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16.08.1991

Objektiv desorientiert?

OOP zieht. Objektorientierte Programmierung ist derzeit immer für eine Titelgeschichte - oder einen Schwerpunkt - gut. Und die Hersteller ziehen bei dem neuen Boom natürlich begeistert mit: Kaum eine Software, die nicht demnächst objektorientiert würde - oder es in Wahrheit langst ist, wie man uns eifrig versichert. Wobei allerdings jeder an etwas anderes denkt.

Wenn man den Marketendern der Branche glauben darf, steht uns nicht weniger als das Schlaraffenland der Computerei bevor. OOP, so schwärmen sie, wird aus der widerborstigen alten Blechkiste einen Zauberkasten machen, mit ein paar einfachen Schaltern und Knöpfen auf dem Bildschirm die jedes Kind bedienen kann.

Noch sind Computer etwas für harte Typen, für Leute die mit dem Chaos leben können. Noch immer wird der größte Teil aller Computerleistung mühsam und unter Gefahren aus Bergen von Bits und Bytes herausgemeißelt.

Morgen, so heißt es, in der objektorientierten Zukunft, werden die Berge - wie es sich für objektorientierte Berge gehört - von allein verschwinden, und alles, was wir uns vom Computer wünschen wird offen vor uns liegen. Mit wenigen Handgriffen werden wir ihn mühelos in jede beliebige Maschine verwandeln. Der Computer programmiert sich selbst, wir sagen ihm nur noch wie.

Noch ist es nicht ganz so weit. Doch auch heute soll die Objektorientierung schon wahre Wunder bewirken: Die Programmierung, hört man, soll wesentlich einfacher, übersichtlicher und effizienter werden, gerade bei einigen bislang sehr aufwendigen Sachen. Es gibt weniger Fehler und die Entwicklung geht schneller. Das fertige Programm kann nachträglich angepaßt und erweitert werden, sogar vom Kunden selbst.

Das klingt alles zu schon, um wahr zu sein. Und doch: Es sieht so aus, als könnte die OOP viele der in sie gesetzten Hoffnungen tatsächlich erfüllen. Denn Objektorientierung ist nicht nur eine etwas andere Art des Programmierens, es ist auch eine andere Art, die Programme im Rechner abzuarbeiten. Mit OOP wird der Computer für die Programmierer zugänglicher, als er es je war. Vielleicht wird er damit dann endlich auch für die Anwender zugänglicher.