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18.06.1993

Ohne die Peripheriehersteller geht es nicht Microsoft kuendigt Architektur fuer die Buerokommunikation an

MUENCHEN (CW) - Microsoft handelt mit Visionen. Mit der Ankuendigung der Software-Architektur "Microsoft at Work" will das Unternehmen nicht nur einen hauseigenen Standard fuer die Kommunikation im Bueroumfeld setzen, sondern darueber hinaus sein Betriebssystem zur Einheitsplattform fuer jede Computerperipherie, jedes Spielegeraet, jedes elektronische Telefon und jeden Kopierer machen.

Microsoft at Work stellt im Kern eine programmierbare Windows- Betriebssystem-Umgebung dar, die ohne DOS auskommt, und auf jedem Geraet eingesetzt werden kann, das mit einem Intel-Prozessor arbeitet. Die damit ausgestatteten Produkte wie PCs, Faxgeraete oder Drucker sollen miteinander sowohl ueber lokale Netze als auch via Telefon und darueber hinaus kabellos miteinander kooperieren koennen. Als Kommunikationswege dienen die hauseigenen Schnittstellen Wabi und Telephony API. Hinzu kommt die grafische Oberflaeche.

Wenn es nach den Vorstellungen von Microsoft geht, werden in Kuerze neben PCs auch Drucker, Telefone, Kopierer, Faxgeraete, Spielecomputer und die als PDAs bekannten Subnotebooks mit dem System arbeiten. Insider bezeichnen das Produkt wegen des breiten Anwendungsspektrums gelegentlich als "Windows fuer Waschmaschinen".

Analysten stehen den Moeglichkeiten der neuen Microsoft- Architektur derzeit offenbar noch recht hilflos gegenueber. So konnte das Wall Street Journal eigenen Angaben zufolge keinen namhaften Marktbeobachter zu einer Einschaetzung des Martpotentials von Microsoft at Work bewegen.

Andere Stimmen wie etwa der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" vermuten hinter der Ankuendigung monopolistische Absichten von Microsoft. Die Briten urteilen: "Es handelt sich hier um einen unverschaemten und mit gespielter Unschuld vorgetragenen Plan, die DV-Welt zu beherrschen."

60 Unternehmen folgen

dem Gates-Aufruf

Klar ist derzeit lediglich, dass die Hoffnungen von Bill Gates auf die Erschliessung eines neuen Massenmarkts und die Durchsetzung eines Standards fuer die Buerokommunikation sich nur erfuellen koennen, wenn die Peripheriehersteller mitspielen. Sie sollen naemlich jedes ihrer Produkte nicht nur mit der neuen Windows- Umgebung, sondern auch mit mindestens einem Intel-Chip ausruesten.

Zu den 60 Unternehmen, die dazu bereit sind, gehoeren AT&T, Compaq, HP, NEC, Northern Telecom, Ricoh und Xerox. Nach Informationen des britischen Brancheninformationsdienstes "Computergram" sollen diese Unternehmen ihre mit der neuen Architektur ausgestatteten Produkte mit dem Aufkleber "Microsoft at Work" versehen und fuer jedes verkaufte Geraet eine Gebuehr an den Windows-Hersteller abfuehren.

In der Einfuehrungsphase steht der Bereich Buerokommunikation im Vordergrund. Dort soll sich Microsoft at Work vor allem dadurch nuetzlich machen, dass zum Beispiel ein Dokument mit Hilfe einer einfach zu bediendenden E-Mail-Dialogbox an einen anderen Netzteilnehmer, zum Drucker, Faxgeraet oder Kopierer gesandt werden kann.

Besonders grossen Anklang erhofft sich Microsoft bei Entwicklern, die am boomenden Markt fuer elektronische Endgeraete profitieren wollen. Sie koennen bald ueber das Windows-API Anwendungen fuer beliebige Endgeraete erstellen, sofern sie mit Intel-Prozessoren und dem Microsoft at Work ausgestattet sind.