Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

13.02.1987 - 

Internationaler DV-Mark gewöhnt sich an bescheidenere Zahlen:

Nur wenige Anbieter fallen heuer Positiv auf

MÜNCHEN (CW) - Nicht bloß IBM, sondern fast die gesamte US-Computerindustrie gibt sich derzeit moderat. Die Zeit der großen Sprüche und Ansprüche ist vorbei, Geringe Schwankungen bei den Renditen um ein bis zwei Prozent sind die Regel für das Geschäftsjahr 1986.

Der Minusrekordler vom Vorjahr, Control Data, hat seinen Titel unfreiwillig verteidigt. Freilich beträgt der Verlust für 1986 nicht mehr eine halbe, sondern nur noch eine vierter Milliarde Dollar, genauer: 264,5 Millionen. Die Wirtschaftspresse feierte daher CDC als Unternehmen, das seinen Verlust "mehr als halbiert" hat. Mit der Verminderung des Minus ging auch ein Umsatzschwund um 333 Millionen Dollar einher: Der Konzern aus Minneapolis stieß im vorigen Jahr einige wenig rentable Geschäftsbereiche ab. Nun wartet der einstige Frontkämpfer im Jumbo-Geschäft auf den Erfolg der neuen Eta-Generation.

Der frühere Registrierkassenmulti NCR kompensierte dank seiner regen Auslandstätigkeiten die Auswirkungen des schlechten US-Geschäfts mit Erfolgen auf dem europäischen Markt - besonders mit PCs. So kam er doch noch zu einem passablen Ergebnis: Der jetzt publizierte Umsatz übertrifft den Vorjahreswert um 13 Prozent, wobei aber die Marge von 7,3 auf 6,9 Prozent zurückfiel.

Die beiden anderen Bunch-Mitglieder, die jetzt den Anlegern ihre Geschäftsergebnisse vorlegen mußten, könnten ein einziges Ergebnis nennen: Unisys, vormals Sperroughs. Der Gesamtumsatz der beiden Mainframer zusammengenommen beläuft sich für 1986 auf 7,4 Milliarden Dollar, was aber ohne Vergleichszahlen wenig aussagt. Zu den fast zehn Milliarden, die bei einer einfachen Addition der Einnahmen - von Sperry und Burroughs zusammengekommen wären, darf man den Wert nicht ins Verhältnis setzen, denn Michael Blumenthal hat ja nicht mehr wichtige Unternehmenszweige regelrecht ausverkauft.

Das Ziel, DEC vom Thron zu stoßen, scheint bereits im Ansatz verfehlt, denn die Digital-Cracks erreichten im (vergleichbaren) Kalenderjahr 1986 schon über acht Milliarden Dollar. Der Verlust, der per Saldo in der Bilanz aufscheint, ist jedoch nicht auf geringe Produktivität zurückzuführen, sondern ist eine Hypothek aus der Übernahme.

Der Ex-Musterknabe der Halbleiterindustrie, Texas Instruments, hat sich mittlerweile von der jahrelangen Malaise ein wenig erholt. Die schweren Schlappen im Militärgeschäft geraten langsam in Vergessenheit, und die Nachfrage nach neuen Chip-Typen steigt. Zwar konnten die Texaner, wie berichtet, ihren Platz auf der Weltrangliste nicht gegen Toshiba und Hitachi behaupten, wuchsen doch die Einnahmen lediglich um ein Prozent oder 50 Millionen Dollar, doch die Bilanz ist schwarz angehaucht. Bloß 0,6 Prozent Umsatzrendite oder ein Überschuß von 29 Millionen Dollar sind freilich nur ein erster Schritt nach Hunderten von Millionen, die seit 1984 abgeschrieben worden waren.

Compaq konnte absahnen, Intel rutschte kräftig ab

TIs kleinerem Mitbewerber Intel machte vor allem die japanische Konkurrenz schwer zu schaffen. Neben einem Umsatzeinbruch kam es nach dünnem Gewinn im Vorjahr nun zu mächtigen Verlusten. Dafür machte Compaq, der einst von Ex-TI-Managern gegründete PC-Highflyer, sein Glück mit einer Intel-Entwicklung. Im. Jahr der Einführung des ersten iAPX386-Rechners schöpften Rod Canions Mannen 61 Prozent mehr Rahm ab als 1985, denn die Marge ist bei diesem Produkt noch nicht durch harten Wettbewerb verdorben.

Der Supermini-Hersteller Prime kam 1986 mit einem blauen Auge davon. Der Umsatz stieg mäßig, aber der Gewinn ging zurück - ebenfalls mäßig und damit für das Management erträglich. Die Rendite liegt mit 5,5 (1985: 7,5) Prozent durchaus noch im Rahmen der Branche. Stratus Computers konnten hingegen ihre Marge exakt halten - das Plus bei Profit und Sales ist mit jeweils über 50 Prozent beachtlich. Und Cray Research in seiner Numbercruncher-Marktnische lassen konjunkturelle Schwankungen völlig unbeeindruckt. Das Unternehmen wächst und gedeiht mit einer unerreichten Rendite, die letztes Jahr die 20-Prozent-Marke hinter sich gelassen hat. In ähnlich voller Blüte stehen nur noch Softwarehäuser: Lotus expandiert kräftig mit seinem Konzept, sich verstärkt Großkunden und ihren Anwendungen zuzuwenden.