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18.10.1991 - 

Trends bei magnetischen Massenspeichern

OEMs - Die heimlichen Riesen

MÜNCHEN (pi) - Magnetische Massenspeicher führen ein scheinbar bescheidenes, unbeachtetes Dasein: Man braucht sie - und je mehr man zur Verfügung hat, um so besser ist es. Dennoch haben sich in den letzten Jahren beachtliche Verschiebungen in der Technik ergeben.

Allen Medien gemeinsam ist, daß in der Regel die OEM-Hersteller nicht die Hardware-Anbieter selbst sind, sondern spezialisierte Zulieferfirmen. In diesem unersättlichen Markt der OEM sind enorme Größenordnungen bei Umsatz- und Stückzahlen zu erwarten. Denn eine Tendenz gilt durch die Bank: Die Preise geben nach.

Gleich vorweg muß man zur Kenntnis nehmen, daß Stückzahlen bei Laufwerken beziehungsweise Platten, gleich ob Floppy- oder Hard-Disk, oder bei sonstigen magnetischen Datenträgern und deren jeweils zugehörigen Laufwerken kaum zu erhalten sind. Der Markt ist riesig, denn kein Computersystem kommt ohne magnetische Speichermedien aus. Und der Bedarf wächst ständig, ein Ende ist nicht absehbar. Das Marktgeschehen ist mit immer neuen Entwicklungen in immer kürzeren Entwicklungsphasen schwer zu durchschauen. Welcher Trend sich durchsetzen wird, ist nicht ohne weiteres erkennbar. Für Hersteller ist er ein heißes Pflaster: Wer nicht im Trend liegt, fliegt manchmal blitzartig aus dem Anbieter-Karussell heraus, was in der Vergangenheit noch öfter als in der Gegenwart zu beobachten war.

Informationen zum heutigen Stand werden nur relativ zum Produkt-Lebenszyklus genannt. Das Marktforschungs-Unternehmen Dataquest fand sich bei Steigerungswerten im Harddisk-Sektor von rund 16 bis 18 Prozent für 1990 gegenüber dem Vorjahr bestätigt. Generell kann davon ausgegangen werden daß die Speicherkosten pro Megabyte mit der Ankündigung neuer Einheiten schnell weiter sinken. Der dynamische Bedarf läßt diese Industrie nicht zur Ruhe kommen.

Kaum ein Rechner wird ohne Disketten-Station oder -Laufwerk ausgeliefert. Das reicht vom PC zumindest bis zu den großen Midrange-Systemen, Netzwerk-Server und Workstations eingeschlossen. Eine Ausnahme bilden teilweise die Großrechner (Mainframe und Superrechner), bei denen Bänder und zunehmend Bandkassetten (Cartridges) zur Grundausstattung zu zählen sind. Disketten und Laufwerke der Formate 8, 5? sowie 3? Zoll dienen heute überwiegend als reine Datenerfassungs-Medien und als Mittel zum Softwarevertrieb. Bei kleineren Systemen - vor allem im PC-Bereich - sind sie fast die einzigen Möglichkeiten zur Datensicherung.

Tapos aIs preiswertes Medium

Das Disketten-Format 8 Zoll ist stark im Rückgang begriffen, die 5?er Ausführung stagniert und wird in den kommenden Jahren schnell durch die stark expandierenden 3?-Zoll-Laufwerke und -Datenträger verdrängt. Schon sind 2?-Zoll-Disketten (Laufwerke und Datenträger) in der labormäßigen Erprobung.

Wie eine Stichprobe bei angemeldeten Ausstellern der SYSTEMS ergab, werden Winchester-Platten ebenfalls kleiner bei steigenden Speicherkapazitäten.

Die Tendenz führt von den Scheiben mit Durchmessern wie Langspielplatten zu Größen bis zu 1,8-Zoll-Harddisks. Allerdings halten laut Dataquest die 3?-Zoll-Laufwerke mit 30 Prozent des Umsatzes den Löwenanteil. Diese Laufwerke werden in der Regel mit einer Kapazität von 40 bis über 500 MB (als Stapel) angeboten. Knapp 900 MB werden derzeit angepeilt, 12 GByte seien bereits in zwei bis drei Jahren machbar.

Bei den neuen 2?-Zoll-Laufwerken (bis zu 100 MB bei Zugriffszeiten um 20 ms) scheint sich der Markt erst zu formieren. Die Marktforscher von IDC prognostizieren den Winzlingen für 1992 einen Absatz von etwa drei Millionen Stück.

Die Nachfrage in diesem Markt könne als stabil bezeichnet werden, meint Dataquest, allerdings ohne die Anteile von Tapes als Rolle (meist 0,5-Zoll-Bänder) und den expandierenden Kassettenmarkt, die sogenannten Streamer, zu spezifizieren.

Die Stabilität rührt wahrscheinlich daher, daß Tapes in erster Linie als relativ preiswertes Backup-Medium im relativ stabilisierten Midrange- und Großrechnermarkt genutzt werden: die angemeldeten Aussteller der SYSTEMS reden von einem kräftigen Mengen- und Umsatzwachstum bis weit über das Jahr 2000 hinein.

Die magneto-optischen Systeme, wiederbeschreibbare optische Platten, meist im 5?-Zoll-Format und durchschnittlich mit etwa 650 MB Kapazität, befinden sich noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung. Wie etliche Aussteller mitteilen, sind bis zu vier GB Kapazität derzeit in diesem Format technisch realisierbar. Auch hier sind 3?-Zoll-Laufwerke angesagt. In etwa drei Jahren, so schätzt IDC, werde der kleinere Formfaktor den größeren überrunden Technische Schwierigkeiten, etwa die Kompatibilität zu vorhandenen Systemen, der Mangel an allgemein anerkannten Standards und die Vernetzungsfähigkeit dieser Systeme sind bisher ungelöst.

Dazu kommen die relativ langsamen Zugriffszeiten - die schnellste Zeit liegt bei 340 ms - die den Einsatz in OTP-Anwendungen (Online Transaction Processing) vorerst ohnehin ausschließen. Einen kompletten Überblick über Systemkomponenten und den Hallen 20 bis 22. +