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Mittelfristige Schaffung von Arbeitsplätzen:

ÖVP vertraut auf Mikroelektronik

01.03.1985

WIEN (apa) - Die Mikroelektronik könnte mittelfristig nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch schaffen. ÖVP-Wissenschaftssprecher Dr. Heinrich Neisser betonte bei einem Pressegespräch, daß nur eine möglichst rasche Anwendung neuer Technologien positive Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben werde. Neisser forderte die Sozialpartner auf, in Fragen der Mikroelektronik enger zusammenzuarbeiten.

Außerdem sei es wichtig, sich bereits jetzt näher mit den Folgewirkungen der neuen Technologien zu beschäftigen. Nicht immer bedeute technischer Fortschritt auch einen sozialen Fortschritt, so Neisser. Die ÖVP schlägt daher in diesem Zusammenhang die Gründung von Arbeitsgruppen vor, die sich mit den Auswirkungen der Mikroelektronik auf die Arbeitswelt näher beschäftigen, Weiter fordert die ÖVP ein Umdenken in bildungspolitischen Bereichen. Es sei notwendig, das abstrakte Denken, die Kommunikationsfähigkeit, die Teamarbeit, Know-how in Hard- und Softwarefragen sowie Kenntnisse in Fremdsprachen zu fördern. Eine "Entrümpelung" der Lehrpläne sei aber Voraussetzung dafür.

Die verantwortlichen Politiker werden ebenfalls dazu übergehen müssen, langfristig orientierte Entscheidungen zu treffen, Neisser sprach sich auch dagegen aus, die Förderungen für Mikroelektronik (1985: etwa 250 Millionen Schilling) nur über die zuständigen Ministerien zu Vergeben: "Es besteht die Gefahr, daß diese Summen nur der verstaatlichten Industrie zugute kommen, das mittelständische Gewerbe jedoch leer ausgeht." Neisser schlägt vor, die zur Verfügung stehenden Gelder im Rahmen des Forschungsförderungsfonds zu verteilen.

Aus einer von der Politischen Akademie der ÖVP zusammengestellten Analyse "Die Auswirkungen der Mikroelektronik auf die Arbeitswelt" geht hervor, daß in Österreich wachstumsträchtige Sparten, wie Daten- und Nachrichtentechnik sowie Softwareentwicklung, unterrepräsentiert sind. Rund 50 Prozent aller Österreicher arbeiten in Berufen, die spätestens in den 90er Jahren von der Mikroelektronik betroffen sind. Nach den von Dr. Gerhard Bonelli, Studienleiter der Politischen Akademie, erarbeiteten Analysen steigt der Einsatz von Mikroelektronik mit der Betriebsgröße. Gerade für Klein- und Mittelbetriebe würde die Mikroelektronik durch das Ausfüllen von Marktnischen große Chancen bieten. Generell könne gesagt werden, daß in Österreich in Sachen technischer Innovation ein Aufholbedarf bestehe.