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23.04.1993 - 

Mit dem Datenbank- und Entwicklungssystem Objectstore

Object Design: Deutsche Tochter nimmt die Grosskunden aufs Korn

Wie der frischgebackene Geschaeftsfuehrer Stephan Rasp erlaeutert, verhandeln die Kundenunternehmen "bei wichtigen und grossen Entscheidungen" lieber mit dem Hersteller als mit einem Distributor. Rasp sollte es eigentlich wissen, denn das von ihm mitgegruendete Softwarehaus Patzschke + Rasp fungiert seit September 1991 als deutscher Vertriebskanal fuer Objectstore. Daran wird sich vorlaeufig auch nichts aendern - zumal die deutsche Object-Design-Tochter derzeit nur fuenf Koepfe zaehlt.

Eigenen Angaben zufolge trug Patzsche + Rasp im vergangen Jahr etwa 50 Prozent zum ausseramerikanischen Umsatz von Object Design bei. Wieviel das in Mark oder Dollar ausmacht, teilte der in Wiesbaden ansaessige Software-Anbieter allerdings nicht mit. Laut Rasp will die US-Company keine Detailumsaetze veroeffentlichen, solange sie noch nicht an der Boerse notiert ist. Kein Geheimnis macht das Unternehmen hingegen aus seinen Gesamteinnahmen; sie beliefen sich 1992 auf rund zehn Millionen Dollar.

Objectstore eignet sich laut Anbieter vor allem dazu, komplexe Informationen - beispielsweise Bitmap-Bilder, Tonsequenzen oder Vektorgrafiken - zu verwalten. Moegliche Einsatzgebiete sind Client-Server-Applikationen in den Bereichen CAD, CASE, Workgroup- Computing, Multimedia und Bueroautomation. Das Produkt laeuft in lokalen Netzen und Multiuser-Systemen unter Unix-Derivaten wie AIX, Ultrix, HP/UX und Solaris sowie unter Windows, OS/2, VMS und Nextstep.

Im einzelnen setzt sich das unter dem Kuerzel ODBMS vermarktete Datenbank- und Entwicklungssystem aus drei Komponenten zusammen. Dabei handelt es sich zum einen um eine Datenbank-Runtime mit einer nichtprozeduralen Abfragesprache, zum anderen um eine Reihe von Schnittstellen-Modulen fuer den Zugriff auf C-/C++-Umgebungen und Compiler, zum dritten um einen C++-Werkzeugkasten, in dem sich ein Schema-Designer, ein Browser und ein Debugger befinden. Die Konsistenz verteilter Datenbanken ist ueber ein Two-phase-Commit sicherzustellen. Ausserdem erlaubt Objectstore ein Versions- und Konfigurations-Management.

Als Alleinstellungsmerkmal gegenueber direkten Konkurrenzprodukten wie Poet von der Hamburger BKS Software Entwicklungs GmbH bezeichnet Rasp jedoch den Performance-Gewinn durch das "Virtual Memory Mapping". Mit Hilfe dieser Technologie lassen sich, so der Anbieter, die Datenbanken im Hauptspeicher exakt so abbilden wie auf der Platte - unabhaengig davon, ob es sich um transiente oder persistente Daten handelt. Referenzkunden fuer den deutschsprachigen Wirtschaftsraum sind AEG, Siemens, Straessle und Telenorma.

Gegruendet wurde Object Design 1988 von Thomas Atwood, der jetzt als Chairman fuer allgemeine Geschaeftsentwicklung und Kooperationen verantwortlich zeichnet. Offenbar war er in dieser Funktion ziemlich erfolgreich: Immerhin unterhaelt die Software-Company bereits eine Reihe von Entwicklungspartnerschaften, beispielsweise mit dem Solaris-Anbieter Sunsoft sowie mit Next und mit dem Software-Unternehmen Progress.