter anderem mit "Unicenter TNG" für das Applikations-Management und weiteren plattformübergreifenden Produkten seinen Teil beitragen. Darüber hinaus will Unisys die Tools der eigenen "Single-Point-Security"-Serie als Add-ons für CAs System-Mangement-Umgebung anbieten. Einen Einfluß auf die bereits bestehende Partnerschaft zwischen Microsoft und CA wird diese Kooperation zumindest aus der Sicht von Unsiys nicht haben: "Die Partnerschaft mit CA wird als sinnvolle Ergänzung zur laufenden Kooperation zwischen Microsoft und CA gesehen", so Robert Jenni, Director Microsoft-Programs bei Unisys Europa.

Auch der Datenbankkrösus Oracle ist mit von der Partie. Zusammen mit Unisys will Oracle seine Produkte "Parallel Server", "Data Mart Suite" und die "Network Computing Architecture" in die Unisys-Produktpalette einfließen lassen. Tandem wiederum steuert mit "Nonstop" und "Servernet" zwei Produkte für ein effizienteres Clustering von NT bei. Information Builders wird seine Middleware "Enterprise Data Access" (EDA) zur Verfügung stellen. Damit wollen Microsoft und Unisys die Anbindung von Windows NT an bestehende Enterprise-Systeme via Datenbankzugriff, Object Request Brokers (ORBs), Active-X- oder TP-Gateways sowie IBMs Messaging-Middleware "MQ Series" bewerkstelligen. Zusätzlich zur Vermittlung der einzelnen Anbieter wird Unisys künftig auf Microsofts "Exchange Server" und die Internet-Produktlinie der Gates-Company zurückgreifen.

IDC: Unix bleibt auch 2001 dominant

Die Frage, welche konkrete Rolle Microsoft in diesem Partnerschafts-Spektakel spielen will, versucht Jörg Lorenz, Pressereferent der deutschen Dependance zu beantworten: "Unisys hat eine bekannte Expertise im Hardware- und Mission-critical-Bereich und kann durch die Kooperation Komplettsysteme auf Basis von NT vertreiben." Microsoft liefere die Plattform, auf der Software von oben und die Hardware von unten aufsetzen könne. "Alles andere ist die Rolle der Partner", so Lorenz.

Trotz aller Bemühungen von Microsoft und Unisys sehen Analysten Windows NT noch lange nicht in einer Unix-ähnlich dominanten Stellung: "Unix wird auch im Jahr 2001 noch eine vorrangige Position einnehmen", prognostiziert Jay Bretzmann, Vice-President for NT beim Marktforschungsinsitut IDC. Während Unix auf Rechnern mit 20 Prozessoren und mehr reibungslos einsetzbar sei, lasse sich das Microsoft-Betriebssystem lediglich für Acht- bis Zehn-Prozessor-Systeme nutzen.