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19.12.1975

ohne Titel

Friedrich Ohmann (50), Leiter des Geschäftsbereichs Datenverarbeitung der Siemens AG, kam letzte Woche in Springers Welt zu Porträt und Spruch: Unter der Rubrik "Auf ein Wort". Auf die Frage, ob Siemens nach dem Zerfall der Unidata einen neuen Partner suche, antwortete der DV-Mensch den Zeitungsmenschen: "Ich möchte nicht daß uns eine Braut fest um den Hals fällt, denn diesen brauchen wir noch für andere Dinge." Wenn schon nicht mit dem Hals, dann doch mit dem gemeinhin darüberschwebenden Kopf wird Ohmann wahrscheinlich auch darüber nachdenken, was mit dem schönen Namen "Unidata" geschehen soll. Der Titel, nach Auskunft von Siemens-Vorstand Professor Heinz Gumin, für rund 3 Millionen Mark aus der Schweiz gekauft, wird für Siemens-Produkte nicht mehr verwendet. Willy Bergerhoff, Werbechef der ehemaligen Unidata-Schwester Philips-Electrologica GmbH, ist da weniger pingelig. Auf Prospekttiteln, in Anzeigen und auf Maschinen-Labels heißen Philips-Bürocomputer immer noch Unidata-Rechner. Bergerhoff: "Ich sehe auch gar keinen Grund,- das zur Zeit zu ändern. Vom werbefachlichen Standpunkt aus ist der Name doch prima."

Heinz Nixdorf (50), Chef und Eigner der Nixdort Computer AG, Paderborn (7250 Beschäftigte, knapp 600 Millionen Mark Umsatz), hatte einst bei der Unidata-Gründung, an der er nicht beteiligt war, den baldigen Zusammenbruch der Siemens-Philips-CII-Triole vorausgesagt. Den Rechtbehalter interviewte für die Dezember-Ausgabe das Kölner Karriere-Magazin Capital. Eine der Capital-Fragen an den Computerbauer (Computerfex Paderbornensis): "Kann überhaupt noch ein Versuch gemacht werden, die Macht von IBM einzudämmen?" Nixdorf: "Zweifellos." Capital: "Wollen Sie diesmal mitmischen?" Nixdorf: "Eindeutig." Nixdorfs Geheimwaffe, um die herum sieh der neue Anti-IBM-Stoßtrupp gruppieren soll, ist laut Interview der neue, von Dr. Gene Amdahl entwickelte Großrechner. Nixdorf, bei der US-Firma Amdahl mit 6 Millionen Dollar beteiligt, zu Capital: "Es ist unser Vorschlag, daß dieser Rechner durch eine Gruppe verkauft wird, an der Amdahl und deutsche Partner beteiligt sind." Die naheliegende Vermutung, Nixdorf wolle für dieses Projekt - wie schon einmal bei der Telefunken Computer GmbH, Konstanz, Bonner Geld locker machen, wies der IBM-Knacker aus Paderborn weit von sich. Auf die Capital-Frage, wie er in Bonn eventuelle Geldforderungen für das Projekt begründen wolle, antwortete Nixdorf diplomatisch: "Unser Haus hat in Bonn keine Geldforderungen angemeldet, sondern nur gebeten, daß der Einsatz eines guten

Werkzeugs in Deutschland gefördert wird."

Walter A. Bösenberg (54), Geschäftsführer der von Heinz Nixdorf als "eindämmbar" eingestuften IBM Deutschland GmbH, Stuttgart, war - wie CW Nr. 50 berichtete - bei einer Umfrage der Wickert-Institute als Nr. 2 unter den deutschen Managern eingestuft worden. Vor ihm rangierte Mercedes-Chauffeur Joachim Zahn. In einer Bewertungsliste der erfolgreichsten deutschen Manager,- die vom Münchener Industriemagazin in Zusammenarbeit: mit 20 führenden Wirtschaftsjournalisten erstellt wurde, taucht der Name Bösenberg nicht auf. Wohl aber Zahn: auf Platz 2 nach dem Ford-Chef Robert Lutz. Eine genauere Durchsieht der insgesamt 34 Nennungen im Industriemagazin-Wettbewerb führt überhaupt zu einem erschreckenden Ergebnis: Kein EDV-Mensch kann nach Meinung der Wirtschaftsjournalisten-Jury als bemerkenswert erfolgreich gelten.

Allenfalls indirekt: Auf Platz 3 der Industriemagazin-Liste rangiert Dr. Bernhard Plettner, Vorstandsvorsitzer der Siemens AG. In der Urteilsbegründung heißt es lakonisch: "Plus: Hält die Zukunft für den deutschen Computerbau hoch. Minus: Mußte sein ehrgeiziges Ziel Unidata aufgeben."

Nicole Scheller (geboren am 4. 12. 1975) erblickte das Licht

der Computer-Welt just in dem Augenblick, in dem Vater Manfred (42), bislang Geschäftsführer (1973-1975) der Data General GmbH, Bad Soden, seine Zukunft neu programmierte. Manfred Scheller scheidet zum Jahresende bei Data General aus um sich selbständig zu machen. Nachdem er in den letzten Jahren einschlägige Kontakte knüpfen konnte, wird Scheller im neuen Jahr ein Systemhaus gründen, das sich insbesondere mit dem Vertrieb von dedicierten Datenverarbeitungsanlagen für Arztpraxen und Kliniken beschäftigen wird. Scheller: "Ich hatte schon immer einen Hang zur Medizin." Das Scheller-Institut, angetreten, um Organisationskrankheiten im ärztlichen Sprechzimmer zu heilen, wird eng mit Data General zusammenarbeiten: DG wird Haus- und Hoflieferant. Den Chefstuhl in Bad Soden besetzt ab 1. Januar Laurie Ashcroft (37) bisher European Corporate Accounts Manager bei Data General. Der neue General ist seit fünf Jahren in der Company tätig. Unter seiner Regie wurde die englische Data General-Tochtergesellschaft zur größten außeramerikanischen Organisation des Unternehmens.