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03.09.2004 - 

IT in Banken/IT-Jobperspektiven in Banken

Nur Spezialisten haben Einstiegschancen

Ohne IT-Kenntnisse kommen nur noch die wenigsten Angestellten einer Bank aus. Ob Kontobewegungen, Kunden-Management oder Sicherheitsstandards - die Informationstechnik leistet in fast jedem Teilbereich einen wichtigen Beitrag. "Der Bankarbeitsplatz der Zukunft ist auf die Rolle eines Informationsarbeiters ausgerichtet und wird sowohl von den strategisch-organisatorischen Konzepten der Banken als auch von den IT-Entwicklungen geprägt", schreibt Martin Engstler, Leiter des Zentrums Finanzdienstleister am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart, in einem Artikel der Septemberausgabe der Fachzeitschrift "Die Bank". Die IAO-Studie "Banken im Aufbruch" kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass insbesondere Customer-Relationship-Management (CRM) eine wichtige Rolle spielt. Um ihre Geschäftsmodelle umzusetzen, brauchen Finanzdienstleister vor allem kreative und motivierte Mitarbeiter.

Eine Trendwende auf dem IT-Arbeitsmarkt im Banken- und Finanzumfeld kann Uwe Foullong von der Gewerkschaft Verdi nicht erkennen. Auch Personalberater sehen nur wenige Einstiegschancen für IT-Profis, denn das IT-Outsourcing sei noch in vollem Gange. Dagegen ziehe es viele IT-Mitarbeiter zu anderen Arbeitgebern, und der Personalberater erhält am Finanzstandort Frankfurt am Main viele Bewerbungen von Bankmitarbeitern, die in eine andere Branche wechseln wollen. Auch IT-Zeitarbeitskräfte oder Freiberufler spüren keine Belebung des Auftragsvolumens in der Finanzbranche. "Langfristige Verträge mit Banken sind selten", weiß Alexander Tan, für den IT-Service bei Randstad in Deutschland verantwortlich, aus eigener Erfahrung. "Momentan erhalten wir nur wenige Aufträge, doch in unseren Kundengesprächen wird immer wieder deutlich, dass die vielen, aufgrund von internem Kostendruck zurückgestellten Projekte bald von den Banken angegangen werden und wir dann gute Chancen haben", rechnet sich Tan aus. Der Randstad-Mann beobachtet, dass viele Banken weitere Projekte auslagern möchten und flexibler werden wollen; hier sieht er eine Chance für IT-Zeitarbeitskräfte. Auch er erhält viele Bewerbungen von Mitarbeitern aus der Finanzbranche.

Die Deutsche Bank baute in den letzten Jahren IT-Personal ab; durch die Auslagerung des Rechenzentrums an IBM gingen zirka 900 IT-Jobs verloren. Gerade sucht die Deutsche Bank nur wenige ausgewählte und hoch qualifizierte Spezialisten, die später in den Bereichen Design, IT-Architecture und IT-Governance arbeiten sollen. IT-Manager statt Programmierer lautet das neue Credo der Frankfurter. Wer zu den rund 2500 IT-Mitarbeitern der Deutschen Bank hierzulande zählen möchte, sollte folgende Voraussetzungen erfüllen: Berufserfahrung in der Finanzbranche, IT-Know-how, das den aktuellen technischen Wissensstand umfasst, Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz haben nicht alle Finanzinstitute das Recruitment auf Eis gelegt. "Wir suchen seit zwei Jahren kontinuierlich neue Mitarbeiter und gehen dabei antizyklisch vor", erklärt Martina Moser von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Helaba sucht insbesondere Spezialisten für so unterschiedliche Aufgaben wie Großrechnerprogrammierung und Systemadministration oder auch Mitarbeiter, die sich um die IT-Sicherheit eines Geldinstituts kümmern. Für die meisten Aufgaben findet Moser über Karriereseiten im Netz, Initiativbewerbungen oder Anzeigen geeignete Kandidaten. Doch auch im Recruitment merkt die Personal- frau, dass der Finanzplatz Frankfurt am Main momentan ein schwieriges Umfeld ist. "Viele gute Kandidaten zögern, wenn es um einen Jobwechsel geht, und halten lieber die Füße still, anstatt sich zu bewerben", weiß sie aus dem Recruiting-Alltag zu berichten. Doch die meisten neuen Mitarbeiter kann die Personalabteilung ohne die Hilfe von Headhuntern gewinnen. In diesem Jahr möchte die Helaba noch einige IT-Experten einstellen, zur Zeit beschäftigt das Unternehmen 315 IT-Mitarbeiter.

Berufserfahrung bringt Pluspunkte

Die HVB Systems, die IT-Tochter der Hypovereinsbank, sucht in diesem Jahr hauptsächlich IT-Mitarbeiter mit Berufserfahrung und Spezialkenntnissen. Daneben stellt das Unternehmen zwölf Ausbildungsplätze für Fachinformatiker in der Anwendungsentwicklung zur Verfügung. Zwar erhält es viele Bewerbungen, doch die Qualität lasse mitunter zu wünschen übrig. "Auffällig sind Schwächen in der Rechtschreibung oder auch Defizite in der Kommunikation. Spezielle Bankkenntnisse sind oft nicht vorhanden, wären aber wünschenswert", erklärt ein Unternehmenssprecher. Ein Hochschulabsolvent mit einem Informatikabschluss kann je nach Berufserfahrung mit einem Jahresgehalt von rund 45 000 Euro rechnen.

Banken- und IT-Wissen gefragt

Auch Stefanie von Gersdorff, Leiterin Personalentwicklung der Postbank Systems AG in Bonn, möchte in diesem Jahr noch zwischen zehn und 15 hoch qualifizierte IT-Professionals einstellen. "Die neuen Mitarbeiter wollen wir vor allem in der SAP- und Frontend-Entwicklung einsetzen", erklärt von Gersdorff. Das Unternehmen erhält zahlreiche Initiativbewerbungen. "Viele Professionals bewerben sich bei der Postbank Systems, die die am Bewerbermarkt seltene Kombination aus Bank-, IT-Wissen und Berufserfahrung mitbringen."

Hier lesen Sie ...

- welche Qualifikationen in der Bankenbranche gefragt sind;

- wie der Finanzstandort Frankfurt am Main unter der Krise in den letzten Jahren gelitten hat;

- dass ein Mix aus Berufserfahrung, IT- und Branchenkenntnissen bei der Jobsuche besonders honoriert werden.