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13.01.1989

Offene Provokation

Geht Sicherheitsexperten die Portabilität der Anwendungen über die Sicherheit der Daten und Systeme? Sicher nicht. Dennoch haben sich jetzt Security-Profis par excellence für Kommunikationssysteme unter einem Betriebssystem entschieden, das per se als unsicher gilt, dem sogar seine eifrigsten Propagandisten bescheinigen, daß es nur relativ sicher ist, aber doch sicher zu machen sei, was dann natürlich nach einiger Zeit wiederum nur relativ sicher ist.

Unix hat allen Unkenrufen zum Trotz Einzug gehalten ins Pentagon und ins britische Verteidigungsministerium, und zwar so, als sei dies die selbstverständlichste Sache der Welt. Sich an diesen Kulminationspunkten staatlicher Macht und institutionalisierten Sicherheitsdenkens Ignoranten in der Rolle von System-Entscheidern vorzustellen, fällt schwer. Wenn sich die Komitees in Washington und London jetzt gegen die vermeintlich höhere Sicherheit von Proprietary-Betriebssystemen ausgesprochen haben, befürworten sie damit gleichzeitig einen Mix von unterschiedlichen Security-Tools quasi als Sicherheits-Schale um Unix herum, daß seinerseits wegen seiner Offenheit doch auch ein hohes Maß an aktiver Sicherheit respektive Flexibilität garantiert. Bekanntlich kann eine gewisse Geschmeidigkeit im Sinne von"flexible response" gerade das entscheidende Plus an Sicherheit bedeuten. Wenn das keine Provokation ist?