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07.04.2006

Offshoring gilt in Deutschland nicht als Bedrohung

Die meisten IT-Dienstleister sehen in Services aus Niedriglohnländern weder eine Gefahr noch eine Alternative.
Die meisten deutschen IT-Dienstleister glauben, ihr Spezialwissen schütze sie vor Offshore-Konkurrenz.
Die meisten deutschen IT-Dienstleister glauben, ihr Spezialwissen schütze sie vor Offshore-Konkurrenz.

Trotz des Trends zur Verlagerung von Jobs in Niedriglohnländer geht die deutsche IT-Servicebranche recht gelassen mit dem Thema um. Laut einer Umfrage von Berlecon Research unter 92 IT-Dienstleistern betrachten nur etwa acht Prozent der Befragten Offshore-Angebote als ernsthafte Konkurrenz. 46 Prozent dagegen sehen darin keine Bedrohung, da sie sich auf Bereiche spezialisiert hätten, in denen Offshore-Anbieter keine Preisvorteile böten. Vor allem Tätigkeiten, die eine intensive Interaktion mit den Kunden und daher Präsenz vor Ort erfordern, seien nur bedingt Offshore-tauglich, so das Argument.

Auch nach Meinung von Andreas Stiehler, Analyst bei Berlecon, eignen sich wegen der zum Teil stark voneinander abweichenden Preise nicht alle IT-Services für die Auslagerung an Offshore-Anbieter. So seien die durchschnittlichen Tagessätze für anspruchsvolle Aufgaben wie Business-Consulting oder Projekt-Management 2005 deutlich höher als die für Offshore-affine Segmente wie Softwareimplementierung oder Anwendungssupport gewesen.

Stiehler warnt jedoch davor, sich der Offshore-Konkurrenz durch Spezialisierung auf höherwertige IT-Dienstleistungen entziehen zu wollen. Wenn sich viele Anbieter auf dieses Segment fokussierten, werde der Preisdruck hier weiter zunehmen. Zudem sei zu erwarten, "dass die fortschreitende Standardisierung im IT-Services-Umfeld den Offshorern auch in Segmenten am oberen Ende der Wertschöpfungskette den Markteintritt erleichtert".

Nach Ansicht des Analysten sollten sich die deutschen Anbieter daher dem Thema Offshoring nicht länger verschließen: "Durch die Integration von Offshore-Komponenten in eigene Dienstleistungen können sich die Anbieter durchaus Wettbewerbsvorteile verschaffen." Bislang nutzten nur 22 Prozent der IT-Diensleister diese Chance. Wichtig sei zudem, die Internationalisierung voranzutreiben. Bisher konzentrierten sich die deutschen IT-Serviceanbieter primär auf den hiesigen Markt. Damit bestehe die Gefahr, dass sie hinter der ausländischen Konkurrenz zurückfielen und Chancen in Wachstumsmärkten wie China oder Osteuropa ausließen. (sp)