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16.01.1981 - 

DV-Beratungsunternehmen beurteilen die Branchen-Situation positiv:

Nur Personalproblem drückt Softwarehäuser

1 Wie beurteilen Sie das zurückliegende Jahr aus der Sicht Ihres Hauses?

Um wieviel Prozent ist ihr Umsatz gestiegen, und welche absolute Höhe hat er erreicht?

Informatics GmbH

Monschauer Straße 1, 4000 Düsseldorf

Für Informatics Inc.:

Gesamturteil: gut. Der Umsatz stieg um rund 19 Prozent auf etwa 300 Millionen Mark.

Für Informatics GmbH:

Gesamturteil: sehr mittelmäßig. Der Umsatz ging um rund 20 Prozent zurück und liegt jetzt bei etwas über 1 Million Mark.

Systor AG

Jungholzstraße 43, CH-8050 Zürich

Das zurückliegende Jahr brachte uns eine außerordentlich erfreuliche Entwicklung. So konnte die Systor allein im Bereich Software-Entwicklung den Umsatz um über 50 Prozent auf insgesamt zirka sechs Millionen Schweizer Franken steigern.

ADV/Orga F. A. Meyer GmbH

Kurt-Schumacher-Straße 241

2940 Wilhelmshaven

Das neue Jahrzehnt hat für ADV/Orga ausgesprochen positiv begonnen. Unser Leistungsprofil, bestehend aus DV-gestützten Beratungsleistungen, zukunftsorientierten Softwareprodukten und Orgware-Methoden und -Techniken hat sich nicht nur im inländischen, sondern auch im ausländischen Markt weiter durchgesetzt und vielfach Maßstäbe in der DV-Branche gesetzt. Unter Berücksichtigung dieser guten Marktbedingungen haben wir aber auch die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten unserer Mitarbeiter beachtet und im Rahmen eines neuen Mitarbeiter- und Führungskonzeptes ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell eingeführt, das sich bereits im ersten Jahr voll bewährt hat. Mit 35 Millionen Mark konnte die ADV/Orga ihren Jahresumsatz um 10 Prozent steigern und sich damit in der Spitzengruppe der Deutschen Unternehmensberatungen behaupten.

MSP Management Software Products GmbH

Ellerbeker Weg 61 f, 2084 Rellingen 1

Das Jahr 1980 war aus Sicht der MSP sehr erfolgreich, wir konnten die Installationsanzahl unseres Softwareproduktes Datamanager fast verdreifachen. Damit dürfte Datamanager mit über 500 Installationen weltweit und über 60 im deutschsprachigen Raum das zur Zeit am häufigsten eingesetzte Data Dictionary und Dokumentationssystem auf IBM-Anlagen sein. Die Verkäufe im Jahr 1980 geben uns die soliede Basis, um durch kontinuierliche Weiterentwicklung auch in Zukunft die führende Stellung nicht zu verlieren.

SCS Scientific Control Systems GmbH

Oehleckerring 40, 2000 Hamburg 62

Im Jahr 1980 hat die SCS ihr Wachstum fortgesetzt und ihre Spitzenposition am deutschen Markt ausgebaut. Zusätzlich war 1980 - wie geplant - für SCS ein Jahr der Investitionen. Diese beziehen sich zum einen auf den zügigen Aus- und Aufbau der neuen Unternehmensbereiche Personalberatung und Systemhaus und die Gründung der Tochtergesellschaft "SCS-Management Consultants GmbH", zum anderen auf die Weiterentwicklung der Verfahren und Instrumente zur wirtschaftlichen Projektabwicklung und schließlich auf den Erweiterungsbau des Hamburger SCS-Hauses sowie die Ausdehnung der Bürofläche in einigen regionalen Standorten.

Renker Daten KG

Postfach 445, 5160 Düren

Unsere Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr betrug 38 Prozent. Die absolute Höhe ist 1,3 Millionen Mark.

EDV Studio Ploenzke KG

Wilhelmstraße 48, 6200 Wiesbaden

Grundsätzlich ist festzustellen, daß die EDV Studio Ploenzke KG mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 1980 mehr als zufrieden ist. Wir haben eine große Anzahl neuer Kunden hinzugewinnen können, die uns eine Reihe großer und interessanter Projekte übertragen haben.

Besonders erwähnt werden sollte in diesem Zusammenhang die Erarbeitung eines DB-/DC-Systemvergleichs im Auftrag der Deutschen Bundespost. Diese Studie ist unserer Ansicht nach für jeden DV-Anwender, der sich mit der DB-/DC-System-Auswahl beschäftigt beziehungsweise solche Systeme einsetzt, von großem Nutzen verschafft sie ihm doch eine umfassende Markttransparenz hinsichtlich der am häufigsten in der Bundesrepublik Deutschland eingesetzten DB-/DC-Systeme. Die Studie wird Anfang 1981 allen DV-Anwendern zugänglich sein.

Weiterhin ist es uns gelungen, die Zusammenarbeit mit unseren bisherigen Runden beträchtlich auszuweiten. Die Umsatz-Planzahlen wurden - wie schon in den letzten Jahren - wiederum beträchtlich übertroffen.

In absoluten Zahlen ausgedrückt haben wir gegenüber dem Jahr 1979 eine Umsatzsteigerung von 7,5 Millionen Mark auf nunmehr 28,0 Millionen Mark (einschließlich der EDV Studio Ploenzke AG) erreicht. Das entspricht einer prozentualen Steigerung von zirka 35 Prozent.

2 Wie dick Ist Ihr Auftragsbuch schon jetzt, und welches Umsatzwachstum erwarten Sie für das kommende Jahr? Wird der für 1981 vorausgesagte schleppende gesamtwirtschaftliche Konjunkturverlauf sich im Geschäftsergebnis ihres Hauses niederschlagen?

Informatics:

Im Auftragsbuch findet sich derzeit etwa die Hälfte vom Jahresumsatz 1980, und wir erwarten einen Umsatzzuwachs von 700 Prozent. Ein eventuell ungünstiger gesamtwirtschaftlicher Konjunkturverlauf wird uns nicht berühren. Im Gegenteil: Unsere Produkte tragen ja zur Entlastung von EDV-Budgets bei.

Systor:

Der positive Auftragsbestand erlaubt es uns, für das nächste Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 20 bis 40 Prozent zu rechnen. Ihre Befürchtungen bezüglich schleppendem gesamtwirtschaftlichen Konjunkturverlauf treffen für uns nicht zu.

ADV/Orga:

Die Entwicklung unserer Auftragseingänge läßt bereits heute die Prognose zu, daß wir im neuen Geschäftsjahr unser geplantes Umsatzwachstum von 12 Prozent erreichen dürften. Trotz des vorhergesagten gesamtwirtschaftlichen Null-Wachstums werden sich bei differenzierten Betrachtungen auch zukünftig bestimmte Wirtschaftszweige positiv entwickeln. Dies und der Zwang zur Rationalisierung sind gute Voraussetzungen für ein Software- und Beratungsunternehmen, das durch ein klar definiertes Leistungsprofil den zweifellos vorhandenen Markt gezielt und nachhaltig bedient .

MSP:

Sehr viel stärker als in den vergangenen Jahren zeichnen sich auch für 1981 weitere Verkäufe schon am Jahresende ab. Wir planen, bis Ende 1981 über 100 Datamanager-Installationen in Deutschland zu haben. Da die Einführung eines Data Dictionaries heute von den meisten Firmen als notwendig erkannt ist, um in Zukunft überhaupt noch Wartungsaufgaben erfüllen zu können, glauben wir nicht, daß der allgemeine Konjunkturverlauf sich wesentlich auf unser Geschäftsergebnis niederschlägt.

SCS:

Bis jetzt ist bei der Auftragslage noch nichts von einem konjunkturellen Rückgang im kommenden Jahr zu spüren. Es hat sogar den Anschein, daß Beratungs- und Realisierungsprojekte, die Rationalisierungszielen dienen eher noch zunehmen. Im übrigen verfügt SCS über ein so breit gefächertes Branchenspektrum und einen großen Anteil von länger laufenden Projekten, daß konjunkturell bedingte Einbrüche kaum zu befürchten sind. Das für 1981 geplante Umsatzwachstum bewegt sich deshalb im Rahmen unserer längerfristigen Planansätze.

Renker:

Der gesamtwirtschaftliche Konjunkturverlauf wird sich unseres Erachtens in unserem Ergebnis nicht niederschlagen, da eventuelle Rückschläge durch verstärkte Rationalisierungsmaßnahmen kompensiert werden. Ein Umsatzwachstum von 20 Prozent halten wir für realisierbar.

Ploenzke:

Die heute bereits vorliegenden langfristigen Aufträge lassen schon am Anfang des Jahres 1981 den Schluß zu, daß wir das gesamte Jahr hindurch mit einer guten Auslastung unserer Mitarbeiter rechnen können. Gleichwohl sehen wir die Probleme die durch den sich abzeichnenden Konjunkturrückgang bei unseren Auftraggebern eintreten können. Inwieweit die daraus resultierenden Auswirkungen auf unser Geschäftsergebnis durchschlagen werden, läßt sich derzeit nicht mit Bestimmtheit sagen.

Alles in allem gehen wir davon aus, daß unsere Umsatzkurve etwas abflacht, wir planen einen Umsatzzuwachs von zirka 20 Prozent.

3 Wie viele Mitarbeiter beschäftigten Sie a) am 1. 1. 1980, b) am 1. 1. 1981? Wie sieht Ihre Personalplanung für das kommende Jahr aus (bereichsweise: Vertrieb, Entwicklung, Verwaltung, freie Mitarbeiter)?

Informatics:

a) Drei Mitarbeiter am 1. 1. 1980

b) 21 Mitarbeiter am 1. 1. 1981

Am 31. 12. 1981 sollen es 38 Mitarbeiter sein, davon neun im Vertrieb, 22 im System Engineering und sieben in der Verwaltung.

Systor:

Unsere Personalplanung lehnt sich an die Umsatzentwicklung an, wobei wir ausschließlich festangestellte Mitarbeiter beschäftigen.

Der schwierigen Situation im Personalmarkt begegnet Systor mit großen Anstrengungen im Bereich der eigenen Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter.

ADV/Orga:

Auch die Personalentwicklung der ADV/ Orga zeigt konstante Zuwachsraten: Am 1. 1. 1980 waren es 282, am 1.1. 81 wird ADV/Orga 339 Mitarbeiter beschäftigen also 57 Mitarbeiter mehr. Die weitere personelle Entwicklung richtet sich weitgehend an unserer Umsatzplanung aus, so daß wir für unsere drei Leistungsbereiche Beratung, Software und Orgware der Umsatzentwicklung adäquate personelle Zuwachsraten geplant haben.

MSP:

Um unsere Kunden 1981 insbesondere bei einem Anwachsen auf über 100 Kunden ausreichend bedienen zu können, werden wir mit Beginn des Jahres 1981 dezentralisieren. Es ist geplant, im Raum München im 1. Halbjahr 1981 eine weitere Geschäftsstelle zu eröffnen, und im 2. Halbjahr 1981 wollen wir auch eine Niederlassung in Nordrhein-Westfalen gründen. Wir hoffen, daß wir unseren Personalstand von bisher 7 Mitarbeite bis Ende 1981 auf 14 Mitarbeiter erhöhen können. Diese Mitarbeiter werden über die Vertriebs- und Beratungsaufgaben hinaus in Zukunft auch Entwicklungen betreiben, wie zum Beispiel die Umstellung des Datamanager von IBM auf Siemens BS2000.

SCS:

Die SCS-Mitarbeiteranzahl wird von 444 am 1. 1. 1980 auf 530 am 1. 1. steigen. Im Laufe dieses Jahres 1981 wird die Zahl der SCS-Mitarbeiter über alle Unternehmensbereiche um zirka 15 Prozent zunehmen.

Renker:

Wir beschäftigten am 1. 1. 1980 für den Bereich Software-Entwicklung, auf den sich der obengenannte Umsatz bezieht, 8 Mitarbeiter. Am 1.1. 1981 werden es 9 sein, und für das Jahr 1981 sind weitere 3 Planstellen offen.

Ploenzke:

Anfang des Jahres 1980 beschäftigten die EDV Studio Ploenzke KG und die EDV Studio Ploenzke AG zusammen 211 Mitarbeiter, wovon 193 in Projekten eingesetzt waren.

Anfang 1981 liegt diese Zahl bei 244 Mitarbeitern, wovon 225 in Projekten eingesetzt sind.

Unsere Personalplanung ist seit Jahren darauf ausgerichtet, daß wir die Anzahl unserer Mitarbeiter kontinuierlich ausbauen. Für des Jahr 1981 rechnen wir - je nach Geschäftsverlauf - mit einer Aufstockung von zirka 30 Mitarbeitern, davon wird eine erhebliche Anzahl aus unserem hausinternen Ausbildungsprogramm hervorgehen. Dieses von uns bereits vor zirka vier Jahren gestartete Programm, in dem junge Hochschulabsolventen in mehrmonatigen Lehrgängen auf einen Einsatz in unserem Unternehmen vorbereitet werden, wurde 1980 noch dadurch intensiviert, daß wir eine Groß-DV-Anlage angeschafft haben, die ausschließlich zur Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter genutzt wird.

4 Drückt sich in den unter 2. und 3. genannten Zahlen aus, daß Sie die Umsatzentwicklung mit einer entsprechenden Personalentwicklung glauben "begleiten" zu können? Oder werden Sie den Hauptanteil des Umsatzzuwachses über Preissteigerungen hereinholen?

Informatics:

Erstens ja und zweitens nein.

Systor

Ergänzung zu den vorstehenden Punkten können wir festhalten, daß unsere Preissteigerungen sich im Rahmen der Erhöhung der Lebenshaltungskosten bewegen.

ADV/Orga:

Wie bereits oben gesagt, ist die positive Umsatzentwicklung der ADV/Orga von einer wachstumsorientierten Personalplanung begleitet - eine für ein Beratungsunternehmen nicht ungewöhnliche Erscheinung.

Unsere Preissteigerungen, die sich an den unteren Grenzen der allgemein üblichen Steigerungsraten bewegen, decken lediglich die Erhöhung unserer Kosten ab.

MSP:

Die Umsatzentwicklung des Jahres 1981 wird nicht nur allein von der Erhöhung der Verkäufe unseres Data Dictionary Systems abhängen, sondern auch von einer breiteren Produktpalette. Rund um Datamanager herum werden Produkte wie Textmanager, Sourcemanager und Designmanager im Jahre 1981 hinzukommen. Diese Produkte werden helfen, bei unseren Kunfen weitere Anwendungen über das Data Dictionary ablaufen zu lassen.

SCS:

In nahezu allen Bereichen des Tätigkeitsspektrums der SCS besteht eine direkte Abhängigkeit zwischen dem Umsatz und der Mitarbeiterzahl. Steigende Gehälter und Sozialkosten sowie steigende Tendenz der übrigen Kosten werden sich zwangsläufig in den Honorarsätzen niederschlagen. Entscheidender Träger des Umsatzwachstums wird jedoch auch 1981 wie in vergangenen Jahren die Steigerung der Personalkapazität sein.

Renker:

Geplante Umsatzentwicklungen werden wir durch Erweiterung unserer Produktpalette realisieren. Dazu ist zusätzliches Personal erforderlich. Die geplante Personalaufstockung betragt 25 Prozent.

Ploenzke:

Bisher sind unsere Umsatzsteigerungen zum überwiegenden Teil durch den zusätzlichen Einsatz von Mitarbeitern realisiert worden. Wir sind sicher, daß dies auch 1981 so sein wird.

5 Fürchten Sie mehr die Konkurrenz der großen Hersteller oder die der "Software-Waschküchenbetriebe"?

Informatics:

Weder noch.

Systor:

Weder noch. Unsere Stärke liegt in der Erbringung von qualitativ hochstehenden Dienstleistungen zur Realisierung von komplexen EDV-Projekten.

ADV/Orga:

ADV/Orga fürchtet weder die Konkurrenz der Hardware-Hersteller noch die der kleineren Softwarehäuser. Dennoch beobachten wir den Wettbewerb sehr sorgfältig und ziehen daraus die entsprechenden Konsequenzen.

So können wir beispielsweise im Softwarebereich, losgelöst von den Angeboten der Hardware-Hersteller, moderne Software-Entwicklungen als Serienprodukte anbieten, die kompatibel und herstellerunabhängig sind und somit dem Anwender einem breiten Spielraum für seine Investitionsentscheidungen einräumen.

MSP:

"Konkurrenz belebt das Geschäft" in unserem speziellen Bereich des Vertriebs von Data Dictionary Systemen treten "Software-Waschküchenbetriebe" nicht auf.

SCS:

Wir fürchten grundsätzlich keine Konkurrenz. Dem Anspruch und der Struktur unseres Leistungsspektrums entsprechend, stehen wir jedoch seit Jahren eher im Wettbewerb mit großen Herstellern als mit kleinen Dienstleistungsunternehmen, die Markt- und Anbieterstruktur ist überdies für die einzelnen SCS-Geschäftsbereiche sehr unterschiedlich, je nachdem ob es sich um Management-Beratung, Org-DV-Beratung, Software-Systeme, Automationsthemen, schlüsselfertige Systeme, Personalberatung oder Training handelt. In zunehmendem Maße gehen die Auftraggeber übrigens dazu über, sich für komplexe Konzeptions- und Realisierungsaufträge potente Anbieter zu suchen, die selbst keine Anlagenhersteller sind und deshalb als neutraler Lieferant von schlüsselfertigen Systemen oder als Generalunternehmer problemorientierte Gesamtlosungen gewährleisten können.

Renker:

Wir fürchten keine Konkurrenz. Wir sehen vielmehr in der derzeitigen Software-Politik der großen Hersteller eine außergewöhnliche Hilfe für den Absatz unserer Produkte.

Ploenzke:

Wir fürchten weder die Konkurrenz der Hersteller noch die der "Software-Waschküchenbetriebe". Die Mitarbeiter der großen Hersteller verfügen im allgemeinen über das gleiche Know-how wie unsere Mitarbeiter. Das wissen unsere Kunden sehr genau, so daß für sie in der Regel das Preis-/Leistungs-Verhältnis entscheidend ist für die Auftragsvergabe. Bei diesem sachlichen Vergleich sind wir den Herstellern immer überlegen. "Software-Waschküchenbetriebe" kommen bei unserem Kundenkreis deshalb nur sehr selten zum Einsatz, da ihre Mitarbeiter häufig nicht über die geforderte Qualifikation verfugen, darüber hinaus sind diese Unternehmen nicht in der Lage, die von den Auftraggebern angestrebte langfristige Zusammenarbeit zu gewährleisten.

6 Ist Ihnen Betriebssoftware (Betriebssysteme und andere Systemsoftware) bekannt, der Sie das Prädikat

a) besonders fortschrittlich

b) besonders rückständig geben würden

Informatics:

a) Scherzfrage? Natürlich die Informatics-Produkte.

b) zum Beispiel Cobol.

Systor:

-

ADV/Orga:

Selbstverständlich gibt es leistungsfähige und weniger leistungsfähige Betriebssysteme. Um eine entsprechende Klassifikation und Beurteilung vornehmen zu können, müssen aber zunächst die jeweiligen Bewertungsmaßstäbe vorliegen beziehungsweise definiert sein.

MSP:

Kein Kommentar.

SCS:

Die Antwort auf beide Fragen ist "ja", jedoch hängen die Antworten sehr stark vom jeweiligen Einsatzgebiet und vom Umfeld ab; sie sind also nicht pauschal zu geben. Im übrigen fühlt sich SCS zwar in der Lage und berufen, den jeweiligen Herstellern und SCS-Kunden klare Beurteilungen der relevanten Betriebssoftware zu geben, nicht jedoch öffentlich und pauschal Lob oder Tadel zu verteilen.

Renker:

Eine objektive Klassifikation von Betriebssoftware in besonders fortschrittlich oder besonders rückständig ist unseres Erachtens nicht möglich, da hier der Standpunkt des Betrachters eine wesentliche Rolle spielt. Ein Software-Produkt das aus der Sicht eines Hardware-Herstellers als besonders fortschrittlich gilt und auch ist, kann aus der Sicht des Anwenders die Grenzen der Akzeptabilität überschreiten, wenn zu seiner Wartung doppelte Hardware- und Personalkapazität erforderlich wird.

Ploenzke:

Die Frage nach der Beurteilung von Betriebssystemen und systemnaher Software läßt sich allgemein sicherlich nicht beantworten.

Es würde wohl zu weit führen, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Betriebssysteme und der systemnahen Software hier aufzuzeigen und gegenüberzustellen. Sicherlich gibt es gravierende Unterschiede hinsichtlich Datendurchsatz, Bedienerkomfort, Speicherbelegung etc. Eine Bewertung sollte jedoch immer unter dem Gesichtspunkt der tatsächlichen Anforderungen des Anwenders vorgenommen werden.

7 Gibt es nach Ihren Beobachtungen Software (System-, Anwendungssoftware, Tools etc.), die preislich eine Grenze erreicht hat, deren Überschreiten der Markt nicht mehr akzeptieren würde?

Informatics:

Den "Markt" gibt es in diesem Sinne nicht. Jeder DP-Manager kann selbst ausrechnen, was ihm ein Produkt in D-Mark bringt. Beispiel: Unser "Shrink" hat einen festen Preis, unabhängig davon, ob damit zwei Plattenlaufwerke oder fünf Stränge eingespart werden können.

Systor:

Wir möchten die Akzente nicht nur auf Werkzeuge für die Systementwicklung legen, sondern auch der Förderung der Anwenderausbildung größere Beachtung schenken.

Was nützen uns effiziente Werkzeuge, wenn diese mangels Ausbildung nicht eingesetzt werden können?

ADV/Orga:

Insbesondere qualitativ hochwertige Anwendungssoftware und leistungsstarke Datenbank- und Datenkommunikationssysteme bewegen sich in einem preislichen Rahmen, der für den Anwender eine echte Investition bedeutet. Dennoch liegt in der Nutzung von Standardsoftware die einzige ernsthafte Alternative zum eigenen Entwicklungs- und Wartungsaufwand.

ADV/Orga hat sich eingehend mit dem wirtschaftlichen Einsatz von Software befaßt und bietet den Anwendern mit der strikten Modularisierung von Anwendungssoftware auch den Vorteil modularisierter Preise. So kann der Anwender auf der Grundlage eines Basissystems die Preisbildung entsprechend der gewünschten Ausbaustufen und Zusatzfunktionen individuell vornehmen. Gegenüber der eigenerstellten Software kommt die modulare Software im Durchschnitt um den Faktor zehn bis zwölf günstiger.

MSP:

Der Preis für ein Softwarepaket ist in gewisser Weise als Funktion zur Maschinengröße definierbar. Dort, wo zum Beispiel ein Großanwender mit drei Rechenzentren bereit ist, 100 000 Mark zu investieren, um zum Beispiel 20 Prozent Maschinenzeit zu sparen, kann ein Kleinbenutzer natürlich auch 20 Prozent Maschinenzeit einsparen Diese muß aber jeweils in Relation zu der zu zahlenden Maschinenniete gesehen werden. Betrachtet man heute die Preise sowohl der Software-Angebote im Isis-Katalog als auch zum Beispiel der von IBM angebotenen Pakete, die für DOS und OS zur Verfügung stehen, so wird man hier eine Preisdifferenz von 40 Prozent feststellen. Daraus kann man sehen, daß schon heute eine Preisdifferenz abhängig von der Maschinengröße durchgeführt wird. In Zukunft können wir uns vorstellen, daß die Kostenerfassung nach Benutzungshäufigkeit (so wie heute schon im Rechenzentrum) durchgeführt wird.

SCS:

Auch bei dieser Frage hängt die Antwort im Einzelfall von dem vorgesehenen Einsatzgebiet, den angestrebten Zielen und den Randbedingungen ab. Beispielsweise kann ein auf den ersten Blick teures "Tool" eine absolut sinnvolle und letztlich wirtschaftliche Investition sein, wenn die Software-Entwicklung damit rationeller zu gestalten ist und die Motivation und der Zufriedenheitsgrad der Mitarbeiter angehoben werden. Man kommt also im Einzelfall nicht um eine Wirtschaftlichkeitsanalyse herum, und zwar auch dann nicht, wenn der Nutzen des Produkts nicht exakt quantifizierbar ist.

Renker:

Das Preis-/Leistungsverhältnis von Software-Produkten kann unseres Erachtens nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Hardware- und Personalsituation beurteilt werden. Da Software nicht durch Zauber entsteht, sondern durch sehr diffizile Entwicklungsarbeit, für die hochqualifiziertes Fachpersonal erforderlich ist, gerät jemand, der Software kostenlos oder allenfalls zu symbolischen Preise abgibt, in den Verdacht, daß er die entstandenen Kosten entweder über zusätzliche Hardware-Verkäufe oder über zusätzliche Berater-Honorare zu decken beabsichtigt. Da das Verständnis für diese Zusammenhänge im Markt ständig wächst, glauben wir, daß unabhängige Software-Produzenten künftig durch einen breiteren Markt eher in die Lage versetzt werden, die Kosten für ihre Produkte zu senken.

Ploenzke:

Unserer Ansicht nach ist eine Preisgrenze, deren Überschreiten der Markt nicht mehr akzeptieren würde weder bereits erreicht noch in naher Zukunft zu erwarten. Dies gilt sowohl für Tools als auch für Standard-Software.

Die Kosten für den Erwerb von Anwender-Software müssen immer alternativ zu den Kosten einer Eigenentwicklung gesehen werden. Da die Kosten für individuelle Software-Entwicklung um ein Vielfaches über denen der Standard-Software liegen, sind mittlere und kleinere Anwender nicht in der Lage, diese aufzubringen. Diese Gruppe von Anwendern wird sich künftig noch stärker auf den Erwerb von Standard-Software stützen, als das bisher schon der Fall war. Dabei läßt sich feststellen, daß die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Systeme bei der Kaufentscheidung von ausschlaggebender Bedeutung sind. Hinsichtlich des Einsatzes von Tools bei der Software-Entwicklung erscheint uns zwischenzeitlich wieder ein gewisser Stillstand eingetreten zu sein, der sicherlich unter anderem auch darauf zurückzuführen ist, daß es nach wie vor kein Patentrezept gibt, wie diese Hilfsmittel in die System-Entwicklung eingeführt werden und wie die konsequente Nutzung wahrend der einzelnen Phasen der Software-Entwicklung koordiniert und kontrolliert werden kann.