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02.10.1981 - 

DDP Ó la IBM 8100 soll brachliegendes Produktivitätspotential erschließen:

Offen nach oben bei abgestufter Kompetenz

DARMSTADT - Den "Skill vor Ort" - so die von Referent Reinhard Faßhauer gebrauchte Formulierung - nutzt am besten eine dezentrale Datenverarbeitung, die mit einem zentralen Host kommuniziert. Faßhauer, nach eigenem Bekunden "Marketier für das IBM System 8100", behandelte in seinem unlängst auf dem Darmstädter "Forum '81 für Wissenschaft und Verwaltung" gehaltenen Vortrag das Thema "Die Bewältigung der Zukunft in der Informationsverarbeitung mit DDP".

DDP (Distributed Data Processing) ist für Faßhauer "Datenverarbeitung für den Endbenutzer", bei der ein Subsystem (oder Subsysteme) in ein zentrales System eingebunden ist (sind). Ein solches der 8100-Philosophie entsprechendes DDP-Konzept läßt nach Faßhauers Darstellung gemäß dem Vorbild der Dezentralisierung etwa in der industriellen Fertigung Produktivitätssteigerungen erwarten, die unsere Volkswirtschaft zur Verbesserung ihrer relativen Wettbewerbsposition dringend benötigt.

Die durch DDP erzielbaren Effekte - so der Referent - bestünden in erster Linie darin, daß die Verteilung möglichst vieler Funktionen "nach außen" sowohl vorhandenes Mitarbeiterwissen (den "Skill vor Ort") optimal erschließe und auf diesem Weg zum Abbau des Anwendungsstaus beitrage, als auch darin, daß der Zentralrechner wirksam entlastet werde. Ideen einer völlig zentralen oder völlig dezentralen Datenverarbeitung erteilte Faßhauer eine Absage und forderte der individuellen Situation angepaßte Kompromißlösungen .

Absagen erhielten von Faßhauer auch die mit der 8100 konkurrierenden Konzepte beispielsweise der dedizierten Datenbankrechner, der Kommunikations-Prozessoren oder auch des Personal Computing. Systeme dieser Art, meinte Faßhauer, decken nur Spezialanforderungen ab; die Forderungen des Endbenutzers an seine DDP sähen anders aus. Verlangt werde

- Benutzerorientierung, ergonomisch richtige, dialogfähige, insgesamt laienfreundliche Systeme,

- Performance, wie sie etwa Multi-Level-lnterrupt-Prozessoren böten,

- Widerstandsfähigkeit einschließlich Wiederanlauffähigkeit und Datenschutz,

- abgestufte Verantwortung, bei der beispielsweise die Zuständigkeit für

Systemsoftware, Schnittstellen und Standards zentral anzusiedeln sei,

- konsistente Systemarchitektur, gekennzeichnet durch standardisierte Prozeduren und Verfahren sowie die Kommunikationsfähigkeit aller Systemkomponenten,

- Partizipation des Endbenutzers, dem ein "nach oben offenes" System die Möglichkeit geben müsse, zusätzliche Anforderungen zu realisieren.

Solche Merkmale, meinte Faßbauer, weise nur ein in ein zentrales System integriertes Subsystem auf, dessen Architektur folgende Fazilitäten bieten müssen:

- Zentraler Datenbankzugriff muß möglich sein, ebenso

- ClCS-/IMS-Implementierungen auf dem Host sind dezentral nutzbar zu machen;

- mittels RJE müssen sich "zentrale" Berichte dezentral ausdrucken lassen.

Diesen Maßstäben, erklärte Faßhauer, werde die 8100 gerecht, und zwar komplett und mit Freiheiten für den Endbenutzer. Was dieser Komfort kostet, wurde schemenhaft deutlich, als aus dem Zuhörerkreis der Wunsch nach einer zwischen zentral und dezentral differenzierenden Kostenangabe laut wurde. Eine "Größenordnung" sei es, was er nennen könne, meinte der Referent und: "Es ist durchaus nicht so, daß das Welten sind, die das trennt."

Faßhauer berief sich auf eine Untersuchung, bei der die gesamten Installationskosten für ein dezentrales System, das unter anderem mehrere DFV-Steuereinheiten und einige RJE-Anwendungen umfaßte, mit den gleichen Kosten für ein adäquates zentrales System verglichen wurden in Resümee: "Mit der 8100 können Sie preislich auf den gleichen Level kommen wie bei einer absolut zentralen Lösung. Und dann haben Sie noch die dargestellten Vorteile."