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01.10.1999 - 

Kolumne

"Nur ein Tropfen auf den heißen Stein"

Rosige Zeiten für die deutsche IuK-Branche! Die rot-grüne Bundesregierung in Berlin kündigt das an, was frühere Kabinette in Bonn schon längst hätten auf den Weg bringen können: Sie koordiniert ihre Aktivitäten im IT-Sektor, macht die "Zukunftsindustrien" Internet, Telekommunikation und Multimedia zur "Chefsache", lädt alle gesellschaftlich relevanten Gruppen und natürlich die Computer- und TK-Industrie zur Mitarbeit ein. Doch so ehrenwert der Ansatz auch ist: Ein paar Fragen müssen schon noch gestellt werden. Welchen Reiz soll es für die hiesigen IuK-Firmen haben, 40000 Ausbildungsplätze zu schaffen? Der bekannte Mangel an Fachkräften sicherlich, doch mußten die einschlägigen Hersteller und Dienstleister deshalb in der Vergangenheit nachweislich Umsatzverluste hinnehmen? Sind, wenn man diesen Aspekt beiseite läßt, 40000 Ausbildungsplätze für den boomenden Sektor der deutschen Volkswirtschaft nicht doch ein eher bescheidenes Ziel?

Hinzu kommt: Die Bundesregierung redet dem "Internet für alle" das Wort, will Glasfaser bis zu jedem privaten Haushalt verlegen, kündigt die "digitale Revolution" des Bildungssystems an. Doch wie läßt sich das in der Praxis umsetzen, vor allem bezahlen? Drei Milliarden Mark dürften hier nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sein - erst recht, wenn man sie nach dem Gießkannenprinzip verteilt. Man wird das Gefühl nicht los, daß man (endlich) die berühmte Gore-Initiative, den Wandel der Vereinigten Staaten zur Informationsgesellschaft, kopieren wollte. Während aber der US-Vizepräsident mit den Anstoß zu einer tatsächlichen industriellen Revolution gab, bleibt hierzulande auch jetzt vieles Flickwerk. "Too little, to late" muß man deshalb leider zum Aktionsprogramm sagen.

Doch Vorsicht mit Schuldzuweisungen! Schließlich drängt sich mindestens noch eine Frage auf. Die nämlich, was von einer Industrie zu halten ist, die tagtäglich mit unterschiedlichen Zahlen zum eigenen Arbeitsmarkt hausieren geht. Zahlen, die teilweise realitätsfern sind, um so begieriger aber von Politikern und Beratern aufgenommen und weiter "geschönt" werden. 350000 neue Jobs - Bundeskanzler Gerhard Schröder könnte sie wahrlich gut für sein "Bündnis für Arbeit" gebrauchen. Bleibt zu hoffen, daß es im jetzt geschlossenen Bündnis zwischen Bundesregierung und IuK-Branche am Ende nicht lauter Enttäuschte gibt.