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22.09.1995

NT wird in einiger Zeit mit Unix gleichziehen

CW: Microsoft ist im Desktop-Bereich die Nummer eins, doch in der Unternehmens-DV sind Sie kaum vertreten. Wie wollen Sie dies aendern?

Koll: So sehe ich das nicht. Die Frage ist, wie man Unternehmens- DV definiert. Wir sind seit Jahren eigentlich in allen Unternehmen mit unseren Desktop-Systemen DOS und Windows sowie unseren Office- Produktivitaetstools vertreten. In verstaerktem Masse bieten wir jetzt auch Client-Server-Loesungen auf PC-Servern. Traditionell engagieren wir uns aber nicht in der mittleren Datentechnik und bei Mainframes - das ist nicht unsere Geschaeftsstrategie.

CW: Sie sprechen den Client-Server-Bereich an. Ihr Marktanteil mit Windows NT ist doch eher unbedeutend.

Koll: Im Gegenteil, wir haben einen wachsenden Marktanteil mit Windows NT auf dem Server. Im Applikation-Server-Markt wachsen wir stark und werden sicherlich in einiger Zeit mit Unix gleichziehen. Im File- und Print-Segment ist Microsoft die Nummer zwei hinter Novell.

CW: Bleibt dies so?

Koll: Ich erwarte, dass sich der Server-Markt wandelt, weil mehr und mehr Applikationen im Rahmen der Client-Server-Architekturen auf die Server wandern. Da haben wir unsere Staerken mit Windows NT als Applikations- sowie File- und Print-Server.

CW: Sie betonen die Rolle von NT als Applikations-Server.

Koll: NT ist ein Standard-Betriebssystem fuer verschiedene Rechnerplattformen. Zudem unterstuetzt es mehrere Prozessoren und bietet C2-konforme Sicherheitsmechanismen.

CW: Aber mit der Integration in heterogene Netze mit Netware NDS hapert es noch?

Koll: NT-Server sind in bestehende Novell-Netze voll integrierbar mit unterschiedlichen Tools. Hier gibt es kein Problem. Im Gegenteil, der NT-Server unterstuetzt Netware-Clients und umgekehrt Windows 95 Novell-Netze.

CW: Das mag fuer die Bindery stimmen, aber nicht fuer die Directory Services.

Koll: Dies ist eine Technologie, die Novell mit Netware 4.x anbietet. Sie ist aber nicht entscheidend, um unternehmensweite Strukturen abzubilden.

CW: Dadurch, dass NT die NDS nicht auslesen kann, wird doch der Verwaltungsaufwand erhoeht.

Koll: Leider bin ich kein Techniker. Sie muessen aber sehen, dass die Installationsvielfalt der neuen Netware-Systeme relativ gering ist. Laut einer weltweiten IDC-Studie nutzen nur rund zehn Prozent der Novell-Kunden das neue Netware-Release. Allerdings sollte sich die SoftwareIndustrie auf einen Standard fuer Verzeichnisdienste einigen.

CW: Wenden wir uns ihrem Front-end Windows 95 zu. Wann koennen wir hier mit einem NDS-faehigen Client rechnen?

Koll: 60 bis 90 Tage nach der Auslieferung ist ein NDS-faehiger Treiber geplant.

CW: Wie erklaeren Sie sich die Zurueckhaltung grosser Unternehmen in Sachen Windows 95?

Koll: Grosse Unternehmen muessen natuerlich sehr konservativ und vorsichtig sein, wenn es darum geht, auf neue Software umzustellen. Auf der anderen Seite gibt es eine ganze Reihe von Anforderungen, die einen Umstieg erforderlich machen.

CW: Wieso?

Koll: Die Unternehmen haben verringerte Supportkosten und koennen den Desktop durch entsprechende Tools einfacher administrieren. Zudem bietet Windows 95 eine Produktivitaetssteigerung am Arbeitsplatz und die Einbindung moderner Kommunikationsmittel. So geht die Gartner Group davon aus, dass sich die Kosten einer Migration innerhalb von sechs bis acht Monaten amortisieren.

CW: Wann sollte ein Unternehmen auf Windows 95, wann auf NT Workstation setzen?

Koll: Hat ein Unternehmen ein hohes Sicherheitsbeduerfnis, dann ist NT mit seiner C2-Sicherheit die erste Wahl. Zudem ist die Company damit nicht auf eine proprietaere Hardwareschiene festgelegt, sondern hat die Freiheit, Plattformen wie Mips, Alpha oder den Power PC einzusetzen.

CW: Sie betonen die Investitionssicherheit hinsichtlich der Hardware. Wie sieht es mit dem Betriebssystem selbst aus?

Koll: Wir haben eine Windows-Familie mit zwei Produkten: Windows 95 und Windows NT. Beide Systeme werden weiterentwickelt.

Mit Thomas Koll, General Manager Grosskunden und Oeffentlicher Dienst bei Microsoft Deutschland, sprach CW-Redakteur Juergen Hill.