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15.03.2006

Ohne Open-Source-Kompetenz geht es nicht mehr

Auch Dienstleister, die ihre Wurzeln in proprietären Umgebungen haben, brauchen inzwischen umfassendes Wissen über Open-Source-Produkte.

Linux hat sich in den Rechenzentren etabliert; zu Unix-, Windows- und Mainframe-Systemen ist eine weitere Umgebung hinzugekommen. Das hat nachhaltigen Einfluss auf die Aufgaben der Dienstleister; denn die unterschiedlichen Systeme arbeiten nicht isoliert, sondern sind miteinander verknüpft. Die Anbieter von Services müssen sich also in verschiedenen IT-Welten auskennen.

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Anfangs war Linux auf Nischen beschränkt, insbesondere auf Web-orientierte Anwendungen. Die Kombination mit dem Web-Server Apache ist das bekannteste Beispiel. Nach positiven Erfahrungen nutzen die Anwender es inzwischen zunehmend für weitere, auch unternehmenskritische Anwendungen. Und damit wird die Sache kompliziert, berichtet Karsten Freihube, Geschäftsführer Professional Services bei Computacenter: "Bei größeren oder technisch komplexeren Projekten stoßen Anwender oft an ihre Kapazitäts- und Know-how-Grenzen."

Dienstleister, die bisher nur den Umgang mit proprietärer Software gewohnt waren, müssen ihre Kompetenz um das Thema Open Source erweitern, wollen sie bei den Anwendern moderne Projekte gewinnen. Andernfalls verlieren sie dieses Geschäftspotenzial an die jungen Dienstleister aus der Open-Source-Szene.

Mit dem Einzug von Linux in das Herz der Unternehmens-IT haben sich die Ansprüche der Anwender gewandelt. "Der Kunde erwartet von uns, dass wir Open-Source-Produkte und deren Leistungsfähigkeit kennen und bewerten", beschreibt Freihube eine deutliche Verschiebung im Dienstleistungsgeschäft. "Das bedeutet nicht, dass am Ende Open-Source-Software die beste Lösung sein muss. Aber der Kunde kann schlicht erwarten, dass wir dies geprüft und abgewogen haben, wenn wir ihm eine Lösung mit einem proprietären Produkt für seine Anforderungen anbieten. In den Projekten und auch später im Betrieb wird die Kompetenz für Open-Source-Techniken ganz selbstverständlich von uns erwartet."

Die Anforderungen der Anwender gehen über Beratung hinaus; denn die Implementierung von Linux und anderen quelloffenen Produkten erfordert in der Regel Programmieraufwendungen. Bestehende Open-Source-Lösungen müssen dabei modifiziert oder weiterentwickelt werden. Dazu müssen die Mitarbeiter der Dienstleister diese Produkte sehr gut kennen, am besten, indem sie unmittelbar an der Entwicklung der Programme beteiligt sind. "Undenkbar, dass sie nicht in der Open-Source-Community aktiv sind", meint Freihube gar. "Die technische Entwicklung ist gerade in diesem Bereich so irrsinnig schnell, dass wir von dieser Beteiligung profitieren."

Nehmen und geben

Die Mitarbeit in der Community ist nicht zuletzt auch für die Beziehungen zwischen nicht profitorientierten Open-Source-Projekten und kommerziellen Unternehmen förderlich. Der "Grundidee von Open-Source-Software, dass derjenige, der von ihr profitiert, auch etwas zurückgibt", fühlt sich Freihube verpflichtet. So floss Code, der im Rahmen der von Computacenter als Generalunternehmer geleiteten Linux-Migration des Deutschen Bundetags entwickelt wurde, in das Samba-Projekt zurück.

Beteiligung an der Community-Arbeit darf nicht unter der Maßgabe stehen, ein Open-Source-Projekt auf eine ganz bestimmte, kommerziell gewünschte technische Entwicklung zu lenken. Eher kann sich das dort gewonnene Wissen auf laufende Dienstleistungen bei den Kunden auswirken, so Freihube: "Häufig haben Kundenprojekte so lange Laufzeiten, dass die schnelle Weiterentwicklung in der Open-Source-Community während des Projekts neue Möglichkeiten eröffnet und die Lösung daraufhin noch einmal angepasst wird."

In größerem Maße als je zuvor ist von Dienstleistern Flexibilität gefordert. Das gilt auch für den Umgang mit Partnern, die zunehmend aus der Open-Source-Welt kommen. Der Bedarf an speziellem Know-how macht temporäre Kooperationen notwendig - und die laufen nicht so formell wie einst unter proprietären Vorzeichen, berichtet Freihube: "In Open-Source-Projekten trifft man immer wieder auf dieselben Anbieter und Personen, so dass sich oft mit der Zeit eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ergibt - ohne dass dafür ein Kooperationsvertrag unterschrieben werden muss."

Einseitigkeit war gestern

Open Source fordert den klassischen Dienstleistern Anpassungen ab. Bei Computacenter hat es zu der Strategie geführt, das Beste aus dem Open-Source-Umfeld und dem kommerziellen Sektor als Gesamtlösung anzubieten. Freihube: "Es gibt technisch ausgereifte und fehlerhafte Produkte, solche, die dem Anwender wirtschaftlichen Nutzen bringen, und solche, die bloß Geld kosten. Es gibt IT-Strategien, zu denen besser diese, und IT-Strategien, zu denen besser jene Technik passt. Das gilt für proprietäre Programme ebenso wie für Open-Source-Software." Aber Open Source links liegen zu lassen, das gehe heute einfach nicht mehr.