Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.01.1983 - 

Elektronikentwicklung begünstigt Trend zur Spezialisierung:

Nur 10 Prozent der Mikromöglichkeiten genutzt

MÜNCHEN (CW) - Ein Siliziumplättchen, das auf 25 Quadratmilimeter etwa 150 000 Einzelkomponenten vereint, repräsentiert den heutigen Stand von Speicherbausteinen. In einem Beitrag zu Trends in der Mikroelektronik stellt die Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, München, fest, daß es durch diese beispiellose Technologieentwicklung in den letzten 30 Jahren gelungen sei, mikroskopisch kleine Ladungspakete innerhalb von millionstel Sekunden in logischer Verknüpfung zu bewegen.

Heute sind, wie die Forscher glauben, erst zehn Prozent der Produkte entwickelt, die einer Hochrechnung auf das Jahr 2000 zufolge bis zur Jahrhundertwende mit Mikroelektronik ausgerüstet sein werden. Kennzeichnend für die bisherige Entwicklung sei, so der Bericht, der Integrationsgrad seit Erscheinen des ersten Mikroprozessors überhaupt: Danach habe die Zahl der Bauelemente je Chip um den Faktor 500 je zehn Jahre zugenommen, während andererseits die Kosten für eine elektronische Funktion um den Faktor 200 gesunken seien. Mit dieser gegenläufigen Bewegung hätten sich die Bauelemente völlig neue Anwendungsbereiche erschließen können.

Nach Schätzung von Fachleuten wird sich der weltweite Elektronikmarkt bis zum Jahr 1990 auf 800 Milliarden Dollar verdoppeln und damit die dreifache Marktgröße der heutigen Automobilindustrie erreichen. Außerdem würden bis zum Ende des Jahrzehnts etwa 50 Prozent der integrierten Schaltungen keine Standardprodukte mehr sein. Daraus sei die hohe Bedeutung kundenspezifischer beziehungsweise halbkundenspezifischer Bauelemente, wie zum Beispiel der Gate-Arrays, abzuleiten.

Der stärkere Einsatz von mikroelektronischen Bauelementen werde auch den Trend zur Dezentralisierung begünstigen. Das heißt, Aufgaben, die bisher an einer zentralen Stelle gelöst wurden, könnten jetzt vor Ort direkt verarbeitet werden, wie zum Beispiel die Steuerung des Geldverkehrs im Bankgewerbe. Es werden nach Auffassung der Forscher aber auch ganz andere Firmenstrukturen entstehen, da es dann möglich sein wird, große Firmenkomplexe dezentral über mehrere Orte und Regionen zu verteilen und dennoch einen höheren Informationsaustausch zu erzielen.

Mit einer höheren Integration sollte es dann auch möglich sein, neue Sprachen für Rechner einzuführen, die eine direkte Übertragbarkeit von Programmen aus einer Rechnersparte in eine andere zulassen, zum Beispiel von einem Minirechner in einen Mikrocomputer.