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13.08.1993

Nur das US-Hauptquartier bleibt bestehen Unix International Inc. verliert die Unterstuetzung der Branche

MUENCHEN (gfh) - Die einst maechtige Standardorganisation Unix International (UIsteht offenbar vor dem Ende. Die Sponsoren haben dem Gremium, das bisher den Unix System Laboratories (USL) die Entwicklungsrichtlinien fuer Unix vorgab, weitgehend die finanzielle Unterstuetzung aufgekuendigt: Bis September werden saemtliche UI-Niederlassungen ausserhalb der USA geschlossen.

"Seit dem Ende der Unix-Kriege und der Uebernahme von USL durch Novell gibt es fuer uns nur noch wenig Aufgaben", erklaert Scott Hansen, derzeit noch Managing Director von UI Europe in Bruessel, den Schrumpfungsprozess. Ab jetzt sei es nicht mehr die Aufgabe von UI, sondern von Novell, fuer einen Erfolg von Unix zu sorgen.

Bei der Konkurrenzorganisation OSF kommt angesichts des sich abzeichnenden UI-Niedergangs keine Freude auf. OSF-Europachef Alain Fastre deutet die Eingliederung der Unix-Lizenzgeber USL in den Novell-Konzern und die Gruendung des COSE-Prozesses als potentielle Gefahr fuer die Offenheit des Standardisierungsprozesses. Wie Hansen sieht er vor allem den Einfluss der Benutzer auf die Standardisierung von Open-Systems- Techniken geschmaelert. Kritisiert Fastre: "Die Uebergabe der COSE- Spezifikationen an X/Open erfolgt so spaet, dass Aenderungswuensche von Anwendern kaum mehr zu beruecksichtigen sind."

Diese Entwicklung und eigene wirtschaftliche Probleme haben die Sponsoren dazu veranlasst, wie Hansen berichtet, ihr finanzielles Engagement fuer Unix International zurueckzuziehen. So wollen die "Principal Members" ICL, Sun, Olivetti, NCR und Unisys, die bisher mit 70 Prozent die Hauptlast der UI-Finanzierung getragen haetten, kuenftig weit weniger zahlen.

Angesichts leerer Kassen bleibt der Organisation, die kuenftig nur noch aus 15 bis 20 Mitarbeitern bestehen wird, nichts anderes uebrig, so Hansen, als sich auf ihre Wurzeln zu besinnen. Das bedeute, dass saemtliche UI-Aktivitaeten, die nicht direkt das Betriebssystem betraefen, eingestellt wuerden.

Gaenzlich von UI zurueckgezogen haben sich die japanischen Sponsoren Matsushita, Toshiba und Oki. Hansen erklaert diesen Schritt damit, dass die japanische DV-Industrie erstmals eine Krise erlebe und nun mit radikalen Einsparungsmassnahmen reagiere. Der Nachrichtendienst

"IDG News Service" bringt den Austritt der Japaner allerdings in direkten Zusammenhang mit der COSE-Initiative, in deren Rahmen sich UI-Sponsor Sun Microsystems auf die Seite der OSF-Mitglieder IBM und Hewlett-Packard geschlagen hat.