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04.03.1988 - 

Die Montage spielt für die Fabrik der Zukunft eine große Rolle:

Ohne Rationalisierung läuft nichts mehr

STUTTGART (pi) - Das Rationalisierungs- und Modernisierungspotential der neunziger Jahre liegt in der Montage. Schon alleine deshalb, weil die hier anfallenden Kosten immer noch den größten Teil der Herstellungskosten ausmachen. Zu diesem Ergebnis kam letzt die 19. Arbeitstagung des Fraunhofer-lnstituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart.

Das Seminar beschäftigte sich mit der Rationalisierung, Automatisierung - und Umstrukturierung der Montage sowie ihrer informationstechnischen Einbindung in den Gesamtbetrieb. Für die Fabrik der Zukunft, will sie im internationalen Wettbewerb bestehen, sei es fortan unabdingbar, flexibel auf die sich rasch ändernden Anforderungen des Marktes zu reagieren, so das Fazit der Arbeitstagung. Es gelte daher, kostengünstige Produkte, kurzfristige Problemlösungen und eine hohe Produktivität zu erreichen.

Ein Muß, um eine Minimierung der Durchlaufzeiten zu erreichen - vor allem bei kleinen Losgrößen und Variantenvielfalt bei gleichzeitiger Maximierung der Kapazitätsausnutzung - seien deshalb schnell umrüstbare Maschinen. Dennoch, so ergab die Tagung, genügt nicht allein der Einsatz von neuen Techniken wie programmierbare Industrieroboter und automatisch umbaubare Zuführeinrichtungen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit .

Vielmehr müßten die Daten aller Arbeits- und Informationssysteme aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Produktion bis hin zum Marketing zu einem logischen Gesamtverbund (CIM) zusammengeknüpft werden. Dieses Konzept biete die Chance, dezentrale Datensysteme und Verarbeitungsverfahren so zu vernetzen, daß eine komplette Integration aller Unternehmensfunktionen sogar unter Einbeziehung externer Zulieferer möglich wird.

Um ein CIM-Konzept auf der operativen Ebene in der Montage zu realisieren, müßten also die Montagelinien und -zellen, die Vor- und Endmontage sowie das Lager und die Puffer zu einem rechnerintegrierten Fertigungsbereich verkettet werden.

Auf der Veranstaltung wurde aber deutlich, daß CIM kein fertiges DV-Paket sei, welches am Markt gekauft werden kann, sondern eine individuelle, maßgeschneiderte Strategie, die mit dem Überdenken gegebener Abläufe und Strukturen untrennbar gekoppelt ist. Für den Erfolg sei deshalb eine enge Partnerschaft zwischen dem potentiellen CIM-Anwender, dem DV-Hersteller und den Maschinen- beziehungsweise Anlagenlieferanten notwendig.

Ferner müsse auch ein Team aus Fachleuten aller relevanten Unternehmenssegmente einschließlich des Topmanagements ständig in die Konzeption und Planung miteinbezogen werden. Denn der drastische Strukturwandel in der industriellen Praxis sei gegenwärtig geprägt von einem allseits spürbaren Qualitätszuwachs und einer immer rationelleren, präziseren Fertigungstechnik.

Dieser Trend, wie in der Tagung angesprochen, hat auch grenzüberschreitende Auswirkungen. Ziel der Initiative "Eureka" sei aus diesem Grund, durch eine verstärkte europäische Kooperation von Unternehmen und Forschungsinstituten auf dem Gebiet der Hochtechnologie, die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Industrien und Volkswirtschaften Europas auf dem Weltmarkt zu steigern und damit die Grundlage für einen dauerhaften Wohlstand und Beschäftigungen zu festigen.