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12.07.1991 - 

Anwender halten Microsoft die Stange

Ohne Windows geht mit OS/2 auch weiterhin nichts voran

MÜNCHEN (CW) - Im Alleingang bleibt der Erfolg von OS/2 weiterhin aus, IBM wird an Windows nicht vorbeikommen. Dieser Überzeugung ist Paul Grayson, CEO der Micrografx Inc., einer der Haupt-Entwicklungspartner von IBM. Deutsche PC-Anwender bestätigen diese These.

"DOS better than DOS"- dieser Werbeslogan für OS/2 trifft, relativiert betrachtet, zu. Mit "Windows better than Windows" können die Armonker jedoch auch nach der Schönheitsoperation ihres vom Markt verschmähten DOS-Konkurrenten OS/2 keine Käufer locken. "Noch fehlt eine Version, die Windows besser integriert", argumentiert der in Dallas ansässige Grayson in einem Interview mit der IDG-Publikation "Infoworld". Für eine Akzeptanz von OS/22.0, das noch 1991 auf den Markt kommen soll und auf der New Yorker PC-Expo IBMs Top-Vorzeigeprodukt war, sei jedoch der Support von DOS und Windows entscheidend.

Ohne die geforderte Unterstützung von DOS und Windows bescheinigen auch die Anwender dem erneuten Versuch von Mother Blue, das totgeborene Kind OS/2 wieder zum Leben zu erwecken, wenig Erfolg. "Ich tendiere dazu, daß OS/2 und Windows zusammenwachsen", meint Uwe Knop, PC-Spezialist der Bitburger Brauerei.

Mit Micrografx hat IBM dahingehend bereits erste Schritte unternommen. Die Texaner sind über das Migrations-Tool "Mirrors" in die Entwicklung von OS/2 involviert. Das Werkzeug soll es dem Windows-Entwickler ermöglichen, Applikationen in Presentation-Manager-kompatible Software für OS/2 umzuwandeln. Die so portierten Anwendungen laufen Grayson zufolge schneller als Windows-Programme, die über ein ebenfalls neues Feature direkt unter OS/9 einsetzbar sind.

Dennoch wird es für Big Blue auf keinen Fall leicht, Microsoft die Herrschaft über den PC.Betriebssystem-Markt abzunehmen. Auch MS-DOS wird immer mehr in Richtung OS/2 tendieren, schätzt ein Mitarbeiter aus dem EDV-Referat des Bezirks Mittelfranken Ansbach. Der Beamte: "Eines Tages wird der Unterschied zwischen OS/2 und DOS nicht mehr groß sein." Eher verbessere sich die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen. Knop: "Wenn sich OS/2 durchsetzt, dann werden. Microsoft und IBM Windows zu OS/2 binärkompatibel machen, bevor es ganz verschwindet."

Jedoch zweifelt nicht nur der Bitburger daran. daß IBM in den nächsten Jahren das überarbeitete Betriebssystem OS/2 gegen MS-DOS und Windows durchdrücken könne. "Kuschen lasse ich mich von der IBM nicht", meint schließlich Winfrid Klein, der bei der Stadt Wolfsburg die DOS-Anwender betreut. Auch Micrografx scheint sich über den Erfolg von OS/22.0 nicht sicher zu sein. Anwendungssoftware entwikkelt das Unternehmen weiterhin nur für Windows, falls sich jedoch ein OS/2-Markt entwikkelt, steht über Mirror sofort ein Migrationspfad offen.