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Ohne Standards endet CIM in der Sackgasse

22.09.1989

Professor Dr.-Ing. Hans-Jürgen Warnecke, Universität Stuttgart, Fraunhofer-lnstitut IPA

In der Wirtschaftspresse erschien unlängst, daß das japanische Ministerium für Handel und Industrie (MITI) ein fünfjähriges hochdotiertes Entwicklungsprogramm zum Schaffen von Standards für die Rechnerintegration in der Produktionsindustrie auflegen will. Es wird um weltweite Beteiligung geworben. Man hat den Eindruck, daß die Absicht besteht, die Führerschaft in einem schon fahrenden Zug zu übernehmen. Bekannt ist die schon seit längerem laufende Initiative, die vom Anwender General Motors mit der Initiative - MAP ausging oder TOP von Boeing.

Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft, häufig in Zusammenarbeit mit amerikanischen Unternehmen, laufen eine Reihe von Projekten, in denen an der Schaffung von Standards und damit offener Systeme, gearbeitet wird. Eine Reihe von ISO-Normen existieren bereits, wobei das bekannte 7-Schichten-Modell der Rechner-Kommunikation zugrundegelegt ist. In der Bundesrepublik Deutschland läuft dazu gegenwärtig das Normung vorbereitende und begleitende Projekt "Genormte Schnittstellen" der Kommission CIM im DIN mit Förderung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie.

In vier Arbeitskreisen werden die Funktionen im Fabrikbetrieb und ihre Vernetzung sowie die dadurch gegebenen Schnittstellen untersucht. Der Normungsbedarf mit entsprechenden Vorschlägen wird daraus abgeleitet. Nicht zu vergessen bei diesen Aktivitäten sind die zunehmenden Kooperationen zwischen konkurrierenden Anbietern, durch mehrheitliche Kaufentscheidungen der Kunden De-facto-Standards gewordene Lösungen, allgemein durchzusetzen.

Werden die Schnittstellen von CIM nicht genormt, so kann der Weg vieler Unternehmen zum CIM-Gesamtkonzept in einer Sackgasse enden, wenn nicht sogar zu einer Existenzbedrohung heranwachsen. Mit der Normung von ClM-Schnittstellen wird eine bessere Planbarkeit ermöglicht.

Der Vergleich von Komponenten ist durch definierte Kriterienkataloge und Bewertungsmittel möglich. Investitionen sind dann zukunftssicher, weil einmal beschaffte Informationssysteme modular erweitert werden können. Einführungs- und Betriebsprobleme der Unternehmen werden reduziert, weil eine bessere Schulung von Mitarbeitern durch eine allgemeine Zugänglichkeit zum CIM-Know-how möglich ist.