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10.06.2005

Offene Architektur soll Cell für das Highend rüsten

IBM baut den Prozessor in Blade-Server ein. Die Architektur wird freigegeben.

Die Entwicklungspartner IBM, Sony und Toshiba wollen die Spezifikationen ihres Cell-Prozessors in Kürze allgemein zugänglich machen. Jim Kahle, der Cell-Chefdesigner von Big Blue, erklärte, man wolle das für den Prozessor "in vier Jahren erarbeitete geistige Eigentum der Open-Source-Community spenden". Die Cell-Entwickler wollen keine Lizenzgebühren oder Geheimhaltungserklärungen verlangen. Im Detail sind die vorgesehenen Lizenzbestimmungen bisher aber noch nicht ausgearbeitet.

Neun CPU-Kerne

Erklärtes Ziel ist es, dass Programmierer mehr Anwendungen für den ungewöhnlichen Prozessor entwickeln. Damit bestätigen sich Vermutungen, dass der Cell für mehr Geräte als nur für Videospielkonsolen Verwendung finden soll. Die CPU verfügt über neun Prozessorkerne. Dabei steuert ein Core nach der Power-Architektur die Verteilung der Rechenoperationen auf acht "Synergistic Processing Units" (SPUs). Laut IBM-Manager Kahle sind Videobearbeitung, medizinische Systeme und High-Performance-Computing besonders interessante Anwendungsgebiete.

Inzwischen hat Big Blue nach einer Grafik-Workstation einen Blade-Server mit dem neuen Prozessor gezeigt. Das Blade soll ziemlich voluminös sein, wahrscheinlich eine Konzession an die große Hitzeentwicklung des Chips. Aus gleichem Grund dürften die zwei Prozessoren pro Blade mit 2,4 bis 2,8 Gigahertz auch recht langsam getaktet sein.

Schon bei drei Gigahertz Taktfrequenz soll eine Cell-CPU 200 Gigaflops (Gleitkommaoperationen pro Sekunde) leisten. Ein solches Zweiprozessor-Blade käme theoretisch auf 400 Gigaflops. Zum Vergleich: Das Beowulf-Cluster "Samson" an der Universität von Delaware bringt es auf 200 Gigaflops, benötigt dafür aber 128 AMD-Athlon-Prozessoren.

Anpassung an Linux

Den Cell-Blade-Server hat IBM mit einem Linux-Kernel 2.6.11 vorgestellt. Allerdings ist der noch nicht perfekt auf die Eigenschaften des Prozessors eingestellt. Der Kernel muss noch an die Synchronisierung der Tasks für die SPUs durch den Power-Rechenkern der CPU angepasst werden oder diese Verteilung selbst vornehmen. Nicht nur für diese Arbeiten ist die Beteiligung der Open-Source-Gemeinde erwünscht. Der Prozessor benötigt spezielle Bibliotheken und angepasste Programmiersprachen. Erst dann kann die Anwendungsentwicklung richtig losgehen. (ls)