Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

13.03.1987 - 

75 Datenbanken decken den Bereich Informationstechnik ab, aber:

Nur drei japanische DBs in Englisch verfügbar

Auch im fernen Nippon dominieren ausländische über heimische Datenbanken. Heinz-Peter Renkel* gibt im folgenden einen Überblick über die englischsprachigen DB-Angebote aus dem Bereich Informations-/Nachrichtentechnik sowie Mikroelektronik und skizziert deren inhaltliche Schwerpunkte.

Derzeit gibt es in Japan etwas mehr als 1000 verschiedene frei verfügbare Datenbanken. Das Verhältnis ausländische zu inländischen Datenbanken ist dabei zwei zu eins. Im Gegensatz zu den USA und Europa konzentriert sich das Angebot in Japan maßgeblich auf Referenz-Datenbanken.

Untersucht man das Datenbankangebot nach Fachgebieten, so ergibt sich folgende Struktur: 40 Prozent der DB entfallen auf den Bereich Naturwissenschaft und Technik, ebenfalls 40 Prozent auf den Bereich Wirtschaft. 10 Prozent auf den Komplex Soziales und Humanes. 10 Prozent decken allgemeine Themen wie Gesetzesvorlagen oder etwa Informationen zu einzelnen Persönlichkeiten ab.

Greift man nun den Bereich Naturwissenschaft und Technik heraus und reduziert sein Interesse auf die Bereiche Informations-Nachrichtentechnik und Mikroelektronik, so muß man feststellen, daß sich lediglich 75 oder 0,5 Prozent aller in Japan angebotenen Datenbanken auf diesen Bereich konzentrieren. Das entspricht 15 Prozent aller Datenbanken im Bereich Naturwissenschaft und Technik. Darunter sind drei Prozent englischsprachige Datenbankdienste, die im folgenden vorgestellt werden sollen.

Tageszeitung betreibt Wirtschaftsdatenbank

Nihon Keizai Shimbun ist die größte wirtschaftsorientierte Tageszeitung Japans mit einer Auflagenhöhe von zwei Millionen. Der von "Nikkei" seit Oktober 1986 aufgelegte Datenbankservice firmiert unter dem Namen "Nikkei Telecom Japan News/ Retrieval". Angeboten wird eine Reihe von Datenbanken. Der Schwerpunkt liegt jedoch im Bereich der Börsen- und Wirtschaftsinformation sowie makro-ökonomischer Daten, die vom Wirtschafts- und Finanzministerium öffentlich verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus werden drei Datenbanken offeriert, die neben anderen Informationen auch solche aus dem IT-Bereich anbieten. Insgesamt hat Nikkei 18 Datenbanken aufliegen, die als Gesamtpaket subskribiert werden müssen. Eine Auswahl nach Interessenschwerpunkten ist also nicht möglich. Interessantes für unsere Fragestellung enthalten die folgenden drei Datenbanken:

"News":

Hierbei handelt es sich um brandaktuelle Informationen aus den Zeitschriften und Zeitungen Nihon Keizai Shimbun, Japan Times, Japan Economic Journal und Nikkei High Tech Report. Jeweils einen Tag vor Veröffentlichung in der jeweiligen Paperausgabe sind vorselektierte Abstracts der erscheinenden Artikel online abrufbar. "News" ermöglicht lediglich das sequentielle Lesen der abgespeicherten Abstracts, eine Suchfunktion existiert nicht. Auch wird die Information jeweils nur eintägig angeboten und am nachfolgenden Tag durch neue Informationen ersetzt. Die Möglichkeit eines nachträglichen Zugriffs auf die Abstracts wird von Nikkei nicht eingeräumt und ist damit nur dann machbar, wenn man selbst jeden Tag ein Downloading und die Abspeicherung auf einer eigenen Anlage vornimmt.

"Semiconductor lnformation":

Im Gegensatz zu "News" handelt es sich bei diesem Dienst ausschließlich um Statistiken. Allerdings wird Zahlenmaterial in sehr disaggregierter Form angeboten. Abrufen lassen sich Export-, Import-, Produktions- und die jeweiligen Trendwerte aufgeschlüsselt nach Firmen. Das Datenmaterial wird von Nikkei selbst zusammengestellt. Zu den zugrundeliegenden Informationsquellen wollte man sich nicht weiter äußern. Für Unternehmen, die an Halbleiterinformationen interessiert sind, bietet dieser Dienst ein sehr detailliertes, umfassendes und aktuelles Angebot.

"Text Search":

Dieser Dienst ermöglicht das Retrieval von Artikeln aus den Zeitungen/Zeitschriften Nikkei High Tech Journal, Japan Times und Japan Economic Journal. Das eingespeicherte Textmaterial geht bis August 1983 zurück. Artikel werden zwar erfreulicherweise in voller Länge angeboten, und die Benutzung von Suchfunktionen ist möglich, jedoch handelt es sich lediglich um originär englische Texte und nicht um Übersetzungen aus dem Japanischen.

Für die Subskription von "Nikkei Telecom Japan News/Retrieval" stehen zwei Tarife zur Verfügung. Entweder es wird eine Grundgebühr von 40 000 Yen pro Monat und eine Benutzungsgebühr von 30 Yen pro Minute entrichtet, oder man erklärt sich mit einer festgelegten monatlichen Gebühr von 98 000 Yen bei Wegfall der zeitbedingten Benutzungsgebühren einverstanden.

Das JICST ist eine öffentliche Nonprofit-Organisation, die zur Science and Technology Agency des Prime Ministers Office gehört.

Seit Oktober 1986 bietet das JICST drei neue Dienste in englischer Sprache an, wobei jedoch nur einer online verfügbar ist. Hierbei handelt es sich um die englische Version des bereits seit langem auf Japanisch verfügbaren Datenbankdienstes "Japan On-line Information Service (JOIS)". Die Datenbank deckt das Gesamtgebiet von Wissenschaft und Technik ab, einschließlich Medizin, Pharmazie, Landwirtschaft und Biotechnologie. Die Information reicht bis Januar 1985 zurück. 216 000 Items sind derzeit abrufbar, der monatliche Zuwachs liegt bei 14 000 Items. Ziel der englischen wie der japanischen Version von JOIS ist es, Literaturangaben und Abstracts von Originalartikeln anzubieten, die in wissenschaftlichen und technischen Zeitschriften erschienen sind.

Bei der englischsprachigen JOIS-Version sind jedoch zur Zeit nur 15 Prozent der verfügbaren Literaturangaben mit Abstracts versehen. Man versucht den Anteil bis 1987 auf 30 Prozent, bis 1991 auf 80 Prozent zu erhöhen. Bis dahin verfügt der Dienst über eine geringe Attraktivität für kommerzielle Anwendungen. Für Wissenschaftler, die in öffentlichen oder privaten Einrichtungen tätig sind, könnte das Informationsangebot aber auch jetzt schon von Nutzen sein, da sehr spezielle wissenschaftliche Fachinformationen offeriert werden.

Die Nutzung von JOIS ist nicht an eine Grundgebühr gebunden. Es entstehen lediglich variable Kosten in Abhängigkeit der Nutzungshäufigkeit von 200 Yen pro Minute. {Anfragen zu der englischen wie der japanischen Version von JOIS können in Deutschland an die Gesellschaft für Information und Dokumentation (GID), International Affairs Office, Ahrstraße 45, Bonn 2, Tel.: 02 28/3733 26 gerichtet werden.)

Kokusai Information Service ist ein privates Unternehmen, das sich hauptsächlich auf das Angebot ausländischer Datenbanken in Japan spezialisiert hat. Angeboten werden die sechs folgenden Datenbankdienste: "Dow Jones News/Retrieval", "Newsnet", "Data-Star", "Datasolve ", "Nikkei Telecom" und "Manifest". Japanbezogene Informationen im Bereich Computer, Telekommunikation und Integrierte Schaltungen sind lediglich im Dienst "Newsnet" enthalten.

Dieser Dienst ist ein amerikanischer Datenbankservice. Er umfaßt Einzeldatenbanken zu wirtschaftlichen und technologischen Fragestellungen Europas, der USA und Japan. Auf Japan konzentrieren sich die drei Sub-Datenbanken:

- Japan High Tech Review,

- Japan Computer Industry Scan

- Japan Semiconductor Quarterly.

Als Input für alle vier dienen japanische und amerikanische Newsletters, Fachzeitschriften, Proceedings und Zeitungen. Die abgespeicherten Informationen gehen bis Januar 1984 zurück.

High Tech Review mit monatlichen Updates

Die Sub-Datenbank "Japan High Tech Review" deckt zahlreiche Technikbereiche wie Computertechnologie, Nachrichtentechnik, Biotechnologie und ähnliches ab und erlaubt das Retrieval von Abstracts im Search-Mode. Ein Updating erfolgt auf monatlicher Basis.

Die Sub-Datenbank "Japan Computer Industry Scan" bietet Informationen zum japanischen Halbleiterbereich an. Angeboten werden Abstracts, die in Drei-Monats-Intervallen aktualisiert werden.

Das Informationsangebot macht nach Inaugenscheinnahme einen sehr guten und verläßlichen Eindruck und ist das Umfassendste, das derzeitig in englischer Sprache online offeriert wird.

Für die Benutzung der Datenbank ist der Aufbau einer Online-Verbindung in die USA notwendig. Als Datencarrier dient das "Venus-P"-Netz von KDD. Die monatliche Grundgebühr für den Dienst beträgt 4500 Yen, die benutzungsbedingte variable Gebühr ist je nach Modemart gestaffelt: Bei Benutzung eines 300-Baud-Modems entstehen Kosten von 18 000 Yen pro Stunde, bei einem 1200-Baud-Modem von 36 000 Yen pro Stunde. Hinzu kommen die Venus-P-Gebühren für die Online-Verbindung in die USA.

Allerdings ergeben sich bei einem unmittelbaren Vertragsabschluß mit "Newsnet" USA, wie es von Deutschland, aber auch von Japan aus möglich ist, günstigere Nutzungsbedingungen. Dort verlangt man eine monatliche Grundgebühr von 15 Dollar und Verbindungsgebühren von 24 Dollar (300 Baud), 48 Dollar (1200 Baud) oder 72 Dollar (2400 Baud). Das sind etwa ein Drittel der Kosten, die bei Kokusai Information Service zu entrichten wären. Darüber hinaus ist außerhalb Japans (zum Beispiel in der Bundesrepublik Deutschland über Datex-P) auch die Verwendung eines 2400-Baud-Modems möglich, wodurch Anschlußzeit und -kosten verringert werden können.

*Dr. Heinz-Peter Renkel ist stellvertretender Leiter der gemeinsamen Außenstelle der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) und der Gesellschaft für Information und Dokumentation (GID) in Tokio.