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06.03.1987 - 

Serie: Zukunftweisende Konzepte für Großunternehmen des Dienstleistungssektors, (Schluß):

Ohne Kompetenz keine Bürokommunikation

Das Aufgabenfeld "Bürokommunikation" wird von Unternehmen zu Unternehmen recht unterschiedlich definiert. Sie reichen von einer sehr engen Begriffsfassung, die sich auf den Bereich "Textbe- und -verarbeitung" beschränkt, bis zu der umfassenden Sichtweise, die Jegliche Online-Anwendung umfaßt (Teil 1, der Serie erschien in CW 8. Seite 28. Teil 2 in CW 9, Seite 24).

Nach hier vertretener Ansicht ist die erste Variante zu restriktiv. Obwohl eher der zweiten Sichtweise zu geneigt, so muß doch darauf hingewiesen werden, daß die Anwendungsentwicklung für Fachbereiche nicht Gegenstand von Bürokommunikation sein kann. Die Online-Anwendungen sind nur insoweit von Intieresse, als sie im Sinne der Informationslogistik für den Mitarbeiter bereitgestellt werden. Außerdem ist neben der Datenkommunikation auch die Sprach- und Textkommunikation Bestandteil des Aufgabenfeldes.

Folgender Rahmen bietet sich für ein Aufgabenfeld "Bürokommunikation" an:

a) PABX-Planlung und Implementierung;

b) Postdienste und -netze (inklusive TKO-Inplikationen, ISDN);

c) WAN (mit der Planung und Implementation dezentraler Intelligenz sowie der Planung von Übertragungsmedien wie HFD, Datex-P/L, Satelliten etc.);

d) LAN-Planung Implementierung;

e) (Bewegt-) Bildkommunikation.

f) lnhouse-Mailbox

g) Telematikdienste wie

- MHS (X.400)

- Teletex

- Btx

- Telefax

(zum Teil mit direkter Anbindung an Online-Anwendungen ohne manuelle Eingriffe)

h) Externe Datenbanken (Zugriff auch von herkömmlichen Terminals über homogene und heterogene Netze für die Anwendung):

- Dialog,

- File-Transfer,

- Programm-Programm-Kommunikation.

Nicht zu vernachlässigen ist das Thema Netzwerkmanagement:

a) Netzkonfiguration (Planung und Realisierung);

b) Netzmedien (Art des Kabels);

c) Netzadministration und Directory

Die Entwicklung von Online-Anwendungen fällt nicht in den Bereich der Bürokommunikation. Hierbei handelt es sich um derartig komplexe Themen, die den ohnehin recht großen Umfang des Aufgabenfeldes

"Bürokommunikation" sprengen würden. Die Implementierung von Büro-Werkzeugen und -Services sollte allerdings ohne die Koordination durch Bürokommunikation nicht durchgeführt werden. Der Einsatz dieser Tools und Services setzt eine Kommunikationsanalyse voraus.

Teamzusammensetzung und Richtlinienkompetenz

Bleibt schließlich die Frage nach der Personalien Zusammensetzung eines Aufgabenfeldes "Bürokommunikation". Zunächst ist Abstand zu nehmen von der Vorstellung, die Bürokommunikation sei ein Projekt. Projekte sind im allgemeinen durch eine zeitliche Limitierung gekennzeichnet. Abgesehen davon, daß ein klar definiertes Ziel, das bis zu einem exakt festgelegten Zeitpunkt erreicht ist, durch die Komplexität der Kommunikationsthematik unmöglich ist, bleibt zu beachten, daß mit dem Bereich der Netzadministration und ohne Directory eine Linienposition eingerichtet wird, die ständig besetzt sein muß, um ein Kommunikationsnetz mit dezentraler Intelligenz und einer Vielfalt von Endgeräten zu administrieren. Das bedeutet jedoch nicht, daß einzelne Aktivitäten in Bürokommunikation in Form von Projekten realisiert werden.

Sinnvoll ist die Konstitution einer Abteilung "Bürokommunikation", die neben Organisatoren etwa zur Durchführung von Kommunikationsanalysen aus Systemanalytikern, TP-Experten und Nachrichtentechnikern zusammengesetzt sein sollte. Daß darüber hinaus für die Aufrechterhaltung des operativen Betriebes Stellen wie die Fernschreib-, Fernsprechzentrale und die Legitimationsinstanz integriert werden müssen, ist selbstverständlich.

Eine Abteilung Bürokommunikation ist mit Kompetenzen auszustatten, um ein derartig ehrgeiziges Vorhaben zum Erfolg zu führen. So muß der Erwerb von Endgeräten, die an PABX oder LAN angebunden werden sollen, über die Bürokommunikation gehen. Auch die Festlegung der ISO-Protokolle, derer es auf jeder Ebene eine Vielzahl gibt, muß als Richtlinienkompetenz von der Abteilung Bürokommunikation festgelegt werden.

*Dr. Dirk Nouvortne ist Teamleiter "Bürokommunikations" im Bereich Datenverarbeitung und Arbeitsverfahren des Gerling-Konzerns.