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24.07.1992 - 

US-Softwarehaus liefert neues Werkzeug aus

Nutzungsabhängige Lizenzierung bei Mainframe-SW keine Utopie

NEW YORK (IDG) - Auf Anwenderklagen über die Lizenzierung von Mainframesoftware nach Prozessorklassen haben Anbieter stets mit dem Einwand reagiert, es gebe zu diesem Verfahren keine Alternativen. Dieser Argumentation hat die Proginet Corp. in Uniondale, New York, jetzt mit der Entwicklung eines neuen Produktes den Boden entzogen.

Die New Yorker haben ein Werkzeug geschaffen, mit dem Softwarehäuser exakt messen können, wie häufig und wie lange ihr Programm vom Kunden benutzt wird. "Software Meter" ist für den Einsatz auf IBM-Großrechnern mit dem Betriebssystem MVS/ESA vorgesehen. Amerikanische Marktbeobachter halten die Lösung vor allem deshalb für richtungsweisend, weil sie von einem unabhängigen Anbieter auf den Markt gebracht wurde. Diese "neutrale" Instanz garantiere daß die Ansprüche von Softwarehäusern und deren Kunden gleichermaßen berücksichtigt würden.

Beeinflußt von den offenbar gerechteren Lizenzierungspraktiken im PC- und Workstation-Bereich zeigen Mainframe-Anwender immer weniger Verständnis für die gängige Lizenzierungspraxis im Großrechnerbereich. Hier gibt die Prozessorklasse noch immer den Ausschlag für die Preisfindung bei der eingesetzten Software.

Anwender verlangen deshalb heute eine Preisfindung, die sich an der Benutzungsdauer und -häufigkeit orientiert (siehe auch CW Nr. 28 vom 10. Juli 1992, Seite 7: "SW-Lizenzen: Anwender fühlen sich verschaukelt").

Das von Proginet entwickelte Werkzeug gibt Softwarehäusern nach Angaben der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" detaillierte Informationen über das Nutzungsverhalten ihrer Kunden.

Die Software registriert nach der Identifikation des Benutzers den Produktnahmen der jeweils eingesetzten Software und die erforderlichen Angaben über Rechnergröße und -typ. Dann wird die Häufigkeit der Programmaufrufe ebenso wie die Dauer der einzelnen Sessions gemessen .

Über ein Application Programming Interface (API) ruft das aktive Programm dabei die Proginet-Software auf und ermöglicht so die Ermittlung von Benutzungsdauer und -häufigkeit. Bemessungsgrundlage sind dann die Konditionen, die zuvor zwischen Anbieter und Kunde ausgehandelt wurden. Eine Zählvorrichtung legt die ermittelten Daten in einen separaten Speicher ab. Um Manipulationen des Meßinstruments auszuschließen hat der Hersteller verschiedene Sicherheitsmechanismen eingebaut.

Software Meter wird an Software-Anbieter von diesem Monat an auf OEM-Basis vermarktet. Für die Installation beim Kunden ist ein Network Package Switching Interface und die Möglichkeit des Zugriffs auf ein öffentliches Datennetz Voraussetzung. Proginet führt bereits mit den ersten Kunden aus der Softwarebranche Verhandlungen.

Wenig erfolgreich verliefen allerdings Gespräche mit Computer Associates (CA). Dort hat man sich nach Angaben von Senior-Vice-President Sanjay Kumar dazu entschlossen, nicht auf die Offerten des Drittanbieters einzugehen. CA werde ähnliche Produkte in eigener Regie entwickeln.