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22.12.2005

Österreich hat die E-Card eingeführt

Innerhalb von sechs Monaten wurden rund 8,2 Millionen Gesundheitskarten mit zusätzlichem E-Government-Potential verteilt.

Unser südöstliches Nachbarland hat die Auslieferung der neuen Gesundheitskarte ("E-Card") abgeschlossen. Die Karte soll in erster Linie das in Österreich verwendete Krankenscheinverfahren ablösen und helfen, den Anspruch des Versicherten auf medizinische Behandlung zu überprüfen. Jedoch sind weitere Anwendungen implementiert und geplant. Zudem ist inzwischen die kostenlose Nutzung als "Bürgerkarte" mit paralleler digitaler Signatur für E-Government-Zwecke möglich.

Insgesamt verschickte der Münchner Hersteller Giesecke & Devrient rund 8,2 Millionen Chipkarten, die ohne Foto des Versicherten gedruckt wurden. Bis dato sind etwa 11880 Ärzte an das System angeschlossen. Derzeit laufen pro Tag zwischen 320000 und 450000 medizinische Transaktionen darüber.

Wie die österreichische Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat beteuert, wurde das Projekt "trotz vieler Unkenrufe voll in der Zeit" abgeschlossen. Sie gehe davon aus, dass sich die Aufwendungen - rund 116 Millionen Euro - in weniger als drei Jahren amortisiert haben. Hohe Einsparungen erwarte sie bereits dadurch, dass 42 Millionen Krankenscheine jährlich entfallen.

Der österreichische unterscheidet sich vom deutschen Ansatz vor allem dadurch, dass in kleinen Schritten vorgegangen wurde. So enthält die E-Card der- zeit noch keine sensiblen Gesundheitsdaten. Statt alle Funktionen zu Beginn zur Verfügung stellen zu wollen, haben sich die Österreicher für eine schlanke Plattform entschieden, auf der in den folgenden Jahren neue Anwendungen aufbauen werden. Hierzu zählen etwa die Anbindung von Krankenhäusern, die E-Überweisung, Pläne für Vorsorgeuntersuchungen, die Krankmeldung, die Notfalldaten des Patienten, das E-Rezept sowie einige landestypische Ausprägungen des Gesundheitswesens. Laut Rauch-Kallat wird die "nachladefähige" Karte mit dem Ziel eingeführt, künftig eine "lebenslang begleitende Gesundheitsakte" (Projektname Elga) darauf abzulegen.

Für eine relativ zügige Abwicklung des Vorhabens sorgen zwei weitere Faktoren: Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger kann als übergeordnete Projektinstanz den nötigen Druck erzeugen, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen. Außerdem hat Österreich vor Jahren bereits ein E-Card-Projekt an die Wand gefahren - und aus den Fehlern gelernt. (ajf)