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24.09.1999 - 

Buchwert der Dänen nahe Null

Olicom vor dem Aus: Intel kauft Entwicklungsabteilung

MÜNCHEN (CW) - Stück für Stück wird der dänische Netzspezialist Olicom zerlegt. Nachdem sich Madge Networks kürzlich für 15 Millionen Dollar in bar den Token-Ring-Geschäftsbereich schnappte, hat Intel nun die rund 220 Mitarbeiter starke Ethernet-Entwicklungsabteilung sowie Patente und Immobilien übernommen. Der Buchwert der Nordeuropäer erreichte damit fast die Nullmarke.

Nach dem jüngsten Ausverkauf ist die Zukunft des einst nach IBM und Madge wichtigsten Token-Ring-Lieferanten ungewiß. Am 30. September wird das Unternehmen die aktuelle Finanzsituation offenlegen. Die Daten des ersten Quartals (endete am 31. März) lassen nichts Gutes ahnen. Bei einem Umsatz von 31,1 Millionen Dollar wurden Verluste von 5,8 Millionen eingefahren (Vorjahr: 59,7 Millionen Dollar Umsatz, 4,6 Millionen Dollar Gewinn).

Unmittelbar nach der Veröffentlichung wollen sich die wichtigsten Aktionäre über die Fortführung der Geschäfte beraten. Viele Möglichkeiten bleiben ihnen nicht, denn das Portfolio ist auf einige Ethernet- und ATM-Komponenten zusammengeschrumpft, deren Umsatzzahlen bis dato das erodierende Token-Ring-Geschäft nicht kompensieren konnten.

Rasante Entwicklung im Ethernet-Markt verschlafen

Olicom ist Opfer der Entwicklung im Networking-Markt, in dem sich das Ethernet zunehmend auf Kosten des technisch überlegenen Token Ring als De-facto-Standard etabliert. Der Hersteller fand nie eine schlüssige Antwort auf diese Herausforderung. Eine angestrebte Allianz für Fast-Ethernet-Produkte scheiterte, die Bemühungen, sich als Ethernet- und ATM-Experte aufzustellen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Die Investition in die Zukunftstechnologie Bluetooth, die Olicom durch die Übernahme des Spezialisten für drahtlose Kommunikation Digianswer Anfang des Jahres tätigte, kam zu spät.

Auch für den Kauf des gesamten Unternehmens fand sich kein Interessent, so daß Olicom zunächst das Token-Ring-Geschäft an Madge und nun die Entwicklungsabteilung an Intel verkauft hat. Die daraus resultierenden Einkünfte konnten jedoch nicht die starken Verluste ausgleichen. Olicom will daher auch Digianswer veräußern und mit den erwarteten Einnahmen ein neues, bislang noch nicht näher beschriebenes Geschäft aufbauen.

Intel verdoppelt mit dieser Übernahme seine Entwicklermannschaft in Europa. Die von Olicom übernommenen Wissensträger arbeiten in Kopenhagen und Danzig. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Der Chipgigant setzt mit diesem Deal seine Akquisitionsstrategie konsequent fort. Erst im März hatte sich Intel den Anbieter von TK- und Netzequipment Level One für 2,2 Milliarden Dollar ins Boot geholt.