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Offene Systeme problematisch Die Bull-Gruppe rutschte 1993 noch tiefer in die Verlustzone

01.04.1994

MUENCHEN (CW) - Die Bull-Gruppe meldet fuer das Geschaeftsjahr 1993 einen Nettoverlust von 5,07 Milliarden Franc oder umgerechnet 1,47 Milliarden Mark. Im Jahr zuvor hat das Defizit 4,72 Milliarden Franc (1,37 Milliarden Mark) betragen. Der Umsatz fiel um 6,4 Prozent. Enttaeuscht zeigt sich Bull ueber das Geschaeft mit offenen Systemen.

Der Umsatz der Bull-Gruppe ging im Fiskaljahr 1993 von 30,19 Milliarden Franc auf 28,25 Milliarden zurueck (von 8,75 Milliarden auf 8,21 Milliarden Mark). In der Verlustrechnung von 1993 sind 1,65 Milliarden Franc enthalten, die Bull in den naechsten zwei Jahren fuer Restrukturierungen aufwenden will. Mit den 5,07 Milliarden Franc des Fiskaljahres 1993 hat Bull in den letzten vier Jahren ein Defizit von 19,9 Milliarden Franc angehaeuft.

Obwohl der Pariser Computerfabrikant Bull erhebliche Mittel in das Geschaeft mit offenen Systemen investiert hat, trug die Open- Systems-Division des Herstellers 1993 nur zwoelf Prozent zum Umsatz bei. Ausserdem war sie gemeinsam mit dem PC-Geschaeft fuer schaetzungsweise die Haelfte des Betriebsverlustes von sieben Milliarden Franc verantwortlich.

Das Wachstum des Open-Systems-Bereichs lag mit zwoelf Prozent "weit unter der Zielvorgabe", wie Armand Malka, Leiter der Unix- Abteilung bei Bull, jetzt selbstkritisch einraeumte.

Der franzoesische DV-Hersteller hat bereits Rationalisierungsmassnahmen eingeleitet. So fiel die Anzahl der Mitarbeiter von 45500 auf 31700. Ausserdem hofft er, durch die Schliessung von Geschaeftsstellen in Paris rund 500 Millionen Franc einzusparen.

Ueber die Zulaessigkeit einer Finanzspritze der franzoesischen Regierung verhandelt die Europaeische Kommission. Die Entscheidung wird von dem Restrukturierungsplan abhaengen. Gelingt es Bull, noch Partner zu finden, die in das Unternehmen investieren, wird sich das positiv auswirken, mutmasst die "Financial Times". Eine Mehrheitsbeteiligung von NEC an Bull sei wenig wahrscheinlich, meint Frankreichs Industrieminister Gerard Longuet. Er glaubt vielmehr, dass Europaeer die ueberwiegenden Bull-Anteile halten werden. Der Minister wollte sich nicht an Spekulationen beteiligen, wie die Aktionaersstruktur nach der Privatisierung des Computerherstellers aussehen wird. Die IBM, die momentan 2,11 Prozent an Bull haelt, hat bereits bekanntgegeben, dass sie an einer Aufstockung nicht interessiert ist. NEC signalisiert zwar Interesse, hat sich aber noch nicht entschieden.

Vorrang hat fuer die Geschaeftsleitung des Konzerns freilich der Bilanzausgleich. Er soll spaetestens 1995 erreicht werden. 1996 soll die Open-Systems-Division wieder schwarze Zahlen schreiben. Dieses Resultat will Bull vor allem durch die Markteinfuehrung seiner neuen Pegasus-Baureihe im zweiten Quartal 1994 erreichen. Pegasus tritt dann neben die wenig erfolgreiche Serie DPX/20. Unter diesem Label verkauft Bull seit Ende 1992 die IBM- Workstations RS/6000.

Die neuen Maschinen sind schon mit dem von IBM, Apple und Motorola gemeinsam entwickelten Power-PC-Chip ausgeruestet und peilen das hochpreisige Marktsegment an. Gleichzeitig soll ein Teil der weniger rentablen Open-Systems-Aktivitaeten stillgelegt oder ausgegliedert werden. Zur Disposition stehen die Software- Entwicklung in Boston und Phoenix.