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22.04.1988

Oberflächlich?

Die Unix-Anbieter lernen dazu: Sie wollen die Tür zum kommerziellen Markt aufstoßen. So müht sich AT&T, unterstützt von Sun und Xerox, um ein neues Benutzeroberflächen-Konzept (Seite 1). Die "Open-Look"-Initiative nützt der Unix-Idee gewaltig.

In der Tat: So einig wie in dieser Frage (Benutzeroberfläche) war die Unix-Gemeinde noch nie. Die Entwicklung vom Betriebssystem für Unix-Freaks zu einem echten Anwendungssystem ergibt sich aus dem Zwang des Marktes. In der Kombination von Mikrostärke und Grafik-Monitoring haben Desktops wie der Mac von Apple oder MS-DOS-PCs mit Microsoft-Windows neue Maßstäbe gesetzt, was Benutzerfreundlichkeit betrifft. Dagegen lesen sich Beschreibungen von Unix-Interfaces wie Einsteins Notizen über die Relativität. Daß überhaupt noch etwas geht im Markt der kommerziellen PCs und Workstations, können sich die Unix-Hersteller also nicht selbst zuschreiben - die Portabilitäts-Schwäche der PS/2-Maschinen ist es, die die Anwender nach Alternativen Ausschau halten läßt. Unix steht für Portabilität, nicht für Benutzerfreundlichkeit - mit "Open Look" soll das jetzt anders werden.

Die Aussichten sind nicht schlecht denn mit OS/2 versucht IBM die Quadratur des Kreises: sich auszugrenzen und die Clone-Anbieter abzuschütteln - gleichzeitig aber einen neuen Industriestandard zu setzen. Egal was Big Blue tut, es muß schiefgehen: Bleibt der Mainframe-Monopolist auf seinem harten Mikrokanalkurs, dann kann er den neuen Standard in den Wind schreiben - öffnet er sich, hat er die asiatische Billig-Konkurrenz sofort wieder am Hals.

Der OS/2-Mißerfolg beruht auch auf einer Wischiwaschi-Window-Politik: Wer weiß schon, was am Presentation Manager von IBM ist - und was von Microsoft? So werden Third-Party-Software-Entwickler verunsichert und geradezu in die Arme der Unix-Anbieter getrieben. "Open Look" könnte dazu beitragen, daß der Microsoft-Stern weiter sinkt.