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26.10.1979

Öffentliche Anhörung zur Rolle der Informationstechnik: Wissenschaftler uneins über Förderungsmethoden

BONN (CW) - Unterschiedliche Ansichten zu den Schwerpunkten einer weiteren DV-Förderung in der Bundesrepublik äußerten die geladenen Wissenschaftler bei dem öffentlichen Hearing am 10. Oktober in Bonn. Vor dem Bundestags-Ausschuß für Forschung und Technologie ergriffen sie diesmal zu der wahrscheinlichen Entwicklung der Informationstechniken in den kommenden Jahren, der Rolle der deutschen Industrie im internationalen Wettbewerb auf diesem Bereich das Wort.

Drei Linien zur Fortsetzung des dritten DV-Programms kristallisierten sich aus den Beiträgen der Fachleute aus dem wissenschaftlichen Sektor heraus. Wie zu erfahren war, sprach sich Professor Dr. Peter Lockemann vom Institut für Informatik an der Universität Karlsruhe gegen eine weitere Förderung bei der Ausbildung von Informatikern aus.

Professor Dr. Jürgen Reese (Gesamthochschule Kassel) vertrat die These, alle Förderung der Informationstechnik außerhalb der Wissenschaft zeige keinen Nutzeffekt. Ihm widersprach sein Kollege Professor Dr. Gerhard Krüger, Karlsruhe, der die Industrie als Nährboden eines möglichen Fortschrittes betrachtete. Dr. Klaus Neugebauer, Geschäftsführer der Softlab GmbH, betonte den außerordentlich hohen Finanzbedarf, der bei den Forschungsaufgaben in der Schlüsselindustrie erforderlich werde. Diese Mittel könne die Industrie allein nicht aufbringen. Damit das Programm "Informationstechnik" wirksam werde, sei den kleinen und mittleren Unternehmen eine Beteiligungschance einzuräumen, der Bedeutung der Software-Technologie Rechnung zu tragen und das Anwendungsengineering in Projektmodellen, Ablaufverfahren und Produktmustern zu fördern.

In dem nichtöffentlichen Hearing Ende September hatten vor allem Vertreter der Industrie und der Anwenderseite ihre Standpunkte dargelegt. Im Gegensatz zu der vom Forschungsminister vorgelegten These hatten am 26. September die geladenen Fachleute nach Auskunft von Jürgen Pischel, Sprecher der Impuls - Gemeinschaftsaktion Mittlerer Deutscher DV-Unternehmen e. V. (Bonn) -, sämtliche Vertreter relativ eindeutig die Ansicht vertreten, die technologische Lücke zu den USA und Japan im Bereich der Informationstechnik sei noch nicht geschlossen.