Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.10.1984 - 

Mit Hard- und Software von Commodore in medias res:

Ohne Konzept bald DV-Chaos in der Schule

HILDESHEIM (lo) - "Technik-Euphorie ohne solide Basis taugt nichts", bezieht Professor Günter Wiemann Stellung zur DV-Schulplanung. Der Leiter des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfort-, -weiterbildung und Unterrichtsforschung (NLI) in Hildesheim erhielt jetzt 30 Mikrocomputersysteme. Damit sollen geeignete Unterrichtsanwendungen realisiert und Lehrer für den Computereinsatz an Schulen ausgebildet werden.

Für kompetente Lehrer auf dem Gebiet der neuen Techniken setzt sich der Spender Commodore seit 1977 mit Hard- und Software sowie dem technischen Know-how ein. Die überlassenen Geräte - Tischcomputer, Floppy-Laufwerke und Drucker sowie Farbmonitore - betrachtet das NLI als Grundstock für seine Arbeit.

"Von allen Lehrmitteln hat sich durchgesetzt: die Schiefertafel, der Overhead-Projektor, und als drittes Element mit großer Zukunft kommt der Bildschirm hinzu", beschreibt den Status quo der NLI-Leiter Wiemann.

Die niedersächsische Fortbildungseinrichtung macht es sich zur Aufgabe, sogenannte Multiplikatoren auszubilden. Diese bereits von der DV "vorbelasteten" Lehrer können dann dezentral in lokalen Computer-Centern zur Kollegenfortbildung eingesetzt werden. Man sei auf gutem Wege, das bestehende Wissensdefizit der Lehrkräfte nachzuarbeiten.

Es beständen allerdings Bedenken auf den fahrenden Zug aufspringen zu wollen und die Schulen mit Geräten vollzustopfen, ohne ein didaktisches Konzept zu besitzen Hier bestehe ein "kleiner Widerspruch" zu allgemeinen Tendenzen und der Computerindustrie. Professor Wiemann stellt klar: "Wenn wir ernstgenommen werden wollen, müssen wir zunächst in einem Zwischenschritt die Relevanz der neuen Medien für das allgemeinbildende Schulwesen prüfen und zugleich auch ihre didaktische Verarbeitung." Nur so bestehe die Chance, Enttäuschungen und, damit verbunden, Leerlauf wie auch nutzlos hohe Kosten während der Einführung neuer Technik bei Lehrern und Schülern zu vermeiden. "Ich will nur das Beispiel "Sprachlabor" nennen", konkretisiert der NLI-Leiter.

Auswirkungen der neuen Informationstechnologien zu untersuchen auch auf fachfremde Schulfächer wie Kunst, Musik oder Sprachen, ist eine Linie des LNI-Konzepts, verwirklicht durch die Arbeit von derzeit elf Prüfungskommissionen,

Neue Produktionstechnologien des CAD- und CNC-Bereichs im Berufsschulunterricht auszudehnen stellt die zweite Linie dar Dazu gehört etwa, Programme für den Unterricht auswählen sowie DV-Literatur Unterrichtsmedien und Arbeitsmittel.

Der niedersächsische Kultusminister Georg-Berndt Oschatz nannte die Zahl von

24 000 Lehrern, denen in den kommenden vier Jahren fachdidaktische Kenntnisse auf dem Gebiet der neuen Techniken vermittelt werden sollen. Niedersachsen verfolgt bisher als einziges Bundesland einen integrierten Ansatz, bei den Mikrorechner im Unterricht fachübergreifend Anwendung finden.

Kultusminister Oschatz begrüßte bei der Geräteübergabe Erfahrungeaustausch und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Computertechnik. Zugleich wies er darauf bin, daß besonders bei Real- und Hauptschulen die Ausstattung bis zu 75 Prozent den Erfordernissen hinterherhinke.