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28.05.1999 - 

Web-Dienste

Ohne Dienstleistungen geht es praktisch nicht

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind mit dem Internet-Auftritt im Do-it-yourself-Verfahren überfordert. Web-Dienstleister machen aus der Not eine Tugend und überschütten den Markt mit einer Fülle von Services: vom reinen Internet-Zugang, über Sicherheitsdienste bis hin zur Erstellung von Web-Seiten und Anwendungsentwicklung. Zudem erhalten Firmenkunden Unterstützung beim Aufbau von Web-Shops sowie beim Online-Marketing und der Werbung. Von Klaus Manhart*

Nichts geht mehr ohne Internet. Was Großunternehmen schon längst praktizieren, wird für immer mehr Firmen zu einer wichtigen Geschäftsstrategie: die Anbindung ans Internet und der firmeneigene Web-Auftritt. Doch damit nicht genug: Viele Organisationen wollen sich das Netz der Netze als weiteren Vertriebskanal erschließen.

Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen wird der Druck immer stärker, ebenfalls eine eigene Web-Präsenz aufzubauen und das Internet in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren. Doch jede Internet-Aktivität erfordert neben Know-how personelle Ressourcen. Ist der reine Internet-Zugang zum Surfen und E-Mail-versenden noch einigermaßen in Eigenregie zu bewältigen, kommen bei der Planung eines firmeneigenen Web-Auftritts mit entsprechender Infrastruktur komplexe, miteinander verzahnte betriebswirtschaftliche und technische Aspekte hinzu. Nicht von ungefähr bestehen die Internet-Teams finanzkräftiger Großfirmen in den USA aus mehreren Dutzend Mitarbeitern. Diese Projektgruppen setzen sich aus Web-Mastern, Systemadministratoren, Programmierern, Grafikdesignern, Marketing-Spezialisten sowie Kaufleuten zusammen.

Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist ein ganzer Stab von Mitarbeitern für die Realisierung von WWW-Projekten weder finanziell tragbar noch sinnvoll. Denn im Gegensatz zu großen Internet-Präsenzen sind bei kleineren Auftritten die meisten Dienstleistungen nur temporär nötig. Steht die Internet-Basis, hält sich bei kleineren Angeboten der Bedarf an personellen Ressourcen, etwa für die Pflege der Sites, in Grenzen.

Doch auch bei größeren Firmen besteht ein Bedarf an temporären Netzspezialisten, besonders, wenn es darum geht, komplexe Techniken wie Datenbankanbindung oder Sicherheitslösungen in die Internet-Infrastruktur zu integrieren. Kein Wunder, daß mit dem Boom des Web die Nachfrage nach externen Dienstleistern ständig steigt. Deshalb tummelt sich in diesem lukrativen Geschäftsfeld eine Vielzahl von Anbietern mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Viele dieser Internet-Dienstleistungen werden von traditionellen Telekommunikationsfirmen, Internet-Service-Providern (ISPs) und Unternehmen aus der Hard- und Softwarebranche angeboten. Neben den klassischen ISPs wie Uunet und Xlink bietet zum Beispiel die Deutsche Telekom eine ganze Palette von Diensten für Geschäftskunden an, ebenso Firmen, die zu den "neuen" Carriern zählen, wie beispielsweise Viag Interkom und Mannesmann Arcor. Daneben haben sich oft noch sehr junge Unternehmen auf Marktnischen spezialisiert.

Providerwahl entscheidend

Zum Kerngeschäft der Telekommunikationsgesellschaften und ISPs zählt vor allem die Anbindung von Unternehmen ans Internet. Die Verbindung des Firmennetzes mit dem ISP ist die Basis aller Web-Dienste: Über den Anschluß kann das Unternehmen sowohl Informationen aus dem Netz abrufen als auch - im Falle eigener Web-Server - Informationen für andere Nutzer zur Verfügung stellen.

Die Wahl eines guten Providers ist für ein Unternehmen eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt. Denn mit der Qualität der Internet-Anbindung steht und fällt die Akzeptanz sowohl der Mitarbeiter als auch die der Kunden. Von zentraler Wichtigkeit für Business-Kunden sind vor allem Zuverlässigkeit und ein guter Datendurchsatz. Eine Netzverbindung, die ständig zusammenbricht, kann für ein Unternehmen ebenso fatale Auswirkungen haben wie eine zu geringe Bandbreite mit langen Wartezeiten. Vor allem die Backbone-Struktur des Providers ist ein entscheidendes Leistungskriterium.

Die Anforderungen von Business-Kunden wurden von den großen Diensteanbietern schon lang erkannt. Die meisten bieten auf einen bestimmten Datenverbrauch optimierte Tarife.

Kunden mit geringem bis mittlerem Datenaufkommen werden dabei ebenso bedient wie Firmen mit einem sehr hohen Volumen. Die Telekom etwa offeriert eine Festverbindung direkt an einen leistungsfähigen Internet-Backbone mit Anbindungen in Zugangsklassen von 64 Kbit/s bis 34 Mbit/s. Viele Provider bieten zudem eine Megabyte-genaue Abrechnung, so daß der Kunde nur für das Datenvolumen bezahlt, das er tatsächlich in Anspruch genommen hat.

Nicht nur Zugangsdienste

Die meisten ISPs verstehen sich nicht als reine Internet-Zubringer, sondern haben zusätzliche Dienstleistungen von der Domain-Registrierung bis zum Web-Hosting und Web-Design im Angebot. Besonders Web-Hosting ist ein lukrativer Markt, auf dem sich neben den Zugangs-Providern auch spezialisierte Consulting-Firmen wie Schlund & Partner oder WWW-Service tummeln.

Kleinere Firmen nehmen gern Web-Hosting-Dienste in Anspruch. Auf diese Weise kommen sie nämlich günstig zu einer eigenen Web-Präsenz mit guter Internet-Anbindung, ohne eigene Hard- und Software vorhalten zu müssen. Grundsätzlich steht beim Web-Hosting der Internet-Server nicht im eigenen Unternehmen, sondern beim Provider, der die gesamten Ressourcen zur Verfügung stellt. Drei Formen sind hier zu unterscheiden: Bei einem virtuellen Server mit eigener Domain mietet man nur Plattenplatz auf einem Rechner des ISP, teilt diesen also mit anderen Kunden.

Web-Server beim Provider

Viele Hosting-Firmen bieten eine monatliche Transferrate von 500 MB oder 1 GB an. Dies reicht für den durchschnittlichen Firmenauftritt völlig aus. Bei einem Dedicated Server steht beim Provider ein separater Internet-Rechner zur Verfügung, geteilt werden meist der Mail-Server und die Standleitung. Beim Server-Housing schließlich steht ein frei wählbarer Server bei einem Internet-Provider inklusive eigener Standleitung. Da der Internet-Server in jedem Fall nicht im eigenen Unternehmen, sondern beim Web-Host-Betreiber steht, spart sich der Kunde eine teuere Standleitung zwischen dem firmeneigenen Internet-Server und dem Provider-Zugang. Zudem entfällt aufwendiger technischer Service, da alles in der Leistung des Providers inbegriffen ist.

Fast jeder Provider bietet diesen Dienst heutzutage zu moderaten Kosten an. Für ein Datenvolumen von 1 GB (entspricht mehreren tausend Web-Seiten) sind Kosten im Bereich von 100 Mark monatlich üblich. Einige Provider erheben pauschale Gebühren ohne Volumenabrechnung, andere bieten Mischformen an.

Mit die am häufigsten extern in Anspruch genommene Dienstleistung sind die Erstellung von Web-Seiten, das Web-Design und Web-Publishing. Neben einer schnellen und stabilen Internet-Anbindung ist eine gute Web-Site ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Internet-Auftritt. HTML-Programmierung, Grafikdesign, Corporate Identity, Nutzerfreundlichkeit - nirgends ist es für einen professionellen Web-Auftritt zwingender als hier, mit Experten zu arbeiten: Ein flotter Seitenaufbau, einfache Navigation, zeitgemäße Grafikelemente, der Anschluß an Datenbanken und andere Anwendungsprogramme gehören zum A und O des Web-Publishing. Zwar wird dieser Service in manchen Fällen als Zusatzdienst von ISPs oder Web-Hosting-Anbietern gleich mit angeboten, doch auch sie arbeiten oft mit externen Fachkräften zusammen.

Gerade beim Web-Design gibt es etliche kleine Agenturen oder Web-Büros, die vor Ort flexibel und kostengünstig einen Internet-Auftritt gestalten. Ein Blick in das entsprechende Yahoo!-Verzeichnis unter http://www.yahoo.de/ Handel_und_Wirtschaft/Firmen/ Internet_Dienste/Web_Anbieter/ Designer/ vermittelt einen Eindruck vom riesigen Angebot in dieser Branche.

Am meisten Consulting-Bedarf besteht wohl bei E-Commerce-Lösungen. Dazu zählen Online-Einkaufs- und -Verkaufssysteme sowie Kundenservice im Internet. Besonders der Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Web wird derzeit für viele Unternehmen ein Thema. Statt teure und Service-intensive Online-Shopping-Systeme zu kaufen, bietet sich hier als Alternative das Shop-Hosting - das Mieten eines Online-Geschäfts. Dabei nutzt der Betreiber eines virtuellen Ladens die Infrastruktur eines Diensteanbieters. Dieser hat auf seinem Server die entsprechende Software installiert und stellt Webspace und die erforderliche Bandbreite bereit. Der Shop-Gründer profitiert von diesem All-in-one-Service. Er muß sich um keine weiteren Details kümmern und hat von vornherein eine klare Kostenübersicht. Zusätzliches Know-how oder teures Personal für Konzeption, Einrichtung und Wartung ist nicht nötig. Vor allem für kleinere Händler und E-Commerce-Einsteiger ist dies eine praktische und preiswerte Variante.

Im Gegensatz zu den einfachen Shops bedarf es bei komplexeren E-Commerce-Umgebungen einer Fülle von Dienstleistungen. Etwa wenn Warenwirtschaftssysteme, Datenbanken sowie Produktkataloge in den Web-Shop einzubinden sind. Dabei ist es unerheblich, ob sich das Angebot an Endkunden oder an andere Firmen, beispielsweise Handelspartner oder Kunden, wendet. Beratungs- und Integrationsdienstleistungen sind auch bei der Einführung von Bezahlsystemen (Electronic Payment) nötig - sei es nun per Kreditkarte, Lastschrift, elektronisches Geld oder per Rechnung.

E-Commerce und das Öffnen des eigenen Netzes nach außen bergen allerdings auch Risiken. Hacker sind ständig auf der Suche nach Schwachstellen, um an sensitive Daten heranzukommen. Bei der Anbindung von Geschäftspartnern, Mitarbeitern und Kunden ans Internet ergeben sich Sicherheitsanforderungen, die über den Schutz firmeninterner Strukturen hinausgehen. So kommt der Abschirmung vertraulicher Daten bei deren Übermittlung, Speicherung und Verarbeitung sowie geschäftlicher Transaktionen wachsende Bedeutung zu. Das Installieren von Sicherheitskonzepten ist die Voraussetzung für professionelle Internet-Zugänge. Bevor man eines dieser Systeme sinnvoll und nutzbringend einsetzen kann, ist jedoch eine genaue Planung notwendig. Hier setzen Sicherheitsdienstleister an und unterstützen bei der Absicherung von inneren zu fremden Netzwerken, der Auswahl eines geeigneten Systems und der Konzeption und Integration der Firewall in das firmeneigene Netzwerk.

Allein mit der Plazierung einer Firma im Web ist es in der Regel nicht getan: Der eigene Web-Auftritt muß auch vermarktet werden. Der Eintrag in Suchmaschinen ist nur ein Aspekt einer ganzen Internet-Vermarktungsmaschinerie. Auch hier empfiehlt es sich, auf das Internet spezialisierte Marketing-Profis zu Rate zu ziehen. Werbeagenturen mit Internet-Know-how sind zwar noch dünn gesät, doch das Angebot wächst. Unternehmen mit kleinem Etat können auch auf günstige All-in-one-Werbepakete zugreifen. Die Firma 1&1 hat beispielsweise für knapp 2000 Mark einen kompletten Werbefeldzug im Paket. Er beinhaltet eine Sammelanzeige, 30 Suchmaschineneinträge sowie das Erstellen von Pressemitteilungen.

Steht der Internet-Auftritt, ist der Bedarf an Consulting-Leistungen für viele gestillt. Bei kleineren Auftritten dürfte ein als "Teilzeit-Webmaster" abgestellter Mitarbeiter ausreichen, um das Internet-Angebot zu betreuen. Denn für Überwachung, Updates, Beantwortung von E-Mail-Anfragen, Änderungen, Anmeldung bei Suchmaschinen oder für die Vergabe von E-Mail-Adressen unter der eigenen Domain braucht der Web-Betreiber keine teuren Spezialisten. Und bei mindestens 80 Prozent aller Firmen ist dies eine Aufgabe für vielleicht fünf bis 20 Wochenstunden.

Wer jedoch auch dafür keine Ressourcen hat, kann sich auch einen Teilzeit-Webmaster mieten. Die Wartung der Web-Site, Preisänderungen oder Ergänzungen um neue Artikel, das Beantworten von E-Mails - all das läßt sich grundsätzlich extern durchführen. Die aufgewendete Zeit läßt sich ebenso spezifizieren wie die Aufgaben, die der Dienstleister übernehmen soll. Der Vorteil für das Unternehmen: Die Mitarbeiter können sich voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

*Klaus Manhart ist freier Journalist in München.