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30.04.1993 - 

Butler-Studie raeumt mit Vorstellung von einheitlicher Systemplattform auf

Offene Systeme koennen nur eines bedeuten: Interoperabilitaet

"Wir werden niemals ein Standard-Betriebssystem, ein einziges Netzprotokoll, eine einheitliche SQL-Implementierung oder etwas dergleichen haben", prognostizieren Martin Butler und Mike Gower, die als Autoren der Studie zeichnen. Statt dessen muessten die meisten Organisationen auf absehbare Zeit mit heterogenen Hardware- und Systemsoftware-Welten leben. Das Fazit der beiden Marktforscher lautet deshalb: "Was offene Systeme in Wirklichkeit bedeuten, ist Interoperabilitaet."

Das Betriebssystem Unix, lange Zeit als Synonym fuer Offenheit gehandelt, hat nach Einschaetzung der Butler Group in spaetestens fuenf Jahren seinen Zweck erfuellt: Seine Rolle war die eines Katalysators; es trug entscheidend dazu bei, dass sich die Hardware zur Commodity entwickelte. Dasselbe Schicksal prophezeien die britischen Analysten auch den Betriebssystemen. Ausloeser dieser Entwicklung seien "interoperable" Anwendungen, bei denen es schlichtweg gleichgueltig sei, ob sie unter MVS, Unix, VMS, DOS oder Windows NT liefen.

Um ihre Argumentation zu stuetzen, unterteilen die beiden Autoren die gesamte Informationstechnik in drei Kategorien: Businessware, Middleware und Enableware. Businessware sind dabei die eigentlichen Anwendungen, die "dem Geschaeft unmittelbar Nutzen bringen".

Mapping zwischen Anwendungen und Ressourcen

Die Funktion der Middleware besteht darin, diese Anwendungen auf der jeweiligen Hardware- und Systemsoftware-Umgebung, der Enableware, abzubilden, also diese beiden Schichten zu verbinden, ohne sie dabei zu veraendern. "Das uneingeschraenkte Ziel jeder offenen Anwendungsstrategie ist es", so die These der Briten, "die Middleware so einzusetzten, dass die Businessware von der Enableware unabhaengig wird."

Als Beispiel fuer die Rolle der Middleware fuehren die Marktforscher die Funktion des Transaktions-Managers innerhalb des von X/Open definierten "Distributed Transaction Processing" (DTP) an. Diese Architektur weist dem Transaktions-Manager die Aufgabe zu, ein Mapping zwischen den Anwendungen und den Ressourcen durchzufuehren.

Waehrend das X/Open-Schema vor allem von den grossen Hardwareherstellern uebernommen wurde, gehen die Anbieter von Softwarewerkzeugen eigene Wege. So stellt das New Yorker Software- Unternehmen Information Builders die Interoperabilitaet zwischen Datenbanken und Betriebssystemen ueber eine eigens dafuer bestimmte Produktpalette mit der Bezeichnung EDA/SQL her. Eine aehnliche Funktionalitaet bieten die Software AG mit "Entire Function Server", Oracle mit "Glue" und Sybase mit "System 10".

Daneben stellen auch andere Tool-Anbieter Middleware-Funktionen zur Verfuegung. Innerhalb ihrer Anwendungsentwicklungs-Umgebungen offerieren diese Softwarehaeuser Unterstuetzung fuer unterschiedliche Benutzeroberflaechen, Betriebssysteme, Datenbanken und Netze. Der Haken dabei ist, dass diese Funktionalitaet nur in Verbindung mit dem jeweiligen Tool genutzt werden kann. Eine aus der Butler- Studie entnommene Uebersicht ueber Entwicklungswerkzeuge veroeffentlichen wir auf Seite 13.