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31.01.2005

Offshore-Markt: Noch liegt Indien vor China

Die chinesische IT-Branche muss sich konsolidieren, will sie die Vorherrschaft Indiens brechen

Der IT-Sektor Chinas ist derzeit kaum in der Lage, den indischen Konkurrenten im internationalen Software- und Servicegeschäft Paroli zu bieten. Die Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus, dass es lange dauern wird, bis chinesische Anbieter den Vorsprung aufholen können - wenn überhaupt. Möglich sei das allenfalls, wenn sich die stark zersplitterte chinesische Branche konsolidiere, heißt es in einer Studie.

Chinesen lernen Englisch

Dabei war der Aufschwung von Chinas IT-Sektor in den vergangenen Jahren laut McKinsey unverkennbar. Seit 1997 hätten die Umsätze im jährlichen Durchschnitt um 42 Prozent zugelegt, berichten die Unternehmensberater. Die Zahl der englischsprechenden IT-Spezialisten habe sich seit dem Jahr 2000 auf zuletzt 24 Millionen verdoppelt. Das Gesamtvolumen des chinesischen Marktes belief sich im Jahr 2003 auf 6,8 Milliarden Dollar, Tendenz weiter steigend. In Indien wurden im gleichen Zeitraum mit IT und zugehörigen Services rund 12,7 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Das grundlegende Problem haben die Unternehmensberater in der Struktur der chinesischen IT-Branche ausgemacht. Die Nachfrage komme vornehmlich aus dem lokalen Markt, der durch viele kleine und mittlere Betriebe sowie einen Fokus auf das Projektgeschäft geprägt sei. Rund zehn Prozent der Software- und Serviceumsätze werden mit ausländischen Kunden erzielt, deren größter Anteil aus Japan stammt; in Indien beläuft sich der Anteil ausländischer Kunden auf zirka 70 Prozent. Die zehn größten Anbieter vereinen in China rund 20 Prozent des Gesamtmarktes auf sich, in Indien sind es 45 Prozent. Fünf chinesische IT-Firmen haben mehr als 2000 Mitarbeiter, Indien hält mit 15 Unternehmen dieser Größenordnung dagegen. Einige davon wie Infosys und Wipro sind in den USA an der Börse notiert und setzen über eine Milliarde Dollar um.

Inder sind zertifiziert

Zudem seien McKinsey zufolge nur sechs der 30 größten IT-Spezialisten Chinas nach dem Capability Maturity Modell (CMM) in den höchsten Stufen vier und fünf zertifiziert; Indien kommt demgegenüber auf eine Quote von 100 Prozent. Daher seien viele chinesische Dienstleister noch keine ernsthafte Alternative für westliche Konzerne, denen der Sinn nach Offshore-Outsourcing stehe. (ajf)