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19.06.1998 - 

Interview

"NT und Unix sind komplementär"

CW: Wie sieht Ihre neue Aufgabe bei Compaq aus?

Strecker: Ähnlich der, die ich auch bei Digital wahrgenommen habe. Ich bin einerseits verantwortlich für die strategische Ausrichtung der Firma und deren Kommunikation mit den Aktionären. Zum anderen geht es um die zukünftige Technologie.

CW: Ihr neuer Firmenchef Eckhard Pfeiffer bekannte sich eindeutig zur Alpha-Plattform. Die Federal Trade Commission hat die Zustimmung zum Verkauf der Alpha-Fabrikation an Intel allerdings unter die Auflage gestellt, daß DEC drei Lizenzpartner für die Alpha-Technologie benennt. Wer außer Samsung wird Lizenznehmer sein?

Strecker: AMD ist ein Partner, über die Einzelheiten wird gerade verhandelt. Außerdem sprechen wir mit anderen potentiellen Partnern.

CW: Mit wem?

Strecker: Die Namen kann ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht nennen. Aber wir sind sicher, daß wir ein breites Partnernetz für Alpha und 64-Bit-Computing weben können, um unser Ziel zu erreichen, Alpha und Digital Unix zum Industriestandard zu machen.

CW: Fürchten Sie nicht Intels Merced-Chip als Konkurrenten für Alpha?

Strecker: Er ist sicher ein potentieller Konkurrent. Es ist interessant, daß die Leute immer etwas, das gar nicht existiert, als Gefahr sehen für etwas, das seit fünf Jahren am Markt ist. Für 64-Bit-Computing gibt es derzeit eine Plattform, und die heißt Alpha. Und wie wir heute von Eckhard Pfeiffer gehört haben, strebt Compaq die Marktführerschaft in diesem Bereich an.

CW: Aber Compaq wird auch Intels 64-Bit-Chip nutzen.

Strecker: Sicher, aber derzeit können Sie nur mit Alpha konkret arbeiten, also Software entwickeln, vermarkten und Marktpräsenz schaffen.

CW: Außer Intel und Alpha hat Compaq über Tandem auch noch Mips als Plattform im Portfolio. Was wird damit?

Strecker: Da muß ich im Moment passen, darüber bin ich noch nicht genau informiert.

CW: Wie ist denn die Situation im Unix-Segment? Sie haben über Compaq SCO-Unix und Digital-Unix zu betreuen, das einen relativ bescheidenen Marktanteil aufweist.

Strecker: Wir haben zwar nur einen Anteil von unter zehn Prozent, unser Produkt gehört aber zu den vier führenden Unix-Systemen. Digitals Ziel war es immer, der Führer beim 64-Bit-Unix zu sein. Es stimmt, daß DEC spät in den Unix-Markt eintrat, wo HP, Sun und IBM die Standards setzten. Es wäre töricht gewesen, noch ein weiteres 32-Bit-Unix zu bringen.

CW: Compaq liefert SCO-Unix aus, wird sich das ändern?

Strecker: Nein. Compaq ist der führende Lieferant von Servern auf x86-Basis und hat dafür eine Vielzahl von Programmen, die darauf laufen, unter anderem SCO-Unix. Da wird sich nichts ändern.

CW: Dann müssen Sie aber in Zukunft eine Reihe von Plattformen unterstützen: Open VMS, Nonstop-Kernel, zweierlei Unix, Windows, NT. Was soll mit Open VMS geschehen?

Strecker: Beide Plattformen, Open VMS und Nonstop-Kernel, erfüllen sehr spezielle Kundenanforderungen, die keine Ausfallzeiten tolerieren. Sie haben gehört, daß Compaq diese Plattformen weiter unterstützen wird.

CW: Aber die beiden Systeme konkurrieren doch.

Strecker: Wir konkurrieren nicht mehr, wir sind Compaq. Die Frage ist also, wie halten wir die installierten Systeme am Laufen. Und die Antwort ist, das machen wir.

CW: Das sind aber keine strategischen Wachstumsmärkte.

Strecker: Im Unternehmen liegt die Zukunft bei NT und Unix und zwar im 64-Bit-Unix. Im Gegensatz zu vielen anderen positionieren wir die beiden nicht konträr, sondern komplementär zueinander: NT macht dies, Unix das, und beide sollen zueinander so interoperabel wie möglich sein.

CW: Zurück zu den fehlertoleranten Himalaya-Systemen. DEC entwickelt doch mit Galaxy ein ähnliches Produkt. Was passiert damit?

Strecker: Die beiden haben einen unterschiedlichen Ansatz, obwohl man sagen kann, daß beide auf einem Cluster-Konzept basieren. Aber nochmal: Es geht darum, Kunden, die sich für eine dieser Lösungen entschieden haben, zu helfen und ihr System weiterzuentwickeln. (Siehe auch Seite 12 und Seite 47.