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12.04.1996 - 

Entwicklungsabkommen mit Cisco geschlossen

Olicom forciert mit Switch sein Token-Ring-Engagement

Olicom hat seine Liebe zum Token Ring wieder entdeckt. Nachdem sich die Company - seit jeher stark in Sachen IEEE 802.2 - zwischendurch mehr auf Ethernet konzentrierte, ist jetzt wieder der Token Ring an der Reihe. Nach Herstellern wie IBM, Madge, Cisco, Cabletron, SMC, 3Com, Proteon und Bay Networks haben nun auch die Daenen mit dem "Crossfire Token-Ring-Switch" ein entsprechendes Produkt fuer den Sommer angekuendigt.

Die Komponente verfuegt je nach Konfiguration ueber acht bis zwoelf Ports. Jeder dieser Anschluesse unterstuetzt ein Token-Ring-Segment mit einer Transferrate von 4 Mbit/s beziehungsweise 16 Mbit/s ueber UTP- oder STP-Kabel unter Verwendung von RJ45-Steckern. Ein Slot im Switch kann optional mit einem Erweiterungsmodul aufgeruestet werden, das entweder vier Token-Ring-Ports, zwei Token-Ring- Glasfaser-Anschluesse oder einen ATM-Uplink mit 155 Mbit/s sowie LAN-Emulation realisiert.

Werden die Daten zwischen den Segmenten uebertragen, beherrscht jeder Port die traditionellen Transferverfahren Cut-trough und Store-and-forward, darueber hinaus auch Adaptive-cut-through. Cut- through-Switching bietet die geringste Verzoegerung und hoechste Performance, weil jeder Datenblock sofort weitergeleitet wird, sobald sein Ziel bekannt ist. Bei Store-and-forward hingegen werden die Daten komplett zwischengespeichert, ehe der Switch sie zum Transport freigibt. Damit sinkt zwar die Fehlerrate, aber auch die Performance. Adaptive-cut-through macht sich die Vorteile aus den beiden Verfahren zu eigen. Es nutzt den Cut-through-Modus, jedoch abhaengig von der eingestellten Fehlerrate.

Mit dem Switch verspricht Olicom Anwendern neben der Skalierbarkeit mehr Bandbreite fuer die Bereiche Backbone, Server und Desktop. Im Backbone koenne der Switch laut Bengt Beyer- Ebbesen, Produkt-Manager bei Olicom, die dort ueblicherweise verbreiteten Bridges und Hubs ersetzen, wenn Arbeitsgruppen an Server angeschlossen werden. Dadurch sei ausserdem die Performance im Netz zu erhoehen. Darueber hinaus verringere sich die Datentransferzeit von einem Token Ring zum anderen durch speziell entwickelte ASICs und eine Parallel-Processing-Architektur im Switch.

Durch Full-Duplex-Betrieb sorgt der Crossfire ferner fuer mehr Leistung der Server. Dabei unterstuetzen laut Hersteller sowohl neue als auch bereits installierte Olicom-Adapter die bidirektionalen Verbindungen.

Beim Start konfiguriert sich der Switch selbst und erkennt automatisch die vorhandene Token-Ring-Geschwindigkeit sowie Verbindungsart fuer jeden Port. Damit sind laut Olicom keine Aenderungen an den bestehenden Anwendungen, Adaptern, dem Netz, Betriebssystem oder der Verkabelung noetig. Mit dieser Konfiguration traegt der Switch nach Ansicht von Beyer-Ebbesen dazu bei, Kosten im Netz zu reduzieren, die mit 73 Prozent fuer Betrieb und Support am hoechsten liegen (vgl. Grafik).

Fuer das derzeit im Betatest befindliche Produkt, das im Juni 1996 auf den Markt kommen soll, sieht Olicom durchaus Bedarf. Entgegen der Prognose von IDC habe, so der Produkt-Manager, der Token-Ring- Markt 1995 nicht nur um sieben Prozent zugelegt, sondern ein Wachstum von 44 Prozent verzeichnet. Skeptischer ist Beyer-Ebbesen hingegen bei Fast-Ethernet. Seiner Meinung nach ist das Aufruesten der Rechner mit 100-Mbit-Karten zu kostspielig, zumal der Etherbus in den meisten Faellen nur 60 Mbit/s verarbeiten kann. Voraussetzung fuer Fast Ethernet sei teure Hardware mit PCI-Bus. High-speed im LAN koenne leichter mit ATM realisiert werden. Dazu fehle es jedoch noch an ATM-Applikationen fuer Arbeitsgruppen. Keine Zukunft sieht der Olicom-Manager fuer FDDI und 100VG Anylan.

Die Daenen kuendigten in Muenchen ferner eine strategische Allianz mit Cisco Systems an. Erste Fruechte dieser Kooperation, die eine gemeinsame Entwicklung von Routern und Switching-Produkten fuer Token-Ring-Netze zum Ziel hat, sollen Anfang 1997 auf den Markt kommen. Cisco bringt in die Allianz seine Switching-Technologie und die Systemsoftware ein, Olicom liefert das Media-Access- Control-Verfahren, das ASIC-Design sowie das Token-Ring-Wissen. Die daraus entstehenden Produkte werden von beiden Unternehmen vermarktet.