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Das Plus kommt über OS-X-Systemtechniken


14.12.2001 - 

Office:mac v. X - mehr als eine Portierung

MÜNCHEN (tc) - Seit Ende November ist Microsofts Arbeitspferd Office auch für Apples neues Betriebssystem Mac OS X zu haben. Das Paket überzeugt vor allem durch seine Optik und Benutzerfreundlichkeit.

Die Macintosh Business Unit unter Ägide des umtriebigen Kevin Browne geht seit geraumer Zeit erfreulich eigenständige Wege. Vergrätzte Microsoft früher die Mac-Gemeinde mit mehr schlechten als rechten Portierungen seiner Windows-Anwendungen, bietet der Hersteller inzwischen eigenständige Produkte für diese Klientel an - neben Office unter anderem Outlook Express und den Browser Internet Explorer, die beide mit jedem Mac ausgeliefert werden.

"Office:mac v. X" profitiert in weiten Bereichen von in OS X enthaltenen Systemtechniken. Hier sind vor allem die "Aqua"-Benutzeroberfläche mit ihren fensterinternen "Sheet"-Dialogen und der auf dem Portable Document Format (PDF) basierende 2D-Grafik-Layer "Quartz" zu nennen, der unter anderem schöne Transparenzeffekte in Grafiken und die Inline-Darstellung von PDF-Anhängen in E-Mails ermöglicht.

Über eine reine Portierung von "Office:mac 2001" für das klassische Mac OS geht die Version v. X deutlich hinaus. Neben der komplett neu gestalteten Oberfläche, an der nicht zuletzt die schönen Icons gefallen, haben die Entwickler diverse Neuigkeiten integriert. In Word lassen sich nun unzusammenhängende Textstellen gleichzeitig markieren, in Excel die Tastenkombinationen anpassen und Dateien automatisch wiederherstellen.

Am stärksten wurde aber die E-Mail/PIM-Kombination (Personal Information Manager) "Entourage" überarbeitet. Der Kalender ist komplett neu gestaltet, das Adressbuch unterstützt länderspezifische Formate und Zeitzonen für Termine. Ein dem Windows-Outlook entsprechender Exchange-Client ist Entourage allerdings nicht; ein solches Programm hat Microsoft zurzeit nur für das klassische Mac OS im Angebot. Ebenfalls noch nicht möglich ist der Datenaustausch mit einem PDA; hier muss Palm erst die entsprechende Hotsync-Infrastruktur bereitstellen.

Aus Office:mac 2001 wurden ins neue Release einige schöne "Mac-only"-Features übernommen. Vor allem der Seriendruck-Manager von Word, der Listenassistent in Excel und die DTP-angehauchte Formatierungspalette dürften so manchen Windows-Office-Anwender neidisch werden lassen. Dafür fehlen in der Mac-Variante die "Smart Tags" von Office XP. Allerdings verzichtet das Mac-Paket auf die umstrittene Produktaktivierung.

Office:mac v. X umfasst die Standardanwendungen Word, Excel und Powerpoint sowie das Macintosh-spezifische Entourage. Die Dateien lassen sich mit Windows-Versionen ab Office 97 ohne Konvertierung direkt austauschen. Auf der Apple-Plattform bietet Microsoft keine Desktop-Datenbank an, sondern setzt stattdessen auf enge Integration mit "Filemaker Pro". Das Office-Paket für OS X kostet als Vollversion 709 Euro, ein Update von Office:mac 2001 schlägt mit 389 Euro zu Buche. Weitere Informationen finden sich unter www.microsoft.com/germany/ms/mac.