Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.06.1996 - 

Intel-Manager befürchtet soziale Verwerfungen

Ohne Gemeinsinn entsteht keine funktionierende Internet- Gemeinde

McGeady begrüßt, daß das Netz der Netze eine Entwicklung einleitet, bei der hierachische Client-Server-Konzepte durch verteilte und dezentrale Techniken abgelöst werden. Diese Veränderung wirke jedoch weit über den technischen Bereich hinaus. Dazu gehört, daß Computer-Arbeitsplätze noch weit mehr als bisher konventionelle Berufe überflüssig machen werden. In einer solchen Welt hätten DV-Illiteraten kaum mehr eine Chance auf eine Anstellung.

Aber auch für diejenigen, die weiterhin Beschäftigung haben, wird sich die Welt grundlegend wandeln. Viele werden nicht mehr ins Büro fahren, sondern von zu Hause aus arbeiten. Nicht nur für Singles bedeutet das, daß sie aus ihrem sozialen Umfeld gerissen werden. Schließlich sind die Kollegen für die meisten neben der Familie die wichtigste Kontaktgruppe. Die Folgen der Heimarbeit können Vereinsamung sein, aber auch wachsende Mißverständnisse aufgrund mangelnder Kommunikation. Daraus können gesellschaftliche Verwerfungen entstehen, denen man nach Ansicht des Intel-Managers durch die Verbesserung der menschlichen Verständigung im Netz entgegenwirken muß.

"Wir haben eine unabweisbare moralische Verpflichtung, Gemeinschaftssinn ins Internet zu bringen", schreibt McGeady daher der IT-Branche ins Stammbuch. Es gehe darum, die Ad-hoc-Meetings in den Foren der Online-Dienste durch beständige "Netz- Nachbarschaften" zu ersetzen. Zur Schaffung von dauerhaften Beziehungen seien die bislang gängigen E-Mail-Systeme, die McGeady als "vorsintflutlich" bezeichnet, gänzlich ungeeignet.

Mit diesem Schwenk zu konkreten Techniken spielt McGeady offensichtlich auf das hauseigene Videokonferenzsystem "Pro- share" an, das jetzt für den Internet-Einsatz optimiert wurde. Doch um die Verbesserung der E-Mail-Kommunikation etwa durch Telephony bemühen sich auch die Konkurrenten. Es ist jedoch fraglich, ob diese Projekte reichen, um das Web, wie McGeady hofft, zu einem Treffpunkt auszubauen, "in dem wir verläßliche Partner für unsere Interessen und Aufgaben finden".