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13.05.2015 - 

Kleider machen Karriere

Ohne Anzug wird man nichts

Bettina Dobe ist freie Journalistin aus München. Sie hat sich auf Wissenschafts-, Karriere- und Social Media-Themen spezialisiert. Sie arbeitet für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland.
Wer befördert werden will, muss im Büro schick sein, so eine Studie. Das sollten gerade Mittelständler beachten – denn diese vergreifen sich offenbar häufiger bei der Kleiderwahl.

Schlabberjacken, verwaschene Shirts und zerrissene Jeans – dieses Outfit mag privat in Ordnung sein. Karrieretechnisch bringt ein solcher Aufzug allerdings nicht den gewünschten Erfolg. Zwar zählen Fachqualifikation und soziale Kompetenz viel, wenn es um eine Beförderung geht. Gerade ITler sollten sich aber vor Augen halten, dass ihr Erscheinungsbild ebenso wichtig ist – auch wenn das Klischee des IT-Nerds, der T-Shirts mit witzigen Sprüchen trägt und sich durch Kellerbräune auszeichnet, meist nicht mehr gilt. Gerade Manager sollten wissen, dass sie nur im Anzug ernst genommen werden. Die Kleidung macht die Karriere.

Gerade Manager sollten wissen, dass sie nur im Anzug ernst genommen werden. Doch die Generation Y ("Digital Natives") ist oft leger gekleidet – ein Umdenken in Unternehmen ist aber noch nicht in Sicht.
Gerade Manager sollten wissen, dass sie nur im Anzug ernst genommen werden. Doch die Generation Y ("Digital Natives") ist oft leger gekleidet – ein Umdenken in Unternehmen ist aber noch nicht in Sicht.
Foto: kantver - Fotolia.com

Wie sehr das Aussehen die Beförderungschancen beeinflusst, das hat der Personaldienstleister Robert Half herausgefunden. 200 HR-Manager in Deutschland wurden im Rahmen der "Workplace Survey 2013" befragt. Die Kleidung hat einen großen bis ausschlaggebenden Einfluss auf die Karrierechancen: Das sagten 64 Prozent der Manager in der Umfrage aus. In den USA war der Anteil, wie eine frühere Umfrage ergeben hatte, sogar noch höher: 80 Prozent der befragten amerikanischen Personalmanager gaben an, dass gepflegte Kleidung höhere Erfolgschancen in der Bewerbung bedeutet. Wer befördert werden will, sollte sich angemessen kleiden.

Im Mittelstand kommt es besonders auf die Kleidung an

Gerade in mittelständischen Unternehmen kommt es auf die Kleidung an. In großen Konzernen und kleinen Betrieben ist die Wahl des Anzugs nicht so entscheidend wie in mittelgroßen Firmen, so ein Ergebnis der Umfrage. 20 Prozent der HR-Manager von mittleren Firmen sagten aus, dass der Kleidungsstil sich signifikant auf die Beförderungschancen auswirkt. In großen und kleinen Firmen waren es 13 Prozent. Nur ein Viertel der Personalchefs mittlerer Firmen räumte dem Erscheinungsbild überhaupt keine Bedeutung ein – in den anderen Fällen waren es etwa 40 Prozent.

Der Grund könnte darin liegen, dass in mittelständischen Firmen Manager wohl am wenigsten auf ihr Aussehen achten: Der Anteil der HR-Manager, die bei ihren Mitarbeiten sehr häufig ungewöhnliche oder unangemessene Kleidung trügen, ist doppelt so hoch wie in den anderen Unternehmensarten, nämlich bei 14 Prozent, so die Studie. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass in Konzernen ein Dresscode etabliert ist und in kleinen Betrieben vielleicht die Kleidung nicht so sehr ausschlaggebend ist. Getreu dem Motto: Man kennt sich ohnehin.

Insgesamt gab mehr als ein Drittel, 39 Prozent, der befragten HR-Manager an, dass sie oft bis sehr oft unangemessene Kleidung bei den Mitarbeitern im Unternehmen festgestellt hätten. In den Mittelstandsfirmen ist hier der Anteil derjenigen, die morgens im Kleiderschrank daneben greifen, deutlich höher als in anderen Firmen.

Die Tabus im Büro

Zwar gilt in jedem Betrieb ein anderer Dresscode. Aber auf ein paar Grundregeln konnten sich laut Umfrage alle HR-Manager einigen. Tabus sind Sandalen, Flip-Flops, ärmellose T-Shirts, Sneakers, Trainingshosen, bei Männern kurze Hosen, bei Frauen durchsichtige Kleidung und abgewetzte Jeans. Als sicher dürfte anzunehmen sein, dass auch für Herren durchsichtige Klamotten nicht erwünscht sind. Zwar ist der Dresscode nicht mehr so streng wie früher, wer ausschließlich Anzug trägt, ist bei seiner eigenen Belegschaft meist unbeliebt. Die Generation Y, die immer mehr in die höheren Ebenen aufsteigt, nimmt den Unterschied zwischen Berufs- und Freizeitkleidung ohnehin nicht mehr so genau. Trotz eines zunehmend legeren Auftretens gilt nach wie vor: Wer die Karriereleiter nach oben klettern will, sollte Jeans und Polohemd im Schrank liegen lassen.

Nicht nur ein Verzicht auf die Motiv-Krawatte und den Konfirmandenanzug beeinflusst mittlerweile die Karrierechancen. Auf das Aussehen kommt es an. Schöne Menschen, das ergab eine Studie, sind im Job erfolgreicher und verdienen mehr. Attraktive Männer verdienen bis zu 15 Prozent mehr als ihre unattraktiven Kollegen. Viele Manager wollen – oder müssen – jugendlich und fit erscheinen. Gerade in den Dax-Unternehmen geben sich die Entscheider Mühe, gesund zu wirken, schlank und gut gekleidet. Das gehört zum beruflichen Erfolg dazu.

Zwar ist das Aussehen genetisch bedingt. Wer sich aber Mühe gibt, gepflegt und fit auszusehen, kann diesen "Nachteil" bis zu einem gewissen Grad wieder ausgleichen mit Sport und Hautpflege. Andere lassen künstlich mit Schönheitsoperationen nachhelfen. Wem das alles zu stressig, teuer oder verrückt ist: Schon ein gut sitzender Anzug kann der Karriere neuen Schwung verleihen. (tö)

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Horst Ulrich Köther

Über manche Themen kann man trefflich streiten! Eine schöne Hülle mit nichts drin wirkt schon nach ein paar Minuten Gespräch nicht mehr. Ordentlich gekleidet ist der, der passend zu seiner Arbeit gekleidet ist. Jemand, der sich seine Finger nur virtuell schmutzig macht, kann gut im Anzug herumlaufen; der Techniker, der auch hinter den Server krabbelt, wohl eher nicht. Apropos: Cordhose geht zum Jackett ausschließlich, wenn dieses auch Cord ist - und nur im Winter. Gruß, HUK

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