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03.03.2000 - 

Einstweilige Verfügung gegen Microsoft

OEM-Version von Windows 2000 gestoppt

MÜNCHEN (ade) - Das Landgericht München I hat Microsoft den Vertrieb der OEM-Version des Betriebssystems Windows 2000 in Deutschland per einstweiliger Verfügung untersagt.

Das Gericht folgt dabei einem Antrag des Softwarehändlers SMS Software GmbH, der Microsoft die Koppelung des Betriebssystems mit PC-Hardware vorwirft. Die Gates-Company schränke dadurch "wettbewerbswidrig die Rechte des Käufers ein".

Technologisch gesehen verhindert ein an das Basic Input Output System (Bios) gekoppelter Algorithmus innerhalb des Betriebssystems, dass OEM-Versionen (OEM = Original Equipment Manufacturer), die für die Vorinstallation bei PC-Herstellern gedacht sind, im freien Handel zu Tiefstpreisen auftauchen. Dadurch ist es Endkunden allerdings gleichzeitig auch nicht mehr möglich, problemlos einzelne PC-Komponenten wie Motherboard oder Prozessor auszutauschen. Ebenso können Benutzer nicht mehr ein bereits installiertes Windows 2000 auf einem neuen Rechner zum Laufen bringen.

Die deutsche Niederlassung des Konzerns spielt die Entscheidung des Landgerichts herunter: "Hier wird viel Lärm um nichts gemacht", so Thomas Jensen, Pressereferent der hiesigen Microsoft-Dependance. "Wir wollen nur die Unbundling-Praxis verhindern", erklärte er den "Kopierschutz". Künftig soll der Kunde keine vollständige Windows-CD mehr, sondern eine sogenannte Recovery-CD-ROM bekommen.

Durch das Bios-Lock-Verfahren lässt sich das Betriebssystem dann nur noch auf dem gekauften Computermodell installieren. Der Redmonder Konzern sei davon überzeugt, dass die einstweilige Verfügung keine Änderungen in den Produkten oder Geschäftsbedingungen nach sich ziehe.

Jensen: "Microsoft handelt völlig in Einklang mit den Richtlinien der EU und den deutschen Gesetzen." Microsoft gehe davon aus, dass es sich bei der Verfügung um ein Missverständnis handelt. Doch offensichlich zitiert Microsoft den Beschluss des Münchner Richters nicht korrekt: Während das Landgericht forderte, dass der PC "nach einem Austausch beliebiger Hardwarekomponenten weiterlaufen müsse", spricht Microsoft lediglich von "bestimmten Komponenten".

Ähnliche Vorwürfe muss sich der Softwaregigant momentan auch wegen "Office 2000" gefallen lassen. Stein des Anstoßes ist der "Registration Wizard", den Microsoft bereits mit der Bürosuite in Australien, Brasilien oder China eingeführt hatte und der noch im Frühjahr 2000 auch für die US-amerikanische Ausführung folgen soll. Der Wizard erzeugt einen 16-stelligen Registrierungscode. Kunden müssen diesen - für jeden Computer spezifischen - Code an Microsoft weiterleiten, um einen achtstelligen Freischaltcode zu erhalten. Als "absoluten Quatsch" bezeichnete ein Microsoft-Sprecher gegenüber der COMPUTERWOCHE Meldungen, wonach es sich auch bei Windows-2000-OEM um dieses Registrierungsverfahren handle.