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09.01.2007

Obermann krempelt alte Telekom-Strukturen um

Der Konzernchef will die Personalkosten senken und kritisiert die eigene Servicequalität.

Liefen der Telekom in der Vergangenheit die Kunden davon, dann war in der Konzernzentrale meist schnell eine Erklärung gefunden: Die Regulierung durch die Bundesnetzagentur sorge für eine Schieflage im Wettbewerb. Der neue Telekom-Chef René Obermann schlägt jetzt in einem Mitarbeiterbrief ungewohnte Töne an: Schuld an dem Rückgang sind demnach hausgemachte Probleme wie etwa die erheblichen Mängel in der Servicequalität oder dass die eigenen Internet-Anschlüsse im Vergleich zur Konkurrenz zu teuer sind.

Harte Einschnitte für die Mitarbeiter angekündigt

Als größte Herausforderung sieht Obermann die Personalkosten, die im Servicebereich laut Telekom-internen Berechnungen 30 bis 50 Prozent über denen der Konkurrenz liegen. Deshalb kündigte der Manager bereits harte Einschnitte für die Mitarbeiter an. So sollen etwa 45000 Beschäftigte aus den Bereichen Service und Technik in separate Gesellschaften ausgegliedert werden. Dort sollen die Mitarbeiter nicht nur länger arbeiten, sondern auch die Regelarbeitszeit soll von Montag bis Samstag ausgedehnt werden. Damit scheint ein Konflikt mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die nach eigener Darstellung rund 80 Prozent der Telekom-Mitarbeiter vertritt, zwangsläufig programmiert zu sein.

Neben den Kostensenkungen sieht Obermann sein wichtigstes Ziel darin, den Verlust an verkauften Festnetzanschlüssen zu stoppen. Alleine im letzten Jahr verlor die Telekom über 1,5 Millionen Anschlüsse an die Konkurrenz. Das dürfte allenfalls langfristig gelingen, denn zunächst rechnet der Manager damit, dass sich die Abwanderungsbewegung noch verstärken könnte. Um gegenzusteuern, sollen Kunden vor allem mit Breitbandanschlüssen geködert werden.

In Finanzkreisen stießen Obermanns Ankündigungen auf Zurückhaltung. Ein Analyst vertrat gar die Auffassung, der Telekom-Chef wiederhole nur die alten Durchhalteparolen. (hi)