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Wallstreet spekuliert mit Computer-Zukunft


05.09.1975 - 

Nur noch IBM und Burroughs?

NEW YORK - Mit einer Schock-Prophezeiung machte Analytiker Robert K. Golden von der Maklerfirma Shearson Hayden Stone, Inc., Mitglied der New Yorker Börse, von sich reden: "Außer IBM und Burroughs müssen sich alle Wettbewerber vom CPU-Markt zurückziehen" orakelte er.

Gewinnspanne 27,1 Prozent

In die gleiche Kerbe schlug, Jay P. Stevens von Bear Stearns & Co: er setzt für 1980 ebenfalls auf IBM und Burroughs, gibt aber Digital Equipment noch größere Wachstumschancen und glaubt, daß Sperry Rand (Univac) von "spekalutivem Interesse" sei.

Die krasse Beurteilung von Golden geht davon aus, daß 1974 IBM eine Verdienst, spanne von 27,1 Prozent und Burroughs eine Profitrate von 16,7 Prozent gehäbt hätten, während NCR nur auf 7,7 Prozent gekommen seien und Sperry Univac (4,2 Prozent), Honeywell (1973: 4 Prozent) sowie CDC (1973: 3,2 Prozent) noch weiter zurückgelegen hätten. Ein ganz ähnliches Verhältnis habe auch bei den Investitionen vorgelegen - bei den Letztgenannten zuwenig, um die Zukunft zu sichern.

Fortschritt zu schnell zum Schritt halten

Die Computer-Industrie - hier sind sich beide Wallstreet-Auguren einig - wird in den nächsten fünf Jahren zu den am stärksten wachsenden Branchen gehören. Golden glaubt allerdings, daß der technische Fortschritt so schnell kommt, daß die meisten Gesellschaften nicht mithalten können. Durch Neuentwicklungen auf dem Halbleitergebiet und zur Sicherung der Erträge ist IBM nach Goldens Ansicht genötigt, bereits 1976/77 neue Hardware anzukündigen - obschon IBM erst vor einem halben Jahr erklärt hatte, es werde sobald kein Future System geben und Marktbeobachter der 370er Serie Chancen bis zum Ende des Jahrzehnts geben.

Drei Kardinalfehler

Alle Computer-Hersteller, ausgenommen seine beiden Vorzugsfirmen, haben nach Goldens Ansicht mindestens einen von drei Fehlern gemacht: Konzentration auf zu schmale Produkt-Linie, Beibehalten veralteter Technik, Beharren auf inkompatiblen Produktlinien. "Wenn die kunden das merken" - so Golden - "versuchen diese Unternehmen ihren Marktanteil durch

Preisnachlässe zu halten und vermeiden aggressives, riskantes Marketing mit Einführung neuer Produkte oder Ansprechen neuer Kundenkreise." Dadurch sinkt die Rendite und es fehlt das Kapital, um Produkt-Schwächen zu beheben."