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26.11.1993

Obwohl das Betriebssystem gut laeuft: Upgrade-Routine von DOS 6.2 macht Anwendern zu schaffen

SAN MATEO (IDG) - Ob Bugfix oder Major Upgrade - die Version 6.2 von Microsofts Betriebssystems DOS scheint bisherige Maengel hinter sich gelassen zu haben. Nichtsdestotrotz bereiten die integrierten Upgrade-Routinen einigen Anwendern offensichtlich groessere Schwierigkeiten.

Das Anfang 1993 vorgestellte PC-Betriebssystem MS-DOS 6.0 praesentierte sich fuer viele Benutzer alles andere als ueberzeugend. Insbesondere die damals neu hinzugekommene Kompressionsfunktion "Double Space" liess den Adrenalinspiegel mancher Anwender steigen. So mehrten sich im Fruehjahr dieses Jahres die Klagen ueber kreuzverkettete Dateien sowie verlorene CMOS-Konfigurationen (vgl. CW Nr. 18 vom 30. April 1993, Seite 16: "Datenkompression zwingt User zur Rueckkehr auf MS-DOS 5.0").

Tests der US-amerikanischen CW-Schwesterpublikation "Infoworld" haben nun ergeben: Das neue Release 6.2 des Betriebssystems funktioniert anscheinend nahezu einwandfrei. Voraussetzung sei jedoch ein erfolgreiches Upgrade frueherer DOS-Versionen. Genau dieses Upgrade jedoch scheint fuer manche User ein Damoklesschwert zu sein.

Vor allem die Installation des Disk-Caching-Moduls "Smartdrive", so "Infoworld", erfolgt inkonsequent. So fuegt das Paket beim Upgrade von MS-DOS 5.0 auf die Version 6.2 den Parameter "/X" automatisch hinter die Smartdrive-Befehlszeile in der Autoexec.bat-Datei ein, um Write-Behind-Caching zu unterbinden. Bei manuellem Starten von Smartdrive ist die verzoegerte Datenspeicherung auf Festplatte standardmaessig aktiviert. Dies bedeutet jedoch, dass MS-DOS saemtliche im RAM zwischengespeicherten Daten schreibt, bevor der Anwender auf DOS-Ebene weiterarbeiten kann. Somit entsteht die Gefahr, dass der Anwender den Rechner ausschaltet, waehrend dieser noch Arbeitsschritte durchfuehrt, meldet "Infoworld". Bei der Installation von DOS 6.2 auf Festplatten ohne bestehende Config.sys und Autoexec.bat liess das Betriebssystem den Befehl Smartdrive gaenzlich unter den Tisch fallen. Eine Option, die Benutzern ermoeglichen wuerde, Smartdrive bereits bei der Installation nach individuellen Anforderungen zu konfigurieren, fehlt.

Auch beim Ueberschreiben von nicht MS-DOS-6.0-spezifischen Systemdateien gab es Probleme mit der Upgrade-Ausfuehrung von DOS 6.2. Anwender, die unter der Version 6.0 eine Datei durch eine andere ersetzt haben - beispielsweise den "EMM386"-Speicher- Manager durch "QEMM" von Quarterdeck -, muessen "Infoworld" zufolge auf Komplikationen gefasst sein. MS-DOS 6.2 suche vergeblich nach dem originalen Microsoft-Treiber.

Naechster logischer Schritt des Anwenders: Neuinstallation der fehlenden Dateien von MS-DOS 6.0. Doch auch dieser Versuch ist unweigerlich zum Scheitern verurteilt, so "Infoworld": Die DOS- 6.2-Installationsroutine meldete bei der Neuinstallation "unbekannte DOS-Version", da bereits erste Systemdateien des aktuellen Betriebssystems uebertragen wurden.

Dem Anwender bliebe unter diesen Umstaenden anschliessend nichts anderes uebrig, als das gesamte Vollpaket des Betriebssystems zu erwerben.