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24.07.1987 - 

Betrifft: Glaubwürdigkeit:

Offener Brief an Bernhard Dorn

"(But) what's the chance that one fine morning a year or two from now people will wake from their slumber, look at IBM, and all

of a sudden start talking again about the need for antitrust suits?"

Computer Industry Report der IDC International Data Corporation vom 23. Juni 1987

"Vielleicht Überdenken Sie Ihre Kolumnenpolitik einmal unter dem Gesichtspunkt, was Lesern zumutbar ist, die auch im Meinungsteil nicht emotional aufgeladen, sondern sachgerecht angesprochen sein wollen. Dies aber nur als Anregung, denn es geht nicht um unsere Glaubwürdigkeit, sondern um die Ihre."

Aus einem Brief von Bernhard Dorn, Stellvertretender Geschäftsführer der IBM Deutschland GmbH, an die COMPUTERWOCHE (CW Nr. 29 vom 17. Juli 1987)

Wie konnten wir, sehr geehrter Herr Dorn, nur vergessen, daß IBM-Anwender stets "sachgerecht" zu entscheiden pflegen. Pech für sie (die Kunden), daß das System 8100 unter der neuen System-Anwendungs-Architektur SAA nicht unterstützt wird. Für die 8100-Erfolge der Vergangenheit können sie/Sie sich nichts kaufen. Wir schrieben in unserer Kolumne, daß der Btx-Flop der IBM nicht geschadet habe. Sollten wir schiefliegen? Ob der Post mit dem Btx-Service irgendwann einmal der Durchbruch gelingt, ist uns, ehrlich gesagt, egal - der Markt wird's schon richten.

Zur (gerechten) Sache, die letztlich die alleinige Sache der Anwender ist: Es kann den Kunden nicht egal sein, welche Systeme die IBM jeweils als "strategische Produkte" deklariert. Es geht, Stichwort "Connectivity", für die Unternehmen um sehr viel. War nicht Ende der 70er Jahre das Informationssystem 8100 der Schlüssel zum IBM-Netz, 1983 das Modell /36, und 1985, nach den Intentionen von Big Blue, der Personal Computer (PC).

Sind Betriebssystem e DOS/VSE und MVS/XA in den Augen der IBM für verteilte Datenverarbeitung genauso geeignet wie etwa VM? Und was ist mit dem Abteilungsrechner 9370, für den es, im unteren Leistungsbereich, keine XA-Hilfen gibt? Nein, die Anwender brauchen keine Hinweise, welche Produkte die IBM gerade forcieren will. Die "Strategie" der IBM, siehe /3 6 und 8100, hat sich oft genug als bloße Hinhalte-Taktik erwiesen und die Kunden in Verlegenheit gebracht. Die Anwender brauchen eigene, herstellerneutrale DV-Konzepte (Unix).

Apropos Glaubwürdigkeit: Wir (die CW-Redakteure) meinen, wer im Pre-Announcement-Glashaus sitzt, sollte nicht mit SAA-Steinen werfen. Die - zugegebenermaßen inoffizielle - Ankündigung, mit portablen Anwendungen unter SAA sei 1989/90 zu rechnen, hat einen Aussagewert gleich Null.

Aber wann, wie und womit will (kann) die IBM den SAA-Rahmen ausfüllen? Worauf hat man sich im PS/2-Workstationbereich einzustellen? Wird es einen gemeinsamen Nachfolger für die Schrägstrich-Maschinen /36 und 138 geben? Können MVS und VM für SAA-Zwecke koexistieren? Gilt dies auch für IMS und DB2? Und Sie erklären: "IBM steht hinter OSI. " Ihre Botschaft, Herr Dorn, Hören wir wohl - allein es fehlt der Glaube! Nix für ungut - mit ein paar Antworten wären wir (und gewiß auch die Anwender) schon "sachgerecht" zufriedengestellt.

Mehr Glaubwürdigkeit ist nicht drin.